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Ausstellung „Fleisch“ seit heute im Wien Museum am Karlsplatz eröffnet

Wien, 02.10.2025

Ohne schockierende Bilder wird von der Entwicklung der Tierhaltung bis zur Industrialisierung, über den Vegetarismus und den Tierschutz, bis zur Fleischverarbeitung das Thema behandelt

Gleich zu Beginn werden die Besucher:innen gewarnt, dass in der heute eröffneten Sonderausstellung „Fleisch“ im Wien Museum „Objekte, Bild- und Filmmaterial zu sehen sind, die die Haltung, Schlachtung und Zerlegung von Tieren“ zeigen. Dabei kommt die Ausstellung völlig ohne der expliziten Darstellung von Massentierhaltung und Schlachtung aus – leider, aus Tierschutzsicht. Doch heißt das nicht, dass den Fakten zum Umgang mit sogenannten Nutztieren kein breiter Raum gegeben wird, im Gegenteil. Das monströse Wachstum der Qualzucht in der Hühnermast, der unfassbar geringe Platz für Schweine, ja und auch der Vollspaltenboden aus Beton, als Leihgabe des VGT mit echten Bodenplatten, werden präsentiert, ebenso wie anschauliche Graphiken zu Tiertransporten und Fleischproduktion. Ein Wandbild von Künstler und VGT-Aktivist Raffael Strasser wird sowohl in der Entstehung als auch in seiner endgültigen Form in mehreren Fotografien gezeigt. Darauf ist zu lesen: "Rinder Töten gehört in die Steinzeit! Und der Vollspaltenboden macht alles viel schlimmer". Zusätzlich ist eine Wasserflaschen-Installation von Raffael Strasser zu sehen, die den hohen Wasserverbrauch von tierlichen Produkten aufzeigt und mit dem geringeren Verbrauch pflanzlicher Lebensmittel vergleicht. In Filmclips sind u.a. auch die Obpersonen des VGT und der Veganen Gesellschaft Österreich zu sehen, genauso wie eine Würstelstandbetreiberin und ein Bioschweinehalter sowie einige mehr.

Doch ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der geschichtlichen Aufarbeitung des Themas „Fleisch“. Bis vor 60 Jahren war Fleisch ein Luxus, der maximal einmal wöchentlich möglich war. Kritik an Fleisch kam dagegen schon viel früher auf. Um 1900 gab es bereits vegetarische Restaurants, vegetarische Kochbücher und pflanzliche Fleischalternativen. Doch auch das erste Tierschutzgesetz Österreichs von 1846 ist wörtlich abgedruckt zu sehen, bei dem es u.a. um Schlachthofkontrollen und Tiertransporte geht. Besonders beeindruckt ein Werbeplakat für den internationalen Tierschutzkongress von 12.-17. Mai 1929 in Wien, bei dem Fiaker, Tierversuche und Fleischproduktion als zentrale Themen kritisch dargestellt sind. Probleme, die bis heute nicht im Sinne der Tiere gelöst werden konnten. Ein kurioses Detail am Rande: das erste, noch von Hand genähte Transparent der Veganen Gesellschaft Österreichs aus dem Gründungsjahr 1999 ist eines der Exponate.

Der Besuch der Ausstellung ist auf jeden Fall empfehlenswert. Man sollte sich dafür aber mindestens 2 Stunden Zeit nehmen, weil die Ausstellung sehr umfangreich ist und mit Liebe zum Detail aufwartet.

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

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