Teilen:

OGH lehnt Sachwalterschaftsantrag für Schimpansen Hiasl ab

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.01.2008)

Wien, 15.01.2008

Antragsteller seien nicht berechtigt – wollen jetzt Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen "unfairen Verfahrens" anrufen

Antragsteller seien nicht berechtigt – wollen jetzt Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen „unfairen Verfahrens“ anrufen

Im Februar 2007 kam ein außergewöhnlicher Fall vor das Sachwalterschaftsgericht in Mödling, NÖ: Um den Schimpansen Hiasl vor der drohenden Deportation ins Ausland zu bewahren, wurde ein Sachwalter beantragt, der sich der rechtlichen Situation des Schimpansen in dessen Namen annehmen können solle. Doch Sachwalter werden nur für Personen bestellt, der Schimpanse galt aber in Österreich stillschweigend bis dato als Sache. Das Gericht lehnte letztendlich den Antrag ab, weil der Antragsteller zu einem derartigen Antrag nicht befugt sei. Er hätte keine Parteienstellung. Mit anderen Worten: es ginge ihn nichts an, was nur Sache des Schimpansen wäre. Nach entsprechenden Rekursen zum Landesgericht Wr. Neustadt, denen teilweise stattgegeben wurde, ging ein außerordentlicher Revisionsrekurs an den Obersten Gerichtshof OGH. Dieser urteilte zuletzt, dass die Erhebung dieses Rechtsmittels nicht zulässig ist und lehnte mit dieser Begründung den Antrag auf Sachwalterschaft ab.

Schimpanse: Sache oder Person?

Antragsteller VGT-Obmann DDr. Martin Balluch dazu: „Die Gerichte haben sich erfolgreich davor gedrückt, zur so wesentlichen Frage Stellung zu nehmen, ob der Schimpanse eine Sache oder eine Person ist. Wir haben 4 wissenschaftliche Expertisen dafür vorgelegt, dass der Schimpanse nach dem heutigen Gesetz als Person zu gelten hat. Wenigstens vom Obersten Gerichtshof hätte ich erwartet, dass er sich inhaltlich mit der Frage des Personenstatus auseinandersetzt. Dass es um einen Schimpansen geht, ist keinem der Urteile zu entnehmen, auch dem des OGH nicht. Dieser Umstand hat auch eine positive Seite: offenbar ist es nicht so selbstverständlich klar, dass ein Schimpanse keine Person ist, sonst hätte das ja irgendein Gericht feststellen können. In der Tat zeigt das große Medieninteresse an dem Fall, dass die Gesellschaft diese Frage sehr bewegt, sie also nicht leicht zu beantworten ist. Doch uns einfach die Berechtigung abzusprechen, diesen Antrag und damit diese Frage überhaupt zu stellen, ist auch keine Lösung.“

Stellungnahme des Rechtsexperten

Rechtsexperte Mag. Eberhart Theuer, der das Verfahren begleitet, will den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte EGMR anrufen: „Diese Form der Urteilsfindung ist dem Schimpansen Hiasl gegenüber nicht fair. Statt die für ihn vorgebrachten Argumente anzuhören und zu beurteilen, wird den Antragstellern die Berechtigung dafür abgesprochen. Es geht hier um die Frage, ob ein Wesen grundlegendste Rechte hat oder nicht. Diese Frage hätte von den Gerichten äußerst sorgfältig inhaltlich geprüft werden müssen. Dies ist nicht geschehen, daher sind wesentliche Verfahrensrechte, sowie die grundlegenden Rechte des Betroffenen, verletzt worden. Wir werden in dieser Sache den EGMR wegen Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren anrufen. Dem Schimpansen Hiasl wurden nämlich grundlegende Rechte abgesprochen, für die dieser Gerichtshof zuständig ist.“

14.10.2026, Wien

VGT: Bundesregierung gesetzlich verpflichtet, 2027 Schweinehaltung neu zu regeln

Anlässlich der heutigen Nationalratssitzung erinnerte der VGT vor dem Parlament die Regierung daran, die offene Frage der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden endlich zu lösen

13.10.2026, Wien/EU

85 % der Österreicher:innen fordern rasches Ende der Käfighaltung

Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.

09.10.2026, Wien

Urteil im SPAR-SLAPP gegen den VGT beweist: Vollspaltenboden ist Tierquälerei

Zusätzlich hat die Richterin mit Bezug zum OGH zahlreiche Klagspunkte von SPAR zurückgewiesen und dadurch die Klage als SLAPP entlarvt

08.10.2026, Wien

Der Schweine-Vollspaltenboden muss weg: VGT-Demos bei Parteizentralen in Wien

Mit Zitat aus dem Tierschutzgesetz, nach dem jetzt ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung beschlossen werden muss, erinnert der VGT die Regierung an ihre Verantwortung

07.10.2026, Wien

VGT-Aktion: Tintenfische schützen, nicht essen

Morgen ist Welt-Oktopus-Tag. Brutale Methoden beim Fang sind weithin unbekannt

06.10.2026, Wien

Handelsgericht urteilt in SPAR-Klage gegen VGT: SLAPP weitgehend bekräftigt

Richterin bestätigt OGH-Urteil und 6 Verbote der EV zu Schweine-Vollspalten, verbietet dem VGT aber zusätzlich, wissenschaftliche Studien zu Mortalität und Tierwohl-Preisen zu zitieren

06.10.2026, Wien

Welt-Oktopus-Tag: VGT-Aktion am Stephansplatz

Tierschutz-Aktion in Wien soll tierquälerische Aspekte bei der Fischerei von Tintenfischen in den Fokus rücken

05.10.2026, Wien/Neutillmitisch(Stmk.)

VGT kritisiert Greenwashing bei Insekten-Hundefutter

Neue Studie stellt Umweltvorteile von Insektenprotein in Frage