Hintergrund
Schwangere Rinder von österreichischen Milchbetrieben werden regelmäßig nach Algerien oder in andere Tierschutz-Hochrisikostaaten verkauft. Die meisten dieser tagelangen Drittland-Exporte nehmen ihren Ausgang bei Rinder-Versteigerungshallen in ganz Österreich.
Erst im März veröffentlichte der VGT Aufnahmen von solchen Versteigerungen, die den brutalen Umgang mit den sensiblen Wiederkäuern dokumentierten. Seitdem hat sich einiges getan: Manche Rinderzuchtverbände haben nun Zutrittsbeschränkungen und Einlasskontrollen bei Versteigerungen eingeführt, die vor unserer Aufdeckung noch öffentlich zugänglich waren. Die Rinderzüchter:innen wollen ihre unmoralischen Geschäfte auf Kosten von fühlenden Lebewesen nun lieber hinter verschlossenen Türen weiterführen. Kritische Berichterstattung soll unterbunden werden. Sogar ein eigener Sicherheitsdienst wird eingesetzt, um Tierschützer:innen von den Versteigerungen fernzuhalten.
Die Exporte der schwangeren Kalbinnen nach Algerien erfolgen per LKW und Schiff. Die Rinder werden schwanger transportiert, damit sie möglichst bald nach ihrer Ankunft in Algerien ein Kalb bekommen und beginnen, Milch zu produzieren. Die männlichen Kälber werden gemästet und ohne vorherige Betäubung geschlachtet. Eine solche Tötungsmethode erwartet auch ihre Mütter nach einiger Zeit, spätestens wenn deren Milchproduktion zurückgeht. Schlachtungen ohne Betäubung sind in Tierschutz-Hochrisikostaaten wie Algerien üblich.