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Pferde leiden weiter in der Hitze. Über 100.000 Menschen kämpfen gegen Fiaker in der Innenstadt

Wien, 08.09.2026

Tierschutzorganisationen fordern runden Tisch: Damit im kommenden Jahr keine Pferde mehr unter Hitze, Verkehr und Stress in der Wiener Innenstadt leiden müssen

Mehr als 100.000 Menschen haben die Petitionen des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN und von Tierschutz Austria unterstützt. Sie fordern damit ein klares Umdenken: Pferde gehören nicht in den aufgeheizten Straßenverkehr der Wiener Innenstadt. Nach dem heißesten Sommer der Wiener Messgeschichte sehen die Tierschutzorganisationen die Stadt Wien dringend gefordert.

Noch nie wurden auf der Hohen Warte so viele Hitzetage gemessen wie heuer. Bereits Ende August waren es 48 Tage mit mindestens 30 Grad – mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024. Viermal wurde in Wien sogar die 40-Grad-Marke erreicht. Und auch im September kletterten die Temperaturen in der Innenstadt bereits wieder über 30 Grad. Für 8. September sind sogar noch einmal bis zu 33 Grad prognostiziert.

„Die Klimakrise ist Fakt – auch für die Tiere“

„Wir erleben, wie sich die Bedingungen in unserer Stadt verändern. Hitzeperioden werden häufiger und intensiver. Die Klimakrise ist Fakt – und sie macht keine Ausnahme für Tiere“, sagt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria. „Wenn Menschen bei diesen Temperaturen Schatten und Abkühlung suchen, dürfen wir nicht so tun, als würden diese Bedingungen an Pferden spurlos vorübergehen. Den Kopf in den Sand zu stecken, ist keine Option – weder für Menschen noch für Tiere.“

Für den VGT und Tierschutz Austria ist die Hitze allerdings nur ein Teil des Problems. Fiakerpferde müssen ihre Kutschen durch den dichten Verkehr der Wiener Innenstadt ziehen – über Asphalt und Kopfsteinpflaster, vorbei an Autos und Straßenbahnen, begleitet von Lärm und hektischem Fußgängerverkehr.

„Pferde sind sensible Fluchttiere und keine Verkehrsmittel –  die Wiener Innenstadt ist kein artgerechter Arbeitsplatz für Pferde, schon gar nicht bei diesen Temperaturen“, sagt Georg Prinz, Fiaker-Campaigner und stellvertretender Obmann des VGT.

Runder Tisch für eine Lösung

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN und Tierschutz Austria fordern daher einen runden Tisch mit der Stadt Wien. Noch vor der kommenden Fiakersaison sollen Lösungen für tierfreie Alternativen zu den traditionellen Kutschenfahrten entwickelt werden.

„Wir wollen nicht jeden Sommer darüber diskutieren, ob es 34, 35 oder 36 Grad hat. Wir wollen jetzt handeln. Mehr als 100.000 Menschen haben ein klares Signal gesetzt. Jetzt ist die Stadt Wien am Zug“, so Aschauer.

„Tradition darf sich verändern. Was vor Jahrzehnten als Verkehrsmittel funktioniert hat, muss in einer modernen Großstadt nicht für immer bestehen bleiben. Nicht die Pferde müssen sich an den Klimawandel anpassen – wir müssen unsere Nutzung von Tieren an die Realität anpassen“, so Prinz.

Alleine diesen Sommer gab es 15 Demonstrationen des VGT am Stephansplatz, die bessere Bedigungen für Wiens Fiakerpferde gefordert haben. Die Forderung nach Veränderung kommt dabei längst nicht mehr nur von den Tierschutzorganisationen. Mehr als 100.000 Menschen haben bereits ihre Stimme erhoben und die Petitionen der beiden Tierschutzvereine unterstützt. 100.000 Menschen können nicht irren: Die Zeit ist reif für ein Wien, in dem Tradition nicht auf Kosten von Tieren geht.

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

 

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