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Spanien: Grundrechte für Menschenaffen?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (28.06.2006)

28.06.2006

Heute wird im spanischen Parlament entschieden, ob Menschenaffen ein Recht auf Leben, Unversehrtheit und Freiheit bekommen sollen

Mit Spannung wird heute die Entscheidung des spanischen Parlaments erwartet. Zur Abstimmung steht ein Gesetzesvorstoß an, der Großen Menschenaffen, also Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang Utans, ein Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit sichern soll. Spanien wäre damit das erste Land in der EU und das zweite Land weltweit nach Neuseeland, das diesen revolutionären Schritt geht.

Trotz Kritik aus katholischen und konservativen Kreisen wird davon ausgegangen, dass die Mitte-Links-Regierung, der Sozialdemokraten und Grüne angehören, das Gesetz verabschieden werden. Praktische Auswirkung würde das neue Gesetz vor allem für Tierversuche an Menschenaffen entfalten, die damit kategorisch verboten wären, und für die zur Schau Stellung von Menschenaffen in Zoos und Zirkussen.

Vor allem aber hätte ein derartiger Gesetzesvorstoß eine richtungsweisende Signalwirkung: Zum ersten mal in Europa wären individuelle Tiere nicht mehr durch ihren Wert und ihre Funktion als Eigentum von Menschen bestimmt, sondern ihre grundlegenden Interessen wären jenen von Menschen gleichgestellt.

Tierversuche an Menschenaffen in Österreich

In Österreich wurden Tierversuche an Menschenaffen mit 1.1.2006 verboten. Seit 1997 gibt es in Österreich keine Versuche an Menschenaffen mehr. Die etwa 45 Schimpansen an denen in Orth an der Donau AIDS und Hepatitis-Forschung betrieben wurde, wurden von der Firma Baxter in "Pension" geschickt. Derzeit werden sie in einem Primatenhaus im ehemaligen Safaripark Gänserndorf rehabilitiert.

Wie sich nun aber herausgestellt hat, reicht das von der Firma Baxter bereitgestellte Geld nicht aus. So wurde der Bau des Rehabilitationszentrums nicht fertig gestellt und die Betreuung der Schimpansen kann nur behelfsmäßig gewährleistet werden. Die Zukunft der Schimpansen ist nicht gesichert. Die Firma Baxter und der Staat Österreich sind nun gefordert den missbrauchten Tieren wenigstens in ihrem Lebensabend Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Weitere Informationen: Initiative für Menschenaffengrundrechte

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