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Das Dilemma mit Palmöl

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.01.2016)

Wien, 27.01.2016

Palmöl wird zu 75% in der Produktion von Nahrungsmitteln eingesetzt. Das billige Öl fordert jedoch seinen Preis: durch immer größere Anbauflächen verlieren Tiere ihren Lebensraum und müssen teilweise qualvoll sterben. Doch welche Alternativen gibt es?

Palmöl ist weltweit das wichtigste Pflanzenöl. Angebaut wird die Ölpalme hauptsächlich in Indonesien und Malaysien, zum Teil auch in Afrika und Südamerika. Indonesien und Malaysien liefern zusammen 85 Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl.

In asiatischen und afrikanischen Ländern wird Palmöl seit langem zum Braten, Frittieren, Kochen und Backen verwendet. Da Palmöl vielseitig anwendbar und bei Zimmertemperatur fest ist, wird es in der industriellen Produktion bevorzugt. So findet sich Palmöl in Schokolade, Keksen, Teigen, Chips, Saucen, Fertiggerichten und vielem mehr. Auch außerhalb des Lebensmittelsektors wird Palmöl in Kosmetika, Reinigungsprodukten und Treibstoffen eingesetzt.

Da immer mehr Produkte auf den Markt kommen, die Palmöl enthalten steigt die Nachfrage nach diesem Pflanzenöl ständig. Seit dem Jahr 1990 hat sich die Anbaufläche für Ölpalmen weltweit verdoppelt. In Indonesien wird sogar 10 Mal so viel Palmöl produziert als noch vor etwa 25 Jahren. Um dem immer größeren Verbrauch nachzukommen wird für den Anbau der Ölpalmen großflächig Regenwaldgebiet gerodet, so wie es auch beim Sojaanbau für Futtermittelzwecke der Fall ist. Dadurch verlieren Tiere ihren Lebensraum. Vor allem Orang-Utans und Tiger, die ohnehin schon bedroht sind, reduzieren sich in ihrer Zahl immer mehr. Besonders bei der Brandrodung der Regenwälder werden Tiere oftmals schwer verletzt und müssen qualvoll sterben. Ebenso kommt es vor, dass Jungtiere ihre Eltern verlieren und verwaisen. Die Eltern sterben entweder während der Rodung oder werden eingefangen und verkauft.

Palmöl weist auch eine sehr schlechte CO2-Bilanz auf. Durch die Zerstörung der Regenwälder wird sehr viel Kohlendioxid freigesetzt, vor allem auch dann, wenn Wälder auf Torfböden gerodet werden. Werden Torfgebiete zerstört, wird das darin gespeicherte CO2 freigesetzt.

Gibt es tier- und umweltfreundliche Alternativen zu Palmöl?

Palmöl wird so häufig eingesetzt, da es die effizienteste Ölpflanze der Welt ist. Die Ölpalme liefert fast drei Mal so viel Öl wie Raps, etwa vier Mal so viel Öl wie Sonnenblumen und sogar mehr als fünf Mal so viel Öl wie die Kokospalme. Die Situation ist schwierig, da man beim Anbau anderer Ölpflanzen noch mehr Fläche bräuchte, um auf die selbe Menge zu kommen. Das würde die Abholzung der Regenwälder noch verstärken. Deswegen ist es wichtig, dass sich die Anbaubedingungen von Palmöl in eine nachhaltige Richtung verändern, um Tiere und Wälder zu schonen.

Der Anteil an nachhaltig produziertem Palmöl am Markt ist sehr gering und praktisch kaum vorhanden. Palmöl wird als nachhaltig bezeichnet, wenn es zu keiner Zerstörung der Regenwälder sowie der Torfböden kommt und keine sozialen Konflikte entstehen. Einige Händler und Hersteller haben sich zusammengeschlossen und den runden Tisch für nachhaltiges Palmöl gegründet (RSPO). Die Kriterien von RSPO gehen zwar in die richtige Richtung, allerdings fehlen effiziente Kontrollen und einige Kriterien (z.B. die Treibhausgasproblematik) wurden nicht miteinbezogen. Labels die keine Zerstörung von Regenwäldern zulassen sind beispielsweise Demeter, Bio-Suisse, Manor Bio Natur Plus, Migros Bio, GEA oder Rapunzel.

Was kann ich tun?

- Vorwiegend Produkte kaufen, die auch ohne Palmöl auskommen.

- In erster Linie bio, frisch, saisonal und regional einkaufen.

- Möglichst auf Fertigprodukte verzichten.

- Wenn Palmöl, dann von Herstellern mit strengeren Kriterien.

- Öffentliche Verkehrsmittel bevorzugen.

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