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9 Versuchstiere aus einem Tierversuchslabor in Wien gerettet

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (06.05.2003)

Wien, 06.05.2003

neue Details über die geretteten Ratten zeigen die Grausamkeit von Tierversuchen

neue Details über die geretteten Ratten zeigen die Grausamkeit von Tierversuchen

mehr Bilder von den geretteten Ratten

Am 28. April 2003 besetzte der Verein Gegen Tierfabriken VGT ein Tierversuchslabor in Wien. Im Rahmen dieser Besetzung öffnete eine Tierpflege-Praktikantin den AktivistInnen die Türen in den Tierstall und den Operations-Saal, in dem zur selben Zeit die Tötungen der „Kaffee-Ratten“ beginnen sollten. Dabei wurden 9 Ratten aus dem Tierversuchslabor befreit. Alle 9 Ratten sind mittlerweile privat untergekommen und werden jetzt liebevoll gepflegt. Keine der Ratten wird jemals wieder Tierversuchen ausgesetzt werden!

5 der 9 Ratten sind männlich, 4 weiblich, wobei eine von diesen schwanger ist. Die Rattenbabies werden also jetzt statt im Keller eines Tierversuchslabors, in einem Nest in einem liebevollen Zuhause auf die Welt kommen und nicht von ihrer Mutter getrennt werden. Nach der Geburt werden alle Tiere sterilisiert, um eine weitere Vermehrung zu verhindern.

Die Ratten sind schwarz-weiße Schabrackenratten und weiße Albinoratten mit roten Augen. 2 der Ratten ist im Versuchslabor auf brutalste Weise der Schwanz entfernt worden. Dabei weist der Schwanz keine Spuren von einem scharfen Schnitt auf, sondern von einem runden „Band“, das offenbar so eng um den Schwanz gelegt worden ist, dass der Schwanz ohne Blutzufuhr absterben musste. Ratten brauchen ihren Schwanz als Gleichgewichtsorgan beim Klettern und Laufen, und sind ohne Schwanz schwer körperlich behindert.

Eine langjährige Mitarbeiterin des Institut hat am 5. Mai den VGT kontaktiert und sich bereit erklärt von ihren Erfahrungen zu erzählen. Dabei gab sie an, dass sie selbst in Krebsversuche einbezogen worden ist, bei denen sie Mäusen die Beine und Schwänze mit elastischen Bändern abklemmen musste. Nach einigen Tagen seien die Gliedmassen wegen mangelnder Blutzufuhr abgestorben und letztendlich abgefallen. Die auf diese brutale Weise abgetrennten Gliedmassen werden dann zu Krebsuntersuchungen verwendet. Die ganze Prozedur muss den Versuchstieren unsagbare Schmerzen verursachen. Es stellt sich die Frage ob dieses Verfahren des Abtrennens der Gliedmassen als Teil des Tierversuches im Antrag für das Genehmigungsverfahren erwähnt wird, oder ob es sozusagen als Testverfahren für den Krebsnachweis nicht zum Tierversuch zählt.

Jedenfalls scheint es sich bei den beiden befreiten Ratten mit entferntem Schwanz um Opfer ähnlicher Versuche zu handeln.

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