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Aktionstag: Gegen den Lebendhummerverkauf bei METRO

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (23.09.2006)

Wien, 23.09.2006

Österreichweit besuchten heute TierschützerInnen Metro Filialen um auf das Leid der Meeresbewohner aufmerksam zu machen

Österreichweit besuchten heute TierschützerInnen Metro Filialen um auf das Leid der Meeresbewohner aufmerksam zu machen

Ein Jahr nach einem letzten ähnlichen Aktionstag 2005 fanden sich heute in mindestens neun Metro Filialen österreichweit Tierfreunde und Tierfreundinnen ein, um Geschäftsführung und Kundschaft auf den höchst fragwürdige Lebendhummerverkauf hinzuweisen. Denn nach §3 des Bundestierschutzgesetzes sind Hummer den Wirbeltieren gleichzusetzen, weil ihr Körberbau in Gehirn und Zentralnervensystem so ähnlich sind, dass man ihnen die gleiche Schmerzempfindlichkeit zusprechen muss. Man stelle sich vor, ein Hund warte an den Beinen oder ein Wellensittich an den Flügel gefesselt auf seinen Verkauf! Denn nur weil das Leid der Meeresbewohner für unsere Ohren nicht hörbar und ihre Körpersprache für uns Menschen nicht zu verstehen ist, heißt das nicht, dass sich in der "harten Schale" kein Lebewesen mit Bewusstsein und Denkvermögen befindet!

Denn diese Tiere zeigen ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten und erinnern sich an spezifische Individuen, denen sie bereits begegnet sind oft auch lange Zeit später. Mit manchen von ihnen kommen sie besser aus und befreunden sich, andere wiederum können sie nicht ausstehen und gehen ihnen aus dem Weg. Hummer leben sehr territorial, d.h. sie kämpfen mit ArtgenossInnen um Gebiete. Zunächst begegnen sich verfeindete oder fremde Hummer sehr vorsichtig, sie berühren sich leicht und versuchen sich dann mit den Scheren zu greifen und umzudrehen. Derartige Kämpfe können aber auch sehr aggressiv und brutal werden und bis zum Tod durch die gewaltigen Scheren führen. Deshalb werden den Hummern auch in der engen Haltung beim Metro die Scheren zusammengebunden. Sie würden sich sonst angreifen. Verständlicherweise leiden diese Tiere daher sehr unter der unnatürlich großen Nähe von so vielen ArtgenossInnen.

Prof. Robert Huber, ein österreichischer Wissenschaftler, der am J.P. Scott Center for Neuroscience, Mind and Behaviour in Ohio, USA, an der Verhaltensforschung und der Neurobiologie von Hummern arbeitet, sagt auf die Frage ob Hummer bewußte Gefühle wie Angst und Schmerz erleben können: "Natürlich haben Hummer bewusste Gefühle!". Deshalb wurden die Hummer auch explizit ins Bundestierschutzgesetz aufgenommen, d.h. alle Paragraphen des Gesetzes zum Schutz der Tiere gelten auch für Hummer, obwohl sie keine Wirbeltiere sind. Hummer können eben leiden und empfinden wie alle Wirbeltiere auch.

Aus diesem Grund wurde METRO schon einige Male vom Verein Gegen Tierfabriken angezeigt. Die meisten Tierschutz- und Tierrechtsvereine und -gruppen in Österreich teilen das Anliegen auf den Lebentierverkauf bei METRO zu verzichten. So beteiligten sich am 23. September AktivistInnen von RespekTiere, For Animals, Humanitas, Tierschutz Aktiv Tirol, Animals Help Europa, dem Österreichische Tierschutzverein und dem VGT ebenso an der Aktion wie auch TierfreundInnen im ganzen Land!

Sollte der Konzern wieder zu keiner Kooperation bereit sein, werden die Proteste und Aktionen fortgesetzt werden. Weiters wurden bereits hunderte Unterschriften gesammelt und sollen in den nächsten Wochen METRO überreicht werden. Die Kundgebungen wurden auch auf Deutschland ausgeweitet, wo der Tierrechtsverein PETA gegen METROs Praktik des Lebendhummerverkaufs eintritt!

Was viele nicht wissen ist, dass Hummer nicht nur lebend verkauft, sondern auch bei lebendigem Leibe in kochendes Wasser geworfen werden bevor man sie nach ihrem gewaltsamen Tod serviert. Ein Tod der fast 50 Jahre zu früh kommt, denn in Freiheit erreichen diese faszinierenden Tiere ein solch hohes Alter!

 

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