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Hofer-Aldi - mit Mogelpackungen Konsumententäuschung?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.02.2002)

Neukirchen, 27.02.2002

Kann es sein, daß der Hofer bzw. Aldi-Konzern seine Kunden mit idyllischen Verpackungen verwirren möchte? In Hofer-Filialen (in Ostösterreich) wurden neben den echten Freilandeiern Eier-Packungen entdeckt, auf denen grüne Wiesen gezeichnet sind

Heile Welt vorgetäuscht
Kann es sein, daß der Hofer bzw. Aldi-Konzern seine Kunden mit idyllischen Verpackungen verwirren möchte? In Hofer-Filialen (in Ostösterreich) wurden neben den echten Freilandeiern Eier-Packungen entdeckt, auf denen grüne Wiesen gezeichnet sind (siehe Bilddokumentation). Legebatterie-Eier in Mogelpackungen können leicht mit Tierschutz-geprüften Eiern aus Freilandhaltung verwechselt werden, die beim Hofer auch angeboten werden. Aber nur wenn auf der Verpackung im Supermarkt "Freilandeier" drauf steht, müssen die Eier von Hühnern mit Auslauf kommen .

Gesundheitsgefährdende Fehlinformationen
Auch bei anderen Produkten wird für Personen die nicht wollen, daß Tiere für sie ausgebeutet werden oder aus gesundheitlichen Gründen keine tierischen Produkte konsumieren dürfen, beim Aldi bzw. Hofer offenbar Verwirrung betrieben. Einerseits steht auf der "Pflanzen-Margarine" groß zu lesen: "Hergestellt unter ausschließlicher Verwendung von pflanzlichen Ölen und Fetten". Für Milch-Allergiker kann eine solche irreführende Information böse Folgen haben! Denn dann findet sich unter den kleingedruckten Zutaten: "...entrahmte Milch..."
Die Margarine ist hergestellt "aus pflanzlichen Ölen und ungehärteten Fetten konventionellen Anbaus mit Joghurt-Kulturen". Da kann sich der Konsument nur verwirrt fragen: "Stammt das Produkt aus biologischer oder konventioneller Landwirtschaft, ist es mittels Joghurt-Kulturen auf pflanzlicher Basis, oder ist es mit für Allergiker gefährlichen Milchinhaltsstoffen hergestellt?"

100% Hartweizengries plus 11,16% Tierquälerei
Ein Teil des Hofer/Aldi Nudelangebotes wird als "Eierteigwaren aus 100% Hartweizengries" angeschrieben mit "11,16% Eier" (aus Käfighaltung) - macht also insgesamt 111,16% Inhalt in der Packung! Die Kundschaft müßte sich eigentlich glatt für dumm verkauft vorkommen.

Unterlassungsklage wegen irreführender Werbung
Der Tierschutz-Dachverband hat den Hofer-Konzern in Sattledt über die Beanstandungen informiert. Der Prokurist und Einkaufsleiter hat sich der Beschwerde angenommen, die zugesagte Rückmeldung ist aber wochenlang überfällig. Konsumenten- und Tierschutz wollen ernst genommen werden! Deshalb ersucht der Tierschutz-DV den Verein für Konsumenteninformation zu prüfen, ob eine Unterlassungsklage wegen irreführender Werbung nach dem UWG aus Gründen des Konsumentenschutzes einzubringen ist.

Gerechtes Kaufverhalten durch Tierschutz im Unterricht
Durch das Projekt "Tierschutz im Unterricht" werden bereits die Schulkinder darüber informiert, wie sie durch ein entsprechendes Konsumverhalten das Leid der Tiere in den Tierfabriken verringern können. Über die Jugend gelangt das Tierschutz-Bewusstsein in die Haushalte und beeinflußt die Kaufgewohnheiten. Würde niemand mehr Eier aus Käfighaltung kaufen, könnten die Legebatterien zusperren! Auch bei Bodenhaltung werden die Tiere auf engem Raum gehalten. Nur wenn „Freilandeier“ auf der Packung steht, kommen diese von Hühnern, die Auslauf haben. Eier, die von Tierschutzorganisationen kontrolliert werden, sind auf der Verpackung mit dem Tierschutz-geprüft-Stempel ausgezeichnet:

Köstliche Speisen können auch ohne Eier zubereitet werden. Es gibt Nudeln aus 100% Hartweizengrieß - ohne Ei. Wenn nicht anders gekennzeichnet, stammen tierische Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln gewöhnlich aus Massenproduktion.

Keine Bilder von gequälten Tieren
Die Betreiber von Legebatterie-Eiern schreiben nicht auf die Verpackung: "Diese Eier sind aus der Legebatterie - von gequälten Hühnern" - vielleicht noch mit einem Bild, wie die Tiere in der Legebatterie leiden. Auf sogenannten Mogelpackungen wird aber den Konsumenten eine heile Welt vorgemalt. Der Tierschutz fordert, daß endlich Eier aus Legebatterien als solche gekennzeichnet werden müssen.

Konsumentenfreundliche Verpackungen
Es ist höchst an der Zeit, daß EU-weit eine verläßliche Kennzeichnung der Lebensmittel vorgeschrieben wird. Auf den ersten Blick sollte zu erkennen sein, welche Produkte frei von Inhaltsstoffen aus Tier-Ausbeutung hergestellt wurden. Solche Lebensmittel, ohne für Allergiker gefährliche tierische Inhaltsstoffe, sollten, für den Konsumenten klar erkennbar, mit einem grünen V als VEGAN ausgezeichnet sein. Die EU kann sich an GB ein Beispiel nehmen, wo vegetarische Produkte auf diese Weise bereits kundenfreundlich beschriftet sind.

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