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Belgischer Schweinetransporter an der Grenze in Suben gestoppt

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (17.09.1999)

17.09.1999


Die Tiere werden zu "österreichischem" Fleisch verarbeitet

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat in der Nacht zum 17. Sept in Zusammenarbeit mit dem Dachverband der oö Tierschutzorganisationen zu ermitteln versucht, wie viele internationale Schlachtviehtransporte täglich unsere Grenze passieren. Kurz nach Mitternacht konnten wir am Autobahngrenzübergang Suben (OÖ) beobachten, wie Gendarmeriebeamte einen übervoll beladenen belgischen Schweinetransporter stoppten. Die Tierschützer nahmen an, der LKW werde wegen des belgischen Dioxinskandals am Weiterfahren gehindert.

Neuerdings brauchen belgische Tiertransporte ein Gesundheitszeugnis, welches die Unbedenklichkeit in Bezug auf Dioxin bestätigt. Doch Papier ist ja bekanntlich geduldig, und die "Fracht" war soundso nicht verplombt...

Am Morgen wurde die Ladung auch von der Amtstierärztin überprüft. Daraufhin wurde der LKW von zwei Funkstreifenfahrzeugen zur Labestation des Landes Oberösterreich nach Manzenedt bei St. Marienkirchen eskortiert. Dort mußte der Fahrer einen Teil der Tiere abladen, weil der Anhänger in drei Stockwerken übereinander mit Schweinen total überfüllt war. Die von der langen Schicksalsreise schrecklich zugerichteten Tiere waren mit Striemen von Stockschlägen übersät. Daraufhin fuhr der erste Teil der belgischen Schweinelieferung zu einem österreichischen Schlachthof, wo sie am Nachmittag bzw. Abend eintreffen werden. Der riesige rote Schweinetransporter führt ein belgische Kennzeichen.

Dort werden sich die belgischen Schweine wohl auf wundersame Weise in "österreichisches Qualitätsfleisch" verwandeln. Sobald die angelieferte ausländische Ware durch 50% Wertschöpfung nach der Verarbeitung um mehr als die Hälfte teurer wird, bekommt sie ganz legal das "A" für österreichische Qualität. So werden die Konsumenten für dumm verkauft!

Es braucht sich also niemand zu wundern, wenn demnächst im "österreichischen" Qualitätsfleisch jene giftigen Substanzen (Altöle, PCB, Dioxin, Klärschlamm etc.) gefunden werden, die im Ausland durch Verfütterung entsorgt wurden. Der freie EU-Warenverkehr macht's möglich!

Leidtragende sind neben den über tausende von Kilometern durch halb Europa für reinen Profit herumgekarrte Tiere auch die betrogenen Konsumenten sowie unsere Bauern, denen durch die ausländische Billigstproduktion die Agrarpreise kaputt gemacht wurden.


 

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