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VGT Demos fordern Ende der Masthuhn-Qualzucht

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.08.2023)

Hard, 01.08.2023

Der VGT klärt in ganz Österreich über die Missstände in der Masthuhn-Haltung und -zucht auf. Die Tierschützer:innen fordern außerdem wirkungsvolle Maßnahmen von der Lebensmittelindustrie.

Am Montag, 31. Juli, demonstrierten Tierschützer:innen des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN in Hard erneut mit Transparenten, Flyern und Lautsprechern vor einem Supermarkt gegen die massiven Tierschutzprobleme in der Masthuhnhaltung und -zucht. Interessierte Kund:innen und Passant:innen wurden darüber informiert, wie sie beim Einkauf auf Tierschutz achten können und was von den Unternehmen der Lebensmittelindustrie erwartet wird. Ein aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoller Lösungsansatz wurde nämlich im Rahmen der Europäischen Masthuhn-Initiative bereits geschaffen, doch keiner der österreichischen Lebensmitteleinzelhändler hat sich dieser Initiative bisher angeschlossen.

Erste Schritte hin zu gesünderen Hühnerrassen

Nachdem Ende vergangenen und Anfang diesen Jahres die horrenden Zustände in Österreichs konventionellen Hühnermasten und -schlachthöfen an die Öffentlichkeit getragen wurden, bewegte sich etwas in der Geflügelbranche. Man beschäftigte sich intensiver mit den Forderungen der Masthuhn-Initiative, speziell mit der Etablierung gesünderer Hühnerrassen, die zuvor nur als nicht umsetzbar abgetan wurde. Doch siehe da, nur wenige Monate nach den Aufdeckungen scheint die Haltung gesünderer Hühner doch möglich geworden zu sein. Sehr vorsichtig werden erste Schritte getan. So stammt nun beim Discounter Hofer sowie bei Billa und Billa Plus ein Teil des Hühnerfleisches, das unter den hauseigenen Tierwohlschienen verkauft wird, von gesünderen Hühnerrassen.

VGT Campaignerin Denise Kubala, MSc, stellt klar: Die gesetzten Schritte sind zwar sehr begrüßenswert, derzeit betreffen sie aber nur einen sehr kleinen Teil des Hühnerfleisch-Sortiments. Etliche Studien zeigen, dass konventionell eingesetzte Hühnerrassen wie z.B. Ross 308 aufgrund der genetischen Selektion auf extrem schnelle Gewichtszunahme massive gesundheitliche Probleme entwickeln. Sie sind daher ganz eindeutig als Qualzucht zu definieren, welche per Tierschutzgesetz verboten ist. Auch die derzeitigen gesetzlichen Mindestanforderungen an die Haltung der Masthühner können den Bedürfnissen der Tiere niemals gerecht werden. Es muss klar sein, dass es bei der Masthuhn-Initiative und vor allem bei der Forderung nach gesünderen Rassen nicht um die Entwicklung einer neuen Nische geht. Nach wissenschaftlicher Analyse stellen die Richtlinien das absolute Minimum für die Hühner dar und müssen daher auch für ALLE Hühner gelten.

Lebensmitteleinzelhändler in anderen Ländern wie Frankreich, Deutschland und Spanien, haben sich öffentlich dazu bekannt, die Forderungen der Masthuhn-Initiative umzusetzen. Sie müssen also der Meinung sein, dass die Forderungen wirtschaftlich realisierbar sind. In Österreich hätte man bei der Umsetzung sogar schon einen Vorteil gegenüber anderen Ländern, weil eine Erhöhung der gesetzlich erlaubten Besatzdichte in der Vergangenheit durch intensive Kampagnenarbeit des VGT verhindert wurde. Sie liegt in Österreich bei max. 30 kg Huhn / m² Stallgrundfläche. Dieselbe Obergrenze sieht auch die Masthuhn-Initiative vor.

Unter vgt.at/ecc können Sie die Forderungen des VGT mit Ihrer Unterschrift unterstützen.

Die nächste Masthuhn-Info-Aktion findet am Freitag, 4. August in Wien statt.

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