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Milch - Ein Blick hinter die Kulissen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.06.2014)

01.06.2014

Über eine halbe Million Milchkühe gibt es in Österreich. Geht es nach der Werbung, sind es glückliche Tiere, die uns mit gesunder Milch versorgen. Doch wie die Realität in den Kuhställen tatsächlich aussieht, wissen nur wenige.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Kühe Milch geben

Allein in Österreich gibt es über 525 000 Milchkühe, Tendenz steigend. Durch Fütterung mit Kraftfutter und durch Selektionszucht wurde die jährliche Milchleistung einer Milchkuh auf das 4-fache gesteigert. Um diesen enormen Milchfluss aufrecht zu erhalten, wird die Kuh gezwungen jedes Jahr ein Kind zur Welt zu bringen. In den schlimmsten Fällen wird der Mutter ihr Kind schon ein paar Stunden nach der Geburt weggenommen. Die Milch ist für die Menschen reserviert, das Baby muss sich mit Ersatznahrung begnügen. Der Verlust ihres Kindes ist für die Mutterkuh ein sehr traumatisierendes Erlebnis. Tagelang ruft sie nach ihrem Kleinen. Das erschütternde Klagen der Kühe ist ein vertrauter Klang auf dem Land. Auch das Baby leidet sehr stark unter dem Verlust der Mutter.

Nach etwa drei Schwangerschaften mit einem Alter von ca. 5 Jahren (Rinder könnten ein Alter von 20 Jahren erreichen) ist die Kuh ausgelaugt, krank und wird geschlachtet. Ihr Fleisch wird dann zu minderwertigen Wurst- und Fleischwaren verarbeitet.

Probleme der Intensivhaltung

Ausgelöst durch die hohe Milchleistung und den maschinellen Milchentzug treten zahlreiche Krankheiten bei Milchkühen auf. Am häufigsten sind Entzündungen der Milchdrüsen (Mastitis). Es wird davon ausgegangen, dass nahezu jede Kuh unter dieser Entzündung leidet.

Die Kuh ist als Wiederkäuer für das Erbringen von hohen physischen Leistungen nicht geschaffen. Die Kohlenhydrate aus der Nahrung werden nämlich von Bakterien im Pansen zerlegt und stehen der Kuh nur in geringem Umfang als Energie zur Verfügung. Die übermäßige Milchproduktion ist jedoch sehr energieaufwändig für die Kuh. Es droht somit ein Energiedefizit. Der Körper der Kuh reagiert darauf mit der Freisetzung von Fetten. Dies führt zu Bildung einer Fettleber und Verlust von Körpermasse durch Eiweißabbau. Milchkühe leiden daher auch sehr oft an Ketose, einer Stoffwechselerkrankung aufgrund der übermäßigen Milchproduktion. Die Ketose führt sogar ohne entsprechende Therapie über ein Koma zum Tod des Tieres.

Gesetzliches

In den letzten Jahren sind bestimmte Praktiken wie die Anbindehaltung und Enthornung theoretisch verboten worden. Jedoch werden diese Verbote durch zahlreichen Ausnahmen aufgehoben, sodass sie in der Praxis nicht zum Tragen kommen.

Das bedeutet, dass Kühen nach wie vor auf schmerzhafte Weise die Hörner entfernt werden dürfen und sie bei der Anbindehaltung außer Aufstehen und Niederlegen keine Bewegung bekommen.

Tiere mit Emotionen

Kühe sind von Natur aus sehr einfühsame und intelligente Wesen. Sie bilden individuelle Freundschaften, betreiben gegenseitige Körperpflege und können sich sogar über ihre Zukunft Sorgen machen. Mütter haben eine besonders starke Bindung an ihre Kinder und trauern wochenlang wenn sie ihr Kind verlieren.

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