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Tierversuche: Offener Brief des VGT-Obmanns an die Rektorin der Vet Uni Wien

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (03.06.2015)

Wien, 03.06.2015

Nach Klagsdrohung der Vet Uni Wien fordert VGT nun die Rektorin auf, zu Tierversuchen für die Nutztierindustrie Stellung zu nehmen – Verantwortung für Tier und Mensch?

Den vom Wissenschaftsministerium aufgrund einer EU-Richtlinie veröffentlichten Beschreibungen der 500 Tierversuchsprojekte, die in Österreich im Jahr 2014 stattgefunden haben, ist zu entnehmen, dass 36 dieser Versuche der Profitsteigerung der Nutztierindustrie gedient haben. Die Vet Uni Wien feiert heuer ihr 250 jähriges Bestehen und nennt dazu ihre Leitlinie „Verantwortung für Tier und Mensch“. Als Beispiel dafür wird von Forschungen zur Schwarzkopfkrankheit bei Puten berichtet. Bei 2 Tierversuchsprojekten im Jahr 2014 wurden insgesamt 150 Puten und 100 Hühner mit dieser Krankheit infiziert, obwohl bereits wirksame Medikamente gegen die Schwarzkopfkrankheit existieren, diese allerdings nicht an Tiere verabreicht werden dürfen, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind. Erkrankten Puten könnte also geholfen werden, allerdings nur mit Profiteinbußen für die Putenindustrie. Jetzt sollen Medikamente entwickelt werden, die prophylaktisch verabreicht werden können und die nicht mit dem Verzehr durch den Menschen interferieren, um Profiteinbußen für die Nutztierindustrie zu vermeiden. Der VGT fragt nun die Rektorin, ob diese Tierversuche an der Vet Uni Wien stattgefunden haben und wie sie sich rechtfertigen lassen.

Der offene Brief: www.martinballuch.com/offener-brief

Eine Petition von weit über 1 Million EU-BürgerInnen, die ein sofortiges Ende aller Tierversuche fordert, liegt momentan im EU-Parlament. Das nehmen verschiedene Institutionen zum Anlass, Tierversuche zu verteidigen. Vom Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs über den Wissenschaftsminister und die Österreichische Akademie der Wissenschaften bis zum Wissenschaftsmagazin New Scientist wird argumentiert, Tierversuche seien notwendig für den medizinischen Fortschritt für Menschen. Kein Wort von Tierversuchen zur Effizienzsteigerung der Nutztierindustrie. Sollten Tierversuche an der Vet Uni Wien stattfinden, so die Frage an deren Rektorin, dann könnten diese wohl nicht der menschlichen Gesundheit dienen. Also zu welchem Zweck finden sie statt und wie sind sie gerechtfertigt?

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Bei Diskussionen über die Berechtigung von Tierversuchen geht es immer nur darum, Tiere zu opfern, um Menschen vor Krankheit und Tod zu schützen. Aber die allermeisten Tierversuche dienen überhaupt nicht diesem Zweck, das ist reines Schattenboxen, man möchte mit dieser Begründung – kombiniert mit absoluter Geheimhaltung, wer wo welche Tierversuche durchführt – gleich alle Tierversuche stillschweigend durchwinken. Doch das widerspricht sowohl der EU-Richtlinie, als auch unserem Tierversuchsgesetz. Es sind nur jene Tierversuche zulässig, bei denen der Nutzen für die Lebensqualität von Mensch und Tier, den an den Versuchstieren angerichteten Schaden überwiegt. Und das kann bei Tierversuchen, die nur den Profitinteressen der Nutztierindustrie dienen sollen, niemals der Fall sein!“

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