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Wolle- ein unbedenkliches Naturprodukt?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (17.07.2014)

Wien, 17.07.2014

Derzeit sorgt eine Undercover-Recherche der Tierschutzorganisation Peta für Aufruhr: Videos zeigen, wie unsere Wolle produziert wird. Brutales Schlagen der Tiere, Abschneiden von Körperteilen, Nähen der Wunden ohne Betäubung und das Töten durch Genickbruch sind keine Seltenheit bei der Schafschur.

 

Derzeit sorgt eine Undercover-Recherche der Tierschutzorganisation Peta für Aufruhr: Videos (siehe unten) zeigen, wie unsere Wolle produziert wird. Brutales Schlagen der Tiere, Abschneiden von Körperteilen, Nähen der Wunden ohne Betäubung und das Töten durch Genickbruch sind keine Seltenheit bei der Schafschur.

 

Viele Menschen glauben, dass Wolle ein Nebenprodukt der Fleischindustrie ist und es daher bedenkenlos gekauft werden kann. Wolle wird als gutes "Naturprodukt" verkauft. Doch woher kommt unsere Kleidung aus Wolle? Wenn man sich im Geschäft einen Wollpullover kauft, stehen die Chancen hoch, dass die Wolle aus Australien oder Neuseeland kommt. Diese Länder sind zusammen die größten Wollproduzenten der Welt. Danach folgt China als zweitgrößte Wollproduktionsregion. Warum können wir aber kaum Wolle aus Österreich kaufen? Die Wolle, die in Österreich oder auch Deutschland oder der Schweiz anfällt, ist nicht konkurrenzfähig mit der importierten Ware aus dem Ausland. Viele KonsumentInnen fragen auch die besonders feine Wolle der australischen Merino-Schafe nach. Die heimische Wolle ist gröber und wäre teurer zu verarbeiten - deswegen wird sie als Abfall entsorgt oder verbrannt.

So leben Schafe in der Wollproduktion

Die Schafe, die die Wolle für unseren Wollpullover liefern, leben in Massentierhaltung und werden entsprechend behandelt. Die Rassen sind darauf gezüchtet worden extrem viele Haare anzusetzen, um möglichst viel Wolle aus ihnen produzieren zu können. Deshalb haben Merino-Schafe beispielsweise zusätzliche Hautfalten, um noch mehr Wolle zu geben. In diesen Hautfalten sammeln sich jedoch Nässe und Urin; als Folge nistet sich gerne eine bestimmte Fliegenart in die Hautfalten ein und legt dort ihre Eier. Gibt es keine Maßnahmen, werden die Schafe von den Larven bei lebendigem Leibe aufgegessen. Um dies zu verhindern, wird den Lämmern ohne Narkose ein tellergroßes Stück Fleisch um den Schwanz herum herausgeschnitten. Diese Praktik wird als ,,mulesing" bezeichnet.

Samthandschuhe bei der Schur?

Wie die Videos von Peta zeigen, werden die Schafe bei der Schur stark misshandelt. Ein Grund dafür ist, dass die Scherer nicht pro Stunde, sondern pro Stück geschorenem Schaf bezahlt werden. Durch die grausame Behandlung werden den Tieren Körperteile abgeschnitten, ihnen werden klaffende Wunden zugefügt, die ohne Betäubung genäht werden, oder sie werden "versehentlich" durch Genickbruch getötet.

Ein jämmerliches Ende

Liefern die Tiere nicht mehr ausreichend Wolle, verschifft man sie von Australien in den Nahen Osten, wo viel Schaffleisch konsumiert wird. Die Bedingungen auf der wochenlangen Schiffsreise sind katastrophal: Es gibt kaum Wasser und Futter, viele Tiere werden durch den sich anhäufenden Kot krank und sterben. Diejenigen Tiere, die das Ziel erreichen, werden im Nahen Osten schließlich ohne Betäubung per Kehlschnitt geschächtet.

Angora-Wolle- eine Alternative?

Auch Angora-Wolle ist keine tierfreundliche Alternative zu Schaf-Wolle. Fast die komplette Weltproduktion für Angora-Wolle (90%) ist in China angesiedelt. Die Tiere fristen dort ihr Leben ohne Bewegung und Beschäftigung in Einzelkäfigen. Drei bis vier Mal im Jahr werden sie in Streckbänke eingespannt und ihnen das Fell ohne Betäubung aus der Haut gerissen. Videoaufnahmen von Peta zeigen, dass die Tiere bei dieser Behandlung Todesangst erleiden. Aufgrund der gewaltsamen Behandlung bleiben die Kaninchen nach dem Rupfen oft mit Wunden am Körper zurück.

Wie wird Seide hergestellt?

Die Wenigsten wissen genau, wie Seide hergestellt wird. Seide stammt vom Seidenspinner oder Maulbeerspinner. Das ist eine Schmetterlingsart, die in Südostasien vorkommt. Bevor die Raupen jedoch zu Schmetterlingen werden können, werden sie bei lebendigem Leibe gekocht oder mit heißem Dampf getötet. Nur so kann man verhindern, dass der Kokon zerrissen wird, in dem die Raupe sitzt. Der Kokon enthält nämlich den für den Menschen so wertvollen Seidenfaden.

Tierfreundliche Alternativen zu Wolle und Seide

Neben den konventionellen Alternativen zu Wolle wie Baumwolle, Rayon, Nylon und Polyester gibt es in letzter Zeit immer mehr Innovationen, die aus natürlich nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Auch die Rückbesinnung auf ,,alte" widerstandsfähige Stoffe, die von Baumwollprodukten verdrängt wurden, wie Hanf und Leinen eröffnet viele Möglichkeiten:

  • Stoffe aus Bambus sind im Trend. Die Stoffe fühlen sich auf der Haut an wie eine Mischung aus Seide und Kaschmir.

  • Modal ist eine Viskosefaser, die aus Holzzellstoff gewonnen wird. Modal ist rund 50 Prozent saugfähiger als Baumwolle und braucht nicht gebügelt werden.

  • Lyocell (Tencel) ist ebenso ein Stoff, der aus Holzzellstoff hergestellt wird. Die Herstellung benötigt weniger Wasser und Energie als andere Stoffe und produziert weniger CO2.

  • Sojaseide: Sojafasern sind eine neue Innovation und besonders umweltfreundlich, da sie ein Nebenprodukt der Tofuherstellung sind. Sie sind weich wie Seide und wärmen dabei gleichzeitig so gut wie Wolle.

  • SeaCell: Hier werden Algen mit Zellulose verbunden. Der Stoff hält im Winter warm und kühlt im Sommer.

  • Leinen und Hanf: Leinen kann gut Feuchtigkeit aufnehmen und zeichnet sich dadurch aus, dass beim Anbau viel weniger Pestizide und Dünger eingesetzt werden muss als beim Anbau anderer Pflanzen für die Textilproduktion. Der Hanfanbau schont die Umwelt, weil der Hanf keine Pestizide braucht. Der Stoff ist dreimal so robust wie Baumwolle.

  • Baumwolle: Prinzipiell gibt es auch wärmende Pullover, Socken etc. aus Baumwolle. Leider sind die im Handel angebotenen Baumwoll-Stoffe oft sehr dünn. Wer die Augen offen hält, findet jedoch auch warme Baumwoll-Kleidung. Bei Baumwolle sollte man darauf achten, möglichst Bio-Qualität zu kaufen. Beim konventionellen Anbau werden viele Pestizide und chemische Düngemittel verwendet, die in Tierversuchen getestet wurden. Bio-Baumwolle wird zudem meist von Hand gepflückt, somit werden keine Tiere durch Erntemaschinen getötet.

Quelle zu Woll-Alternativen: veganblog.de

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