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Verfahren gegen 4-fachen Anti-Tierschutz-Buttersäureattentäter eingestellt!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (08.04.2014)

Wien, 08.04.2014

Psychiatrisches Gutachten ergab, dass er nicht in der Lage ist, das Unrecht seiner Tat einzusehen - unterdessen ist der Täter untergetaucht

Psychiatrisches Gutachten ergab, dass er nicht in der Lage ist, das Unrecht seiner Tat einzusehen - unterdessen ist der Täter untergetaucht

Zoltan Alfred L. kam 2008 nach Österreich und wurde Fiakerfahrer. Hier störte er sich an Homosexuellen, sowie an Sex-, Tattoo-, Hanf- und Hanfzubehörshops, und begann sie sowie einige Privatpersonen zwischen Juli 2008 und Mai 2009 systematisch zu schädigen. Aktenkundig sind mindestens 53 Anschläge durch Einschlagen oder Verätzen von Auslagenscheiben, Verkleben von Türschlössern, Aufstechen von Autoreifen und Zerstören von Autolack. Der Schaden soll insgesamt EUR 81.000 überstiegen haben. Ein psychiatrisches Gutachten attestierte ihm, durch eine psychische Erkrankung und wahnhafte Störung nicht für seine Taten verantwortlich zu sein. Alle Verfahren wurden eingestellt. Keine Gefahr für die Gesellschaft, vielleicht weil die Beschädigungen sowieso nur Außenseiter betrafen?

Im Jahr 2013 begann Zoltan Alfred L. dann damit, AktivistInnen des VGT mit Buttersäure zu attackieren. Zunächst Anfang August und dann erneut Ende August vor Kleider Bauer in der Mariahilferstraße, anschließend anlässlich des Protests gegen eine Pelzmodenschau in Berlin und gegen den Jägerball an der Wiener Hofburg. Diesmal hatte der Attentäter neben seiner mit Buttersäure gefüllten Spritzpistole auch einen Elektroschocker mit, den er gegen 2 Personen einsetzte. Zahlreiche TierschützerInnen wurden dabei verletzt, insbesondere durch Verätzungen in den Augen. Erneut wurde ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, das nun vorliegt: ,,Aus psychiatrischer Sicht ist davon auszugehen, dass Herr L. auch diesmal in der subjektiven Gewissheit handelte, das Richtige zu tun. Die Tathandlung erfolgte wahngeleitet, ohne Einsicht in das begangene Unrecht. Hinweise auf erhöhte Gewaltbereitschaft, Affektdurchbrüchigkeit oder Störungen der Impulskontrolle finden sich nicht." Erneut wurden alle Verfahren gegen Zoltan Alfred L. eingestellt. Laut Polizeibericht ist er nun untergetaucht, nirgends mehr wohnhaft und für die Behörde nicht mehr erreichbar.

VGT-Obmann Martin Balluch, selbst vom Attentäter mit einem Elektroschocker verletzt, kommentiert: ,,Vor 8 Jahren soll in eine Filiale der Firma Kleider Bauer Buttersäure gespritzt worden sein. Was war das damals für eine Aufregung, Tierschutz sei Terrorismus, eine eigene SOKO wurde gegründet. 8 Jahre später geht das Verfahren immer noch weiter, Ende Mai wird der Tierschutzprozess in erster Instanz erneut beginnen. Dann kommen 4 Buttersäureattentate auf TierschützerInnen, AktivistInnen werden verletzt, Personen mit einem Elektroschocker traktiert. Plötzlich ist Buttersäure ganz harmlos, die paar verätzten Augen, der kleine Schmerz durch einen Taser. Der Attentäter sei sich des Unrechts seiner Handlungen nicht bewusst, er habe keine Schuldfähigkeit. § 11 StGB sieht in diesem Fall vor, das Verfahren einzustellen, was auch geschehen ist. Aber ein schaler Nachgeschmack bleibt: deutlicher könnte nicht gemacht werden, dass TierschützerInnen Menschen zweiter Klasse sind, hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Buttersäure gegen AktivistInnen ein Kavaliersdelikt, Buttersäure gegen Tierpelz ein Kapitalverbrechen. Der Attentäter ist frei und untergetaucht, die TierschützerInnen, denen keine einzige Straftat nachgewiesen werden konnte, stehen nach 8 Jahren erneut vor Gericht, diesmal weil ihre legale Kampagne gegen pelzführende Geschäfte eine schwere Nötigung gewesen sein soll."

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