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Aufgedeckt: Landwirt misshandelt weiter Tiere im Horrorstall

25.08.2026

Verhungernde Tiere und Gewalt in St. Pölten-Land: VGT zeigt sich erschüttert über die Wirkungslosigkeit des Kontrollsystems und startet Petition

Bereits zum vierten Mal zeigt der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN einen Mastbetrieb im Bezirk St. Pölten-Land in Niederösterreich wegen Tierquälerei an. Die Zustände sind immer noch katastrophal und haben sich seit den letzten Aufdeckungen durch den VGT nicht verbessert: Rinder vegetieren in Gülle-Seen vor sich hin, spindeldürre Schafe und Ziegen werden völlig unzureichend versorgt und drohen zu verhungern. Neue Videoaufnahmen beweisen jedoch noch mehr: Der Landwirt, der bereits wegen Tierquälerei vor Gericht stand (Diversion), ist dabei zu sehen, wie er trotz Tierhaltungsverbots weiterhin im Stall arbeitet und Tiere misshandelt. Der VGT hat erneut Strafanzeige erstattet und fordert vehement ein Durchschreiten der Behörden und die endgültige Schließung des Skandalbetriebs.

Zur neuen Petition

Völlige Vernachlässigung und Gewalt

Der gesamte Stallkomplex wirkt in den Bildmaterialien, die dem VGT zugespielt wurden, heruntergekommen. Die Bereiche, in denen sich die Tiere aufhalten müssen, sind verdreckt – keine einzige saubere Tränke ist in den Aufnahmen zu sehen. Rinder stehen tief in flüssigen Fäkalien, zahlreiche Tiere scheinen erkrankt zu sein. Sie husten, haben geschwollene, möglicherweise entzündete, Euter oder Hautveränderungen. Videos zeigen, wie der verurteilte Landwirt eine Ziege brutal an den Hörnern über eine Buchtenwand zerrt. Eine weitere Person schlägt mehrfach mit einer Mistgabel auf Tiere ein.
Es dürfte zu einer erheblichen Zahl von Todesfällen im Betrieb kommen. Sterbende Tiere liegen hilflos in den Buchten. Müllkübel sind voller Tierleichen – die dokumentierte Sterblichkeit lag in vier Monaten (von Anfang April bis Anfang August 2026) bei 249 Tieren, also rund zwei Tieren pro Tag im Schnitt.

Videos zeigen, wie der verurteilte Landwirt eine Ziege brutal an den Hörnern über eine Buchtenwand zerrt.

Kontrollen und Tierhaltungsverbot offenbar wirkungslos

Infolge der Aufdeckungen und Anzeigen des VGT in den Jahren 2022 und 2023 reagierten die zuständigen Behörden mit der Gründung einer „Taskforce Tierschutz“. Es wurde verkündet, dass der Betrieb zeitweilig im Zwei-Wochen-Takt kontrolliert werden würde. Im Mai 2023 wurde gegen den (damaligen) Betreiber ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen. Der Mastbetrieb wird offiziell von Familienmitgliedern weitergeführt – die aktuellen Aufnahmen bestätigen jedoch den Verdacht, dass der Landwirt weiterhin mit den Tieren tätig ist. Tierhaltungsverbote unterliegen dem §39 des Bundestierschutzgesetzes, sind jedoch gesetzlich nur lose ausformuliert. In der Praxis hängt es vom individuellen, behördlichen Bescheid ab, was konkret von dem Tierhaltungsverbot umfasst ist. In der Regel ist damit jedoch nicht nur die Haltung (sprich der Besitz) von Tieren verboten, sondern auch deren Betreuung.

Schon 2022 wurde vor dem Betrieb demonstriert

Protest und Mahnwache vor Ort

Der VGT ruft zur Demonstration vor dem Skandalbetrieb auf. Treffpunkt für den Demomarsch ist Donnerstag, 27.08.2026, um 16 Uhr in der Kremser Straße 1, 3133 Traismauer.

Die Demonstration zieht dann gemeinsam zum eigentlichen Ort der Demonstration, vor den Betrieb, wo sie ab ca. 16 Uhr 30 erwartet wird.

Seit Jahren ist der Betrieb behördlich bekannt - Veränderungen gibt es trotzdem kaum

2022

Schon seit 2022 standen die Rinder in ihren eigenen Fäkalien ...

2023

...  und 2023 wurde nach Veröffentlichung dieser Bilder sogar eine "Tierschutz-Taskforce" gegründet ...

2026

... doch bis heute hat sich für die Tiere augenscheinlich nichts geändert.

"Schlimmer kann man Tiere eigentlich nicht halten. Sie verrecken dort vor den Augen der Verantwortlichen.“

- VGT-Campaigner David Richter

Neue Petition fordert Strafverschärfung und Kontrollreform

Der VGT startet anlässlich der Fälle von Tierquälerei, die in den letzten Jahren aufgedeckt werden mussten, eine neue Petition. Gefordert wird unter anderem eine Erhöhung der Kontrollfrequenzen, eine Anhebung der Maximalstrafen für Tierquälerei, sowie mehr Transparenz hinsichtlich akuter Missstände für die Öffentlichkeit.

Konsequente Kontrollen & keine Toleranz bei Tierquälerei

Der Horrorstall - was bisher geschah

2013

Erste Missstände werden bekannt

Schon im Jahr 2013 fiel der Betrieb - damals noch an einem nahegelegenen Standort - durch Verwesungsgeruch und Tierleid-Verdacht auf. 

September 2022

Dramatische Zustände im Horrorstall

Mehr als 1000 Lämmer, Schafe, Zicklein, Ziegen und Rinder werden in dem großen Mastbetrieb gehalten. Videoaufnahmen zeigen am Boden liegende Schafe und Ziegen – bewegungsunfähig und schwer atmend sterben die Tiere langsam. Tierleichen in unterschiedlichen Verwesungsstadien im Stall und volle Leichentonnen vor dem Gebäude zeigen, wie häufig Tiere in diesem Betrieb sterben.

April 2023

Erneute Aufdeckung, keine Verbesserungen

Im April erreichte den VGT neues Bildmaterial aus dem großen Mastbetrieb in Niederösterreich. Die neuen Aufnahmen vom Februar und April 2023 beweisen, dass sich kaum etwas an der schrecklichen Haltung verändert hat. Die Kontrollen und Maßnahmen, die nach der Skandalaufdeckung im letzten Jahr versprochen wurden, sind offensichtlich wirkungslos.

April 2023

Prozessbeginn wegen Tierquälerei

Wegen der Missstände, die 2022 vom VGT aufgedeckt und zur Anzeige gebracht wurden, saß der Betreiber der Mastanlage im Landesgericht St. Pölten wegen Tierquälerei (§222 StGB) auf der Anklagebank.

Mai 2023

Erfolg: Tierhaltungsverbot

Im Mai 2023 wurde schließlich das Tierhaltungsverbot gegen den Hauptverantwortlichen und Betreiber der Skandalmast verhängt.

Sommer 2026

Erschreckend: Landwirt misshandelt weiter Tiere

Die Zustände sind immer noch katastrophal und haben sich seit den letzten Aufdeckungen nicht verbessert: Rinder vegetieren in Gülle-Seen vor sich hin, spindeldürre Schafe und Ziegen werden völlig unzureichend versorgt und drohen zu verhungern. Neue Videoaufnahmen beweisen jedoch noch mehr: Der Landwirt ist dabei zu sehen, wie er trotz Tierhaltungsverbots weiterhin im Stall arbeitet und Tiere misshandelt.

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