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Seaspiracy: Neue Doku über die Gräuel der Fischerei-Industrie

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.03.2021)

Wien, 27.03.2021

In dieser fesselnden Netflix-Dokumentation wird ohne unnötigem Einsatz von Schockbildern die massive Bedeutung der weltweiten Fischerei-Industrie für die Zerstörung der Meere durchleuchtet.

Ein Film, bei dem man nicht glauben kann, dass es sich um wahre Geschehnisse handelt. Am 24. März kam die neue Netflix-Dokumentation auch in Österreich heraus, und das keinen Tag zu spät, denn heute, am 27. März, findet der Welttag für das Ende der Fischerei statt.

Seaspiracy nimmt den:die Zuschauer:in behutsam auf eine Reise des Grauens. Ali Tabrizi, Regisseur und Protagonist der Dokumentation, erzählt von seinen Kindheitserinnerungen bei Delfin-Shows und seine Sorge um Plastik, das in die Ozeane gelangt. Doch sobald er beginnt, zu den Hintergründen der Meeresverschmutzung nachzuforschen, ziehen ihn die Erkenntnisse immer tiefer in den Abgrund. Denn schnell stellt sich heraus: das wahre Gräuel ist die Fischerei-Industrie. Diese Recherchen gipfeln schließlich in staatlicher Verfolgung des Filmemachers und Interviews mit modernen Sklav:innen, die auf Fischereischiffen arbeiten, sowie in Bildern von Grindwalen, die in ihrem eigenen Blut zugrunde gehen. Trotzdem geht dieser Film vergleichsweise sparsam mit Schockbildern um und fokussiert sich vor allem auf eine mitreißend erzählte Suche nach der Wahrheit.

Produziert vom Cowspiracy-Macher Kip Anderson baut diese neue Dokumentation ähnlich wie ihr Vorgänger auf einer persönlichen Reise durch die Industrie auf, und verschafft den Zuschauer:innen in nur eineinhalb Stunden einen Ein- und Überblick über die Fischerei-Industrie.

Einprägsame Szenen werden mit aktuellen Daten zusammengehalten, die die wahre Größe dieses Problems aufzeigen. Auch Interviews mit berühmten Meeresschützer:innen und Forscher:innen runden das Gesamtbild ab. Viele kennen die Delfinmassaker in Taiji, doch die wenigsten wissen, dass ein Vielfaches an Delfinen an der Küste der französischen Bretagne als Beifang ihr Leben verliert. Und das ganze zertifiziert mit einem Delfin-freundlich gefangen Gütesiegel. Ali Tabrizi scheut sich nicht, Umweltschutzorganisationen und Gütesiegel-Firmen mit den Tatsachen zu konfrontieren, wodurch diese sich erschreckenderweise zunehmend in Wiedersprüche verstricken.

Neben den gesundheitlichen Folgen des Fischkonsums und den umweltzerstörerischen Konsequenzen vergisst Ali Tabrizi nicht auf den ethischen Aspekt. Die meisten empfindungsfähigen Lebewesen sterben mit Abstand durch die Fischerei.

Dieser internationale Film ist auch für das Binnenland Österreich höchstrelevant. Schweine und Hühner dürfen in Österreich mit Fischmehl gefüttert werden. 70.000 Tonnen Fisch werden jährlich nach Österreich importiert. Woher diese Fische kommen und unter welchen Umständen sie gefangen wurden, ist nicht nachvollziehbar. Die Anzahl an Aquakulturen in Österreich nimmt zu, doch auch hier zeigt Seaspiracy, dass dies eine nicht nachhaltige Tierquälerei ist.

Bereits Cowspiracy hat die Welt auf den Kopf gestellt. Schließlich hat Ali Tabrizi die vorhergehende Doku Cowspiracy mit Seaspiracy sogar übertrumpft. Die Perspektiven der Zuschauer:innen werden komplett ummodelliert, ihnen werden die Augen geöffnet bis es weh tut. Dieser Film, veröffentlicht auf der Plattform Netflix, macht Hoffnung, dass wir diese Apokalypse vielleicht doch verhindern können.

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