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71% der ÖsterreicherInnen fordern höhere Tierschutzstandards für Nutztiere

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (14.10.2007)

14.10.2007

Ergebnisse des Eurobarometer über die Einstellung der EU-BürgerInnen zum Schutz von Nutztieren

Im September und Oktober 2006 wurde im Auftrag der EU-Kommission eine repräsentative Umfrage unter den EU-BürgerInnen durchgeführt. Ziel war es die Einstellung zum Thema "Schutz von Nutztieren" zu erfragen.

Details zum Eurobarometer "Schutz von Nutztieren"

Den EU-BürgerInnen wären höhere Tierschutzstandards ein wichtiges Anliegen. So sagen 77% der EU-BürgerInnen, dass der Schutz von Nutztieren verbessert werden sollte, während nur 13% dem ablehnend gegenüberstehen. Trotzdem wurden wieder kürzlich Fortschritte im Nutztierschutz auf EU-Ebene boykottiert, indem die EU-Mindestrichtlinie für Masthühner zuerst inhaltlich vollkommen ausgehölt und dann überhaupt ganz gekippt wurde und schließlich stark verwässert in Kraft trat.

Aber auch in Österreich ist die Forderung nach mehr Tierschutz ungebrochen. Auch nach Einführung des neuen Bundestierschutzgesetzes fordert immer noch die überwiegende Mehrheit von 71% der ÖsterreicherInnen mehr Schutz für Nutztiere, während nur 19% der Bevölkerung mit den derzeitigen Bestimmungen zufrieden sind.

Einmal mehr zeigt sich, dass die Demokratie im Bereich Tierschutz versagt. Trotz permant massiver Mehrheiten für die Anhebung von Tierschutzstandards, bleibt die Politik untätig, oder - noch schlimmer - verschlechtert bestehende Gesetze.

So wurde etwa im Juni dieses Jahres von der Regierung der bisher unabhängige Tierschutzrat entmachtet und das Tiertransportgesetz verwässert. Die maximale Fahrdauer innerhalb Österreichs wurde von bisher 8 Stunden auf nunmehr 9,5 Stunden (inklusive geschätzter Be- und Entladezeit von 1 Stunde) erhöht. Für Zuchttiere und Legehennen sogar auf 11 Stunden praktische Transportdauer. Möglich wird das, weil die nicht bewilligungspflichtigen Ausnahmen für die Erhöhung der Transportdauer in der Praxis problemlos und flächendeckend in Anspruch genommen werden können.

Die wichtigsten Ergebnisse des Eurobarometer für Österreich zusammengefasst:

  • 71% der ÖsterreicherInnen fordern mehr Schutz für Nutztiere
  • Tierschutz wird als Thema hoher Wichtigkeit eingestuft (7,7 von 10 Punkten)
  • 68% der ÖsterreicherInnen wollen mehr Informationen über die Haltungsbedingungen von Nutztieren (vor allem in Medien wie Fernsehen, Tageszeitungen und Radio)
  • 71% der ÖsterreicherInnen wären bereit ihre Einkaufsgewohnheiten zu ändern, um an Lebensmittel mit höheren Tierschutzstandards zu kommen
  • 79% der ÖsterreicherInnen fordern, dass importierte tierliche Nahrungsmittel dieselben Tierschutz-Mindeststandards erfüllen müssen wie jene, die aus der EU stammen

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