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Pelz bei Kleider Bauer: Vorweihnachtliche Proteste

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (11.12.2007)

Wien, 11.12.2007

In Wien, Wiener Neustadt, Graz und Innsbruck wurde Freitag und Samstag wieder über den Pelzhandel bei Kleider Bauer informiert und für Meinungsfreiheit demonstriert

In Wien, Wiener Neustadt, Graz und Innsbruck wurde Freitag und Samstag wieder über den Pelzhandel bei Kleider Bauer informiert und für Meinungsfreiheit demonstriert

Innsbruck
Wie bereits seit über einem Jahr, so fanden auch letzten Freitag und Samstag in Innsbruck wieder Protestkundgebungen vor der Kleider Bauer-Filiale in der Museumstraße statt.
Weiters gab es am Samstag, dem 8. Dezember in Innsbruck einen Demo-Umzug gegen Pelz im Allgemeinen, bei dem Kleider Bauer nicht nur Station sondern auch Ausgangspunkt und Endstation war.

Mit 3 AktivistInnen war die Kundgebung am Freitag eher unterbesetzt, eine Person hielt das Transparent, die Schilder standen trotz kaltem Winterwind von alleine und die verbleibenden Personen hatte die Hände zum Verteilen von Flugzetteln frei.
Es wurden einige Unterschriften gesammelt und wieder durchwegs positive Gespräche geführt. Immer wieder ließen Personen von sich aus vom Einkauf im Kleider Bauer Geschäft ab, nachdem sie sich ausführlich über dessen Verwicklungen in den tierquälerischen Echtpelzhandel informiert hatten. Auffallend viele gaben auch wieder bereitwillig den Protestabriss (von den Flugzetteln) in der Filiale ab.

Am Samstag demonstrierten wieder um die 10 AktivistInnen vor der Filiale, um wie immer informativ, kreativ und wie sooft recht konfrontativ auf die groben Missstände, an welchen der Kleider Bauer-Konzern in Form des verantwortungslosen Verkaufs von echtpelzbesetzter Kleidung mitverdient, aufmerksam zu machen.
Dabei kamen auch diesmal wieder Transparente, Schilder, Verkleidungen, Informationsflugzettel, Trommeln, Sprechchöre und Straßenkreiden zum Einsatz. Eingeleitet wurde die Protestkundgebung wie immer mit hochmotivierten Schrei- und Sprechchören sowie rhythmischen Trommeleinlagen. Um 15:00 sammelten sich gut 40 Menschen am Museumsvorplatz, um am Demomarsch gegen Pelz durch die Innsbrucker Innenstadt teilzunehmen. Die Initiative dieser Zeichensetzung ging von MegA (Menschen gegen Ausbeutung), der Straßentheatergruppe Ein/Aus, des VGT/Tirol sowie von TAT (Tierschutz Aktiv Tirol) aus ... (mehr).

 

Wien
Auch in Wien wurde bei Kleider Bauer demonstriert. Jeweils Freitag und Samstag fanden Proteste statt. Die seit April untersagte Redefreiheit vor Kleider Bauer Filialen im Bezug auf Pelz wurde im Rahmen einer Kundgebung thematisiert. Dabei wurden Flugblätter mit Repressionsfakten betreffend den Verein Gegen Tierfabriken verteilt, Lieder zur Meinungsfreiheit gesungen und Gespräche mit PassantInnen und Kleider Bauer KundInnen geführt.

Die Kundgebung gegen Pelz bei Kleider Bauer, die leider aber laut Behördenwillen nicht vor Kleider Bauer sondern vor benachbarten pelzfreien (!) Geschäften stattfindet, fand an diesem Wochenende wieder fast vollkommenen Zuspruch bei den vorbeigehenden Leuten. Einzig Personen, die selber immer wieder Pelz (auch in Modehäusern wie Kleider Bauer oder Hämmerle) kaufen und Personen die nicht verstehen, warum es Tierschutz gibt – einige mit dem Zusatz "solange es Menschen gibt, denen es schlecht geht" – waren nicht froh über die Kundgebung. Erstere, die nicht nur in der Pelzproblematik kaltherzig reden und handeln, wird es immer geben. Zweiteren sei gesagt, dass es mehr bringt, sich selbst für etwas einzusetzen als die wenigen engagierten Menschen für das was sie tun zu kritisieren. Aber ehrlich gesagt, ist jemand, der mit vollen Taschen über Wiens Einkaufsstraßen flaniert und meint, man solle etwas für "die Menschen" tun statt gegen Pelz zu demonstrieren, in seiner Aussage nicht sehr authentisch. Denn würde es ihm/ihr wirklich ein Anliegen sein, würde er/sie wohl eher selber einen Infostand aufbauen, zumindest passive Mitmenschen motivieren als in derselben Freizeit Plastiksäcke mit Produkten aus – wahrscheinlich – Billiglohnländern zu füllen. Doch leider sind Gespräche mit Personen dieser Art nur selten möglich, da sie den Schritt nach dem letzten Wort ihres Monologs fluchtartig beschleunigen und keine Antwort hören wollen. Bei einem solchen Scheuklappendasein wundert es nicht, warum derart unreflektierte Aussagen zustande kommen.

Ebenso unreflektiert stellte sich samstags auch eine Verkäuferin einer nahe gelegenen Drogerie dar. Zuerst wollte sie nicht glauben, dass die Kundgebungen gegen Pelz bei Kleider Bauer keine 1,5 Jahre sondern kürzer andauern und dieser sehr wohl Pelzkrägen verkauft. Dann bediente sie sich "Argumenten" wie "Halt den Mund!" und "Ihr trinkt ja alle Milch und tragt Ledergürtel!" und rannte davon. Erstaunlich wie wenig sie in den für sie gefühlten immerhin "eineinhalb" Jahren mitbekommen hat, z.b. für was VGT steht, um was es bei den Kundgebungen geht und welche Materialien – z.B. das vegan.at Magazin – am Infostand aufliegen.

Glücklicherweise handelt es sich bei den genannten Exemplaren um Ausnahmen. Die allermeisten Menschen, die an der Kundgebungung gegen Pelz bei Kleider Bauer vorbeikommen, zeigen Interesse – manche ehrliches Verständnis bis zur Betroffenheit. So kommt es, dass allein in Wien jedes Wochenende etwa 200 Unterschriften gegen Pelz bei Kleider Bauer gesammelt werden und mehr als 2.500 Flugblätter – gedruckt auf Recyclingpapier – zumeist mit Dank angenommen werden. Die Aktivist/innen fühlen sich dadurch motiviert, dass Höflichkeit, Gesprächskultur, Offenheit und Herz noch für viele gelebte Werte darstellen.

 

Möchtest du auch zwischendurch ein oder zwei Stunden gegen Pelz bei Kleider Bauer über Pelz aufklären, flyern oder für Meinungsfreiheit singen? Dann komm vorbei! Unterstützung ist immer gefragt und man kann sich vorstellen, wie viel mehr an Energie und Kreativität entsteht, wenn sich mehr Menschen der Kampagne für ein baldiges Pelzende bei Kleider Bauer oder dem Einsatz für Redefreiheit anschließen! Melde dich, wenn du motiviert bist, gerne singst oder neue Ideen hast!

Finden in deiner Nähe keine Proteste statt, aber du willst trotzdem aktiv werden? Wir schicken dir gerne Infos und Flugblätter zu!

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