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Wieder Tiertransporter umgekippt

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.11.2001)

Laaben, 27.11.2001

Tiertransport-Horror rollt unbemerkt weiter / Gestern wieder schwerer Tiertransport-Unfall in Salzburg

In einer Fernsehsendung wurde ein Bericht über einen umgestürzten Tiertransport-Anhängerzug gesendet. Der Unfall passierte in der Umgebung von Salzburg auf dem Weg zum Schlachthof Bergheim. So weit ersichtlich war es ein LKW aus Kuchl bei Hallein, der offensichtlich viel zu schnell unterwegs war. Beladen war der Transport mit erwachsenen Rindern und Kälbern. Die Tiere und der Fahrer wurden laut Bericht nicht verletzt. Das ist allerdings sehr unglaubwürdig, da der LKW ja während der Fahrt umstürzte und sich die Tiere dabei zumindest leicht verletzt haben müssen.

Diese Firma bzw. deren Fahrer sind ja schon mehrmals von anderen Verkehrsteilnehmern bzw. Tierschützern wegen eklatanter Geschwindigkeitsübertretungen angezeigt worden. Ein LKW-Lenker und Tiertransport-Experte aus Golling: "Heraus gekommen ist - wie meistens in derartigen Fällen - nichts, da sich die Exekutive bekanntlich besonders bei Tiertransporten, deren Kontrollen und bei der Herausgabe von Ermittlungsberichten, auch an die Presse, sehr zurückhält...".

Tiertransporte rollen - von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt - weiter:

Erst letzte Woche traf die europäischen Tierschützer die Nachricht aus Brüssel, daß die EU-Förderungen für den Export lebender Rinder NICHT abgeschafft würden, schwer. Dabei hatte erst letzten Oktober das (leider weitgehend machtlose) Europäische Parlament die Streichung jener Förderung aus dem EU-Budget verlangt, die den Export lebender Tiere in Drittstaaten derzeit so interessant macht. Die Grüne deutsche Agrarministerin hatte danach im EU-Agrarrat gefordert, daß diese Förderungen zu streichen seien, weil dann solche Transporte für die Exporteure nicht mehr lukrativ genug und somit hinfällig wären. Womit auch dem Tierschutz Genüge getan wäre. Sie wurde aber lediglich von Österreich und den skandinavischen Ländern unterstützt. Aber auch der Tiroler Agrarkommissar wehrte sich gegen die Streichung der Exportsubventionen, womit dieser tierquälerische Unsinn auch im Budgetjahr 2002 weiterhin mit 800 Millionen öS subventioniert werden soll...

Nichtsdestotrotz und gerade deshalb plant der "Verein gegen Tierfabriken" (VGT), in Zusammenarbeit mit der ECFA ("European Coalition for Farm Animals"), ab kommenden Frühling eine europaweite Kampagne gegen die Tiertransporte. Das Ziel ist es u.a., zumindest die überlangen Transporteüber 8 Stunden ausnahmslos und EU-weit zu verbieten, was auch die meisten internationalen Transporte unterbinden würde. Derzeit sind ja Pferdetransporte mit bis zu 24 Stunden bzw. Rindertransporte bis zu 29 Stunden erlaubt und nach einer (theoretischen) Pause von 24 Stunden noch mal so lange. Daß diese Richtlinien aber so gut wie überhaupt nicht kontrolliert bzw. exekutiert werden, beweisen die jahrelangen Beobachtungen von Tierschützern: Pferdetransporte mit bis zu 90 Stunden ohne entsprechende Versorgung von Litauen oder Polen zu einem Schlachthof nach Süditalien sind keine Seltenheit. Und 70-stündige Kälbertransporte von Österreich zu spanischen Mastfabriken hat der VGT sogar selbst begleitet!

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