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Aufgedeckt: Völlig verdreckte Kälbermast in Oberösterreich

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (26.05.2021)

Bezirk Kirchdorf, OÖ, 26.05.2021

Milchkälber stehen auf zugekotetem Vollspaltenboden – Betrieb wirbt mit „artgerechter“ Haltung

Die neuen Einblicke in einen Großbetrieb in Oberösterreich zeigen das wahre Bild hinter den Kulissen der Werbefloskeln. Laut eigenen Aussagen leben in der Kälbermast rund 700 Tiere. Alle leben auf Vollspaltenboden in Buchten ohne Auslauf ins Freie. Der Skandal: Der Boden ist vollkommen verkotet und mit Fäkalien verschmiert. Das Fell vieler Tiere ist mit Kot verklebt.

Fäkalien und Krankheiten

Heller Durchfallkot klebt an der Flanke eines Kalbes, an anderen Stellen bedeckt er den Boden. Auf diesen völlig verdreckten Spaltenboden müssen sich die Kälber zum Wiederkäuen und Schlafen hinlegen. Trockene und saubere Liegeflächen gibt es in vielen Buchten überhaupt nicht. Einige Kälber leiden offenbar auch an Hautkrankheiten und haben kahle Stellen. In Videoaufnahmen ist immer wieder das Husten etlicher Kälber zu hören – das Leben auf und in den eigenen Fäkalien greift die Atemwege und Lungen der Kälbchen an.

Werbung vs. Realität

Auf der Webseite wirbt der Betrieb mit Abhofverkauf mit Statements wie: "Hier, in ihrem neuen Quartier, liegen sie auf gewärmten Gummimatten mit Spaltboden, damit sie es immer trocken und sauber haben."

In der Realität leben die Kälber auf völlig verkotetem Vollspaltenboden, an manchen Stellen auch ohne Gummimatten. „Die Kälber werden in kleinen Gruppen gehalten, um ihrem Bedürfnis nach sozialem Kontakt nachzukommen. Denn ein gesundes, glückliches Kalb will kuscheln und spielen!“ Die Kälber werden in Buchten mit 20 bis 30 Tieren gehalten. Platz zum Spielen ist da nicht – Beschäftigungsmaterial gibt es keines. Selbst ältere Kälber wurden beim Besaugen von Metallstangen dokumentiert – einem Ersatzverhalten aus Langeweile und Frust oder auch zur Befriedigung des Saugbedürfnisses nach der Trennung von der Mutter.

Zusammengemischter Milchaustauscher statt Muttermilch

Mit nur wenigen Wochen werden die Milchkälber von ihren Geburtsbetrieben (Milchbetrieben in verschiedenen österreichischen Bundesländern) zur Mastanlage transportiert. Für einige Kälber geht dieser Transport über Zwischenstationen wie in Salzburg statt auf kürzestem Weg in die Mast. Muttermilch bekommen die Kälber nicht. Sie werden mit Mischungen aus Emulgatoren, Mehlen und z.B. polnischem Molkepulver gefüttert. Statt frischem Gras und Heu wird ihnen eine gehächselte Mischung aus Stroh und Schrot angeboten. Das ist keine natürliche Ernährung!

Das System Milch – Kälbermast als Teil davon

Die im Betrieb gehaltenen Kälber wurden von Milchkühen geboren, damit diese weiterhin Milch geben. Denn Kühe geben nur Milch, wenn sie ein Kalb geboren haben. Als männliche Nachkommen von auf Milchleistung fokussierten Leistungsrassen werden diese Kälber in der Milchindustrie nicht mehr gebraucht. Sie landen in der Kälbermast, wo die Jungtiere, bevor sie sechs Monate alt sind, getötet werden.

David Richter, VGT-Kampagnenleiter dazu: Dieser Fall zeigt die Dreistigkeit der Tierhaltungs-Industrie. Die Realität wird nicht gezeigt, das würde die Konsumentinnen und Konsumenten wohl abschrecken und erschüttern. Stattdessen wird ein Werbetext präsentiert, der an Unverfrorenheit kaum zu überbieten ist. Ich empfinde den Webseiten-Inhalt dieses Betriebes als echte Täuschung! Und hier offenbart sich ein weiters Mal, wie schlecht die Tiere in Österreich gesetzlich geschützt sind. Eigentlich kann man es gar nicht fassen, was hierzulande alles erlaubt ist und was den Tieren hinter verschlossenen Stalltüren alles angetan wird.

Der VGT hat Anzeige bei der zuständigen Behörde erstattet.


Pressefotos frei zum Abdruck (Copyright: VGT.at/VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN)

Video auf Anfrage verfügbar

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