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Rückstände in Fleisch, Fisch, Milch und Eiern – wie gefährlich sind sie?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (19.08.2015)

Wien, 19.08.2015

Lebensmittelskandale kommen immer wieder vor und sind meist ein Symptom der intensiven Tierhaltung und mangelnder Kontrollen.

Um Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte möglichst billig verkaufen zu können, werden möglichst viele Tiere auf engstem Raum gehalten. Das kann zur raschen Ausbreitung von Infektionskrankheiten und dem Einsatz von Antibiotika führen. Gleichzeitig werden große Mengen an Futtermitteln importiert und mit verschiedensten Zusätzen vermischt. Dies führt immer wieder dazu, dass toxische Substanzen in die Futtermittel gelangen. Den Preis der billigen Lebensmittel bezahlen Tiere und Menschen mit ihrer Gesundheit.

Der Dioxinskandal

Dioxine sind allgegenwärtige, organische und toxische Verbindungen. Sie entstehen als unerwünschtes Nebenprodukt bei der industriellen Herstellung von z.B. Pflanzenschutzmitteln oder der Metallherstellung. Dioxine können bereits in geringen Mengen die Entstehung von Krebs begünstigen.

Am besten wäre es, gar keine Dioxine zu sich zu nehmen, allerdings ist dies unmöglich. Deswegen sollte man die Aufnahme auf ein Minimum reduzieren. Dioxine werden vor allem über die Nahrung, insbesondere über Fleisch, Fisch, Eier und Milch, aufgenommen. Das Gift gelangt primär durch belastete Futtermittel in die Nahrungskette. Futtermittel können beispielsweise durch die Zugabe von Fischöl belastet werden oder auch durch verunreinigte Böden und Gewässer. Da Dioxine fettlöslich sind, reichern sie sich vor allem im Fettgewebe von Tier und Mensch an. Fettreiche Lebensmittel sind daher stärker belastet. Anstatt stärker belastete Lebensmittel aus dem Verkehr zu ziehen, werden für diese von der EU einfach höhere Grenzwerte festgelegt, um sie weiterhin verkaufen zu können.

Zusätzliche Unsicherheit bringen Lebensmittelskandale. Beim Dioxin-Skandal im Mai 2010 mussten in Deutschland mehrere Legehennenbetriebe geschlossen werden, nachdem kontaminierter Mais zu Biofutter verarbeitet wurde. Ein halbes Jahr später wurden erneut belastete Proben von Eiern und Geflügelfleisch gefunden. Als Quelle der Kontamination erwies sich ein Futtermittelproduzent der für die Herstellung von Tierfutterfetten technische Fette aus der Biodieselproduktion verwendet hatte. Nach Schätzungen der Bundesregierung wurden bis zu 3.000 Tonnen belastetes Tierfutterfett hergestellt und an Legehennen, Mastschweine und Mastgeflügel verfüttert.

Was sind Polychlorierte Biphenyle (PCB)?

Polychlorierte Biphenyle ähneln in ihrer Giftigkeit den Dioxinen und reichern sich im Fettgewebe von Tier und Mensch an. PCB wirken krebserregend, schädigend auf ungeborene Kinder, lösen Haarausfall und Chlorakne aus und stehen in Verdacht Unfruchtbarkeit bei männlichen Tieren, darunter auch Männern, hervorzurufen. Die Giftigkeit der Dioxine und PCB ist nicht nur das Ergebnis der täglichen Aufnahme, sondern auch der lebenslangen Anreicherung im Körper. Daher sind schon kleinste Mengen gefährlich, wenn man diese kontinuierlich zu sich nimmt. PCB gelangen über den selben Weg in die Nahrungskette wie Dioxine. Im Gegensatz zu Dioxinen wurden PCB industriell hergestellt, um sie beispielsweise als Weichmacher zu verwenden.

Multiresistente Keime – eine Bedrohung für die Menschheit?

Je mehr Tiere auf begrenztem Raum leben, umso höher ist die Gefahr von Infektionskrankheiten die sich schnell ausbreiten können. In der Massentierhaltung werden Antibiotika intensiv eingesetzt. In Österreich ist es lediglich verboten, Antibiotika zur Wachstumsförderung einzusetzen und Antibiotika ins Trinkwasser von gesunden Tieren zu mischen. Dennoch ist es durchaus üblich, bei der Erkrankung eines Tieres oder weniger Tiere gleich den ganzen Stall präventiv mitzubehandeln. Dadurch bilden sich multiresistente Keime, d.h. Bakterien, die gegen diverse Antibiotika resistent geworden sind. Menschen, die mit multiresistenten Keimen in Kontakt treten (entweder direkt durch Tiere oder über Lebensmittel) können im Extremfall an einfachen Infektionen sterben, da es kein Antibiotikum mehr gibt, welches anschlägt.

Was kann ich tun?

Wir raten dazu, in erster Linie biologisch erzeugte, rein pflanzliche Lebensmittel zu kaufen. Diese sind in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich, sowie in Bioläden, Reformhäusern oder veganen Supermärkten. Auch das Angebot an Restaurants, die Bioprodukte verwenden bzw. vegane Speisen anbieten, wird immer größer. Wer gerne selber kocht, kann sich Anregungen aus unserer Veggie-Rezeptedatenbank holen.

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