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VGT-Demonstration vor Zirkus-Knie-Premiere

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (10.03.2000)

10.03.2000

Hainburg, 10.03.2000

Während Althoff-Jacobi gänzlich auf Wildtiere verzichtet, bleibt der Zirkus Knie beim anachronistischen Zurschau-Stellen von Tieren. Deshalb wird der VGT vor der NÖ-Premiere des Zirkus Knie wieder gegen die Präsentation von Wildtieren demonstrieren.

Der Wildtierzirkus hat lange Tradition: von den "Freakshows" des Mittelalters, in denen körperlich mißgebildete Menschen vorgeführt wurden, über die "Tierschauen" exotischer Tiere und Menschen im 18. Jhdt. und der Vorführung "blutrünstiger Bestien" im 19. Jhdt., bis zur Verniedlichung und Herabwürdigung von Wildtieren zum Clown und Idioten im 20. Jhdt. Sollte das 21. Jhdt. jetzt nicht im Zeichen der Erkenntnis stehen, daß die Tiere nicht für unsere Unterhaltung da sind, sondern Respekt und Achtung verdienen und das Recht haben sollen, in Freiheit zu leben?

"Wildtiere können im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden!" lautet das eindeutige Urteil einer Studie im Auftrag der Wiener Umweltanwaltschaft. Dennoch werden im Frühjahrsprogramm des Zirkus Knie jedenfalls wieder Elefanten und bengalische Tiger, aber auch andere Tiere, auftreten müssen.

Über Tiger heißt es in der Studie: Eine tiergerechte Haltung von Tigern im Zirkus erscheint aufgrund ihrer biologischen Charakteristik und ihres spezifischen Sozialverhaltens SCHWER möglich. Zusätzlich zählen Tiger zu den gefährdeten Arten und sollten daher, wenn schon, dann in zoologischen Programmen zur Arterhaltung und nicht für die Unterhaltung von Menschen benutzt werden.

Wie solche Tiere gehalten und "dressiert" werden, wissen wir u.a. auch aus einem Video (welches auch bei unseren Demos gezeigt wird), in dem die extrem brutalen Dressurmethoden des englischen Zirkus Chipperfield zu sehen sind. Die Besitzerin wurde in 28 Fällen wegen Tierquälerei verurteilt. Und von diesem angeblich so angesehenen Zirkus borgt sich auch der Zirkus Knie seine Wildtiere samt Dompteuren aus, wie z.B. die Tiger. Wir haben beobachtet, wie diese gehalten wurden: Die sechs Tiger mußten in Waggons mit insgesamt ca. 50 Quadratmeter, ohne optische Rückzugsmöglichkeit, ohne Einstreu und ohne Möglichkeit zur Unterhaltung auskommen. Auch hatten sie keinen Zugang zu einem strukturierten Außengehege mit Sandboden. Ständig gingen sie im Kreis oder an den trostlosen Gitterstäben hin und her. Zudem machten sie einen extrem eingeschüchterten und verängstigten Eindruck.

Die Haltung der Elefanten ist soundso ein einziges Trauerspiel: Sie sind praktisch permanent an Vorder- und Hinterbeinen angekettet, haben weder Einstreu noch Zugang zu einer Außenanlage. Sie haben auch keine Möglichkeit zu baden oder sich zu scheuern und müssen "Kunststücke" vorführen, die ihrer Art widersprechen und sogar ihre Gesundheit gefährden. Der traurige Zustand der Tiere ist deutlich an ihren stereotypen Verhaltensweisen ("Weben") - ununterbrochenes Wiederholen der gleichen, weil einzig möglichen Bewegung - zu erkennen.

Vor einer dieser entwürdigenden Vorstellungen haben wir sogar mit eigenen Augen miterleben müssen, wie ein leitender Angestellter, als er sich unbeobachtet glaubte, kurz vor der Vorführung brutal auf die sensiblen Tiere einschlug, um sie für das kommende Kasperltheater gefügig zu machen.

Besonders Wildtieren kann man ohne brutale Gewalt keine artfremden Tätigkeiten beibringen. Das von uns präsentierte, mit versteckter Kamera gefilmte Videoband dokumentiert, mit welch erschreckenden Mitteln - z.B. stundenlanges Schlagen mit Eisenstangen auf die empfindlichsten Stellen der Elefanten - den Tieren der Wille gebrochen wird.

Die Zeit der Wildtiere im Zirkus ist vorbei. Der Zirkus Althoff-Jacobi trägt diesem Trend schon seit 1996 Rechnung und wurde dafür 1999 mit dem "Umweltlorbeer" ausgezeichnet. Aus der Begründung: "Direktor Andy Lehner hat mit dem Verzicht auf Haltung und Präsentation von Wildtieren einen mutigen Schritt gesetzt. Er beweist, daß auch unter Berücksichtigung von Tier- und Artenschutz eine attraktive Programmgestaltung möglich ist."

Unsere friedlichen Demos beginnen heuer bei der ersten Knie-Vorstellung in

  • Hainburg, NÖ, am Samstag, den 11.3.2000 ab 18.30 Uhr

und setzt sich dann fort am

  • 20. und 21.3. in Tulln,

  • vom 23.-26.3. in St. Pölten,

  • vom 27.-29.3. in Baden und

  • vom 30.3. bis 2.4.2000 in Wr. Neustadt.

Wir werden dabei potentielle Besucher mit Transparenten, Flugblättern und einschlägigen Videos über die wahren Hintergründe der Zirkus-Quälereien aufklären - nach dem Motto:

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