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Tauben hungern – auch wenn Stadt Salzburg es weiterhin leugnet

Salzburg, 17.04.2026

Tote Tauben mit Körnerfutter im Kropf zeigen nicht, dass sie genug Futter in der Stadt finden, sondern eher durch Futter von Privatpersonen vor dem Hungertod bewahrt wurden

Ende des Jahres 2025 wurden zwei tote Tauben im Auftrag der Stadt Salzburg obduziert, wie der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN kürzlich über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erfahren hat. Diese zwei von der Stadt obduzierten Tauben hatten Mais- und Getreidekörner im Kropf, wie Untersuchungen des Markt- und Veterinäramts ergaben.(1) Die Stadt folgert daraus, die Taubenpopulation würde nicht hungern und hätte einen guten Ernährungszustand. Doch wo sollten Tauben in der Stadt Mais- und Getreidekörner finden? Der gute Ernährungszustand dieser beiden Tauben ist viel wahrscheinlicher auf die von der Stadt so rigoros verfolgte „illegale“ Fütterung durch Tierfreund:innen zurückzuführen.

Im Amtsbericht "Stadttaubenkonzept" heißt es auf Seite 4f.:  "Im Zuge der verstärkten Durchsetzung des Taubenfütterungsverbotes in Kombination mit zivilrechtlichen Maßnahmen wurde von Aktivist:innen medial und in den sozialen Netzwerken ein Narrativ des Hungertodes von Stadttauben verbreitet, überall im Stadtgebiet seien verhungerte Tauben aufzufinden. Aus fachlicher Sicht ist diese Darstellung als frei erfunden zu qualifizieren, es gibt keinerlei Belege für verhungerte Stadttauben.“

Georg Prinz, Vize-Obperson des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN: "Wir verbreiten kein 'Narrativ', sondern informieren die Menschen darüber, welche fatalen Folgen das unbarmherzige Handeln der Stadtregierung auf diese Haustiere hat, die auf die Versorgung durch den Menschen angewiesen sind. Nichts daran ist frei erfunden, außer den Aussagen der Stadt Salzburg, dass ein Fütterungsverbot sinnvoll sei."

Wie viele andere Tiere auch, ziehen sich Stadttauben zum Sterben in ruhige, dunkle Nischen zurück. Die meisten verhungerten Stadttauben entdeckt man deshalb nicht. Dennoch werden hin und wieder auch verhungerte Tiere aufgefunden. Der VGT macht Fotos von zwei verhungerten Jungtauben öffentlich, die von der ARGE Stadttauben dokumentiert wurden.

Georg Prinz, Vize-Obperson des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN: "Es ist eine ganz einfache Rechnung: Stadttauben sind verwilderte Haustiere. Artgerechtes Futter für diese Tiere besteht aus Körnern wie Mais, Erbsen und Getreide. In der Stadt wachsen solche Körner weder am Asphalt noch am Baum. Wo sollen sich die Tauben also versorgen? Wenn niemand dieses Futter ausbringt, verhungern sie. Stadttauben plus kein Futter ist gleich Hungertod."

Am 22. April 2026 halten Aktivist:innen der Vereine VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN, ARGE Stadttauben Salzburg und RespekTiere von 15 -18 Uhr eine Mahnwache für die Stadttauben vor dem Schloss Mirabell, dem Sitz der Salzburger Stadtregierung, ab. Diese Veranstaltung findet im Rahmen der "Salzburger Aktionstage für ein gutes Leben für alle" statt.

(1) vgl. Prüfbericht 1, Prüfbericht 2 

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