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Neuer Fleischskandal: Trotz gefährlicher Bakterien im Rindfleisch soll Fleischkonsum um 60 Millionen gefördert werden!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.09.1998)

01.09.1998

Zur Imagepflege von Rindfleisch werden nun von der Regierung 60 Millionen Schilling für Marketing-Maßnahmen bereitgestellt. Für die Fleischlobby ist das eine gute Nachricht, aber leider nicht für die Gesundheit der Konsumenten und schon gar nicht für die betroffenen Tiere: Wie im Mittagsjournal vom 7.7.98 in Ö1 berichtet, gibt es Probleme mit gefährlichen Bakterien bei der industriellen Verarbeitung von Rindfleisch. Denn beim Schlachtprozeß „kommt es natürlich auch zu fäkalen Kontaminationen, d.h. zur Verunreinigung mit Stuhlteilchen. Und diese Stuhlteilchen können dann Krankheitserreger beinhalten", warnt der Innsbrucker Bakteriologe Prof. Allerberger.

Hauptursache dafür sind die unnatürliche Massen-Tierhaltung und -Verarbeitung. Mehr als 90% der Tierprodukte seien mit „Bakterium Campylobacter" belastet und in jedem vierten Huhn lauern Salmonellen! „Der Rinderkot", so der ORF-Bericht weiter, "ist meist nur in mikroskopisch kleinen Mengen auf dem Fleisch, so daß man ihn auch nicht sehen kann. Nichts desto trotz können mit solch fäkal verunreinigtem Fleisch Krankheitserreger übertragen werden, z.B. bestimmte Escherichia Coli-Bakterien, nämlich EHEC-Keime. An diesen Keimen sind vor gar nicht so langer Zeit in Schottland 18 Personen gestorben, nachdem sie Rindfleisch gegessen hatten."

Noch einmal Prof. Allerberger: „Unser Problem ist, daß mit der industriellen Herstellung die Kontaminationsraten deutlich höher geworden sind... Es wäre eine falsche Sicherheit, die Konsumenten im Glauben zu lassen, daß nur weil Gesetze das Auftreten krankmachender Bakterien in diesen Fleischprodukten untersagen, die Bakterien nicht tatsächlich vorkommen."

Erst gestern hat die Arbeiterkammer wieder – wie jeden Sommer – in etlichen Supermärkten verdorbenes Fleisch festgestellt. Anstatt diesem Dauer-Skandal auf den Grund zu gehen, wird er von der Fleischlobby heruntergespielt und von offizieller Seite beschwichtigt. Die Gesundheit der Bevölkerung – und schon gar nicht das millionenfache Tierleid durch die Massentierhaltung – spielen in diesem Kalkül, wo es lediglich um die „Wirtschaftlichkeit" (zu deutsch: ums Geld) geht, keine Rolle.

Infektionskrankheiten haben ihre Ursache sehr oft in bakteriell belasteten Lebensmitteln und Zivilisationskrankheiten, wie die Geiseln Herzinfarkt oder Krebs, im übermäßigen Fleischkonsum. Aufgabe einer verantwortungsvollen Regierung wäre es, die Mitbürger über diese Zusammenhänge zu informieren, anstatt das zu fördern, was es ohnehin schon im Übermaß gibt: Die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion verursacht bei nicht artgerechter Intensivhaltung nicht nur immenses Tierleid, sondern führt ganz offensichtlich und nachgewiesenerweise auch zu erheblichen gesundheitlichen Risiken beim Konsumenten. Wenn der Staat offenbar zu viel Geld übrig hat, wäre es besser, statt gefährlicher und tödlicher Produkte den Gemüse- und Getreideanbau in der biologischen Landwirtschaft zu fördern.

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