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Milchmarketingtag 8. Juni: "Blut in der Milch"

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (07.06.2000)

07.06.2000

Stolz verkündet die Milchindustrie, daß der Milchverbrauch weiterhin ansteigt. Man schätzt, daß sich die verbrauchte Menge von derzeit rund 78 Kilogramm pro Kopf auf geschätzte 80,4 Kilogramm bis zum Jahre 2005 steigern wird. Was sie allerdings nicht dazu sagt ist, daß sich damit jedoch auch das damit verbundene Tierleid steigert, welches im direkten Zusammenhang zur Milchproduktion steht. Immer wieder wird uns in der millionenteuren Werbung das Bild von glücklichen Kühen, die zusammen mit ihren nicht minder glücklichen Kälbern auf saftigen Weiden im Sonnenschein stehen, vorgegaukelt.

Denn die Realität sieht leider ganz anders aus. Der Großteil der Milchkühe verbringt ihr Leben im Stall angebunden, ohne Platz, sich artgemäß hinlegen zu können oder sich sonstwie zu bewegen - Einstreu ist Luxus, meist gibt es nur harte Gummimatten. Die Länge des Standplatzes der Kühe ist oftmals so gering, daß sie mit dem Hinterteil auf scharfen Kanten oder Gitterrost liegen. In den kurzen Anbindeställen werden sie durch einen elektrischen Kuhtrainer gezwungen, an die richtige Stelle Harn und Kot abzusetzen; tun sie das nicht, bekommen sie einen elektrischen Schlag ins Kreuz. In vielen Fällen sind diese Elektrobügel so knapp über dem Rücken installiert, daß die Tiere bei jeder Bewegung einen Stromstoß erhalten.

Ein VGT Aktivist erzählt dazu aus seiner eigenen Praxiserfahrung: "Damit eine Kuh in wirtschaftlich relevanten Mengen Milch "produziert", muß sie jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen und diesen jungen Tieren geht es von Geburt an schlecht. Sofort nachdem sie aus der Kuh herausgezerrt wurden, werden sie von der Mutter getrennt, an die Stallwand angekettet oder kommen in eine enge Einzelbox. Nicht einmal die Milch ihrer Mutter dürfen sie trinken, denn diese ist für den menschlichen Verzehr gedacht. Die Kälber bekommen statt dessen sogenannte Milchaustauscher, also Chemie von Anfang an."

Weil niemand für die vielen Kälber Verwendung hat, wird ein Teil von ihnen - mit Förderungen aus der EU gestützt - zu ausländischen "Herodes"-Schlachthöfen bzw. Mastfabriken gebracht. Auf engstem Raum in dem Transporter zusammengepfercht, ohne Wasser und Nahrung, werden sie so tausende Kilometer durch mehrere EU-Länder gekarrt. Rücksichtsloses Verladen in den bzw. vom Transporter, die der VGT mehrmals beobachten und dokumentieren konnte, und schließlich der Schlachthof sind Inhalt ihres kurzen, trostlosen Lebens.

All jene Kälber, die nicht für die Zucht verwendet bzw. ins Ausland transportiert werden, landen in der Kälbermast, die auch nicht besser ist: Oft noch immer Einzelboxenhaltung auf Lattenrosten! Bewußt herbeigeführter Eisenmangel läßt die Tiere anämisch werden, also krank ihr ganzes Leben lang. Warum? Nur wenn das Fleisch weiß ist und nicht rosafarben, wird es gerne gekauft.

Das ist der Preis, den die Tiere für unseren Milch-, Käse- und Joghurtgenuß zahlen müssen. Wer nicht auf Milch und Milchprodukte verzichten möchte, sollte zumindest auf solche Bioprodukte, die zugleich Auslauf und artgemäße Tierhaltung gewährleisten, zurückgreifen.

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