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Henne Monis Ende? Und: Vegane Alternativen zu Eiprodukten

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (22.03.2016)

Wien, 22.03.2016

Eier oder Eierzeugnisse finden sich auch heute noch oft in unterschiedlichen (Fertig-)Produkten. Meist wird der Inhaltsstoff Ei gar nicht bewusst wahrgenommen. Dabei gibt es bereits zahlreiche, rein pflanzliche Ei-Alternativen, die Tierleid verhindern können.

...zu diesem Zeitpunkt war Legehenne Moni schon so ausgelaugt, dass sie sich gar nicht mehr auf Ihren zarten Beinchen halten konnte. Mit mehreren anderen Hennen wurde Moni auf einen Transporter geladen und weggeschickt. Allein der Transport war für Moni so schrecklich, dass sie sich gar nicht vorstellen wollte, was danach auf sie zukommen möge: Manche Hühner waren so schwach, dass sie beim Transport schwer atmend einen langsamen Tod starben. In den Transportkisten haben die Hennen so wenig Platz, dass sie sich weder aufrichten noch bewegen können, was auch Henne Moni immer nervöser machte. Nach einer gefühlten Ewigkeit in kompletter Dunkelheit, wurde es wieder hell im Transporter, weil die Ladeklappe heruntergelassen wurde. Henne Moni nahm zum ersten Mal, seit sie in die Halle gesperrt wurde, wieder das Sonnenlicht war. Es war ein schöner warmer Tag und Moni wollte ihre Flügel ausbreiten, doch sie war schon zu kraftlos. Während sie sich noch ein wenig über den Sonnenschein freuen wollte, wurden die Hühner eng aneinander in die Halle gepresst, wo sie auf ein Förderband kamen und dort der sichere Tod auf sie wartete...

Der regelmäßige Verzehr von Eiern oder Eiprodukten hat jedoch nicht nur Folgen für die Tiere, die ein trauriges Leben fristen müssen, wie hier im ersten und im zweiten Artikel schon gezeigt, sondern auch für uns Menschen! Ein häufiger bzw. übermäßiger Verzehr von Eiern oder Eiprodukten bringt verschiedene Risikofaktoren mit sich: - Eier enthalten mehr schwefelhaltige Aminosäuren und Phosphat als pflanzliche Eiweißquellen (wie z.B. Hülsenfrüchte). Diese Stoffe erhöhen die Calciumausscheidung und können den Knochenabbau begünstigen. Zusammen mit anderen ungünstigen Faktoren, kann dies das Osteoporose-Risiko steigern. - Aufgrund der katastrophalen Bedingungen in der Tierhaltung und Fehler in der Lagerung tierischer Produkte, steigt auch das Risiko für Salmonellen. Diese Bakterien verursachen häufig Lebensmittelvergiftungen, vor allem in den Sommermonaten.

Laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind maximal drei Eier in der Woche erlaubt. Diese Empfehlung beinhaltet auch verarbeitete Eier, wie sie beispielsweise in Teigwaren oder Mehlspeisen vorkommen. Viele Menschen glauben, sie könnten diesen gesundheitlichen Grenzwert einhalten, aber die Grenze lässt sich leicht überschreiten, da an „versteckte“ Eier in Fertigprodukten oft nicht gedacht wird.

Eine Ernährung die reich an tierischem Protein ist und keine ausreichenden Mengen an Nährstoffen aus pflanzlichen Quellen liefert, kann das Risiko für zahlreiche Zivilisationserkrankungen wie Osteoporose, Bluthochdruck oder erhöhte Harnsäurespiegel, verstärken. Zuviel Protein, vor allem tierisches, belastet zudem Leber und Nieren. Viele Fertigprodukte enthalten zudem Eier aus Käfighaltung. In Österreich ist die Käfighaltung zwar seit 2009 verboten, jedoch nicht der Import an Käfigeiern und Produkten, die Käfigeier enthalten. In folgenden Produkten können Käfigeier enthalten sein:

- Nudeln/chinesische Eiernudeln
- Backwaren, Süßwaren und Kekse
- Majonäse
- Eierlikör
- Süßspeisen und Mehlspeisen (z.B. Tiramisu)
- Convenience und Fertiggerichte
- Packerlsuppen (Teigwaren mit Ei)
- Fast-Food
- Menüs von Fluglinien
- Saucen und Feinkost
- (Glutenfreiem) Brot
- Vegetarische Fleischalternativen
- Speiseeis
- Pizzateig (bepinselt mit Ei)
- hausgemachte Nudeln in Restaurants (besser nachfragen!)
- Bäckereierzeugnisse (z.B. Kuchen von Bäckereiketten; die Waren könnten auch mit Ei bepinselt sein!)

Alle Produkte aus dieser Liste kann man jedoch entweder bereits ohne Eier bzw. Ei-Inhaltsstoffe kaufen, oder ohne Eier auch selbst machen!

Außerdem werden auch in der österreichischen Gastronomie häufig Käfigeier verwendet. Es ist zwar möglich nach der Herkunft zu fragen, jedoch ist die Auskunft meist mündlich und daher sind die Informationen nicht überprüfbar. Daher ist es enorm wichtig, dass eine verpflichtende Kennzeichnung von Produkten, die Käfigeier enthalten, gesetzlich vorgeschrieben wird. Diese müsste alle Produkte, die im Supermarkt, Diskonter, Großmarkt und in der Gastronomie angeboten werden, beinhalten. Nur so können die KonsumentInnen mit Sicherheit wissen, woher die Eier stammen und können sich für eine tierfreundlichere Alternative, wie z.B. Freilandeier, entscheiden. Eine freiwillige Kennzeichnung der Produkte ist völlig unzureichend und daher nicht im Sinne des Tierschutzes.

Da es bereits so viele rein pflanzliche Alternativen gibt, stellen wir hier einfache Rezepte und Ei-Alternativen vor, um das Tierleid komplett zu umgehen:


Rezepte ohne Ei:

Rührtofu

Gefüllter Osterzopf

Ei-Alternativen für die eigene Verarbeitung:

- Ei-Ersatzpulver (z.B. My-Ey: www.myey.info): ersetzt mit nur einem Teelöffel mit Wasser gemischt ein Ei. Dabei kann das Pulver für Süßgebäck, aber auch für Bratlinge verwendet werden. Die My-Ey Produkte sind bio-zertifiziert und in unterschiedlichen Varianten erhältich, wodurch es für alle Gerichte einsetzbar ist. Die verfügbaren Varianten sind VollEy, EyGelb, EyWeiß.
- Reife Bananen: können durch einfaches Zerdrücken gut als Eiersatz in Kuchen verwendet werden. Eine halbe Banane entspricht dabei einem Ei.
- Apfelmus: kann ebenso wie Bananen perfekt in Kuchen oder Muffins verwendet werden. 80 g Apfelmus entsprechen dabei einem Ei.
- Stärke, Johannisbrotkernmehl oder Sojamehl: kann mit Wasser angerührt werden und eignet sich so hervorragend für Kuchen und Gebäck. Das Johannisbrotkernmehl eignet sich auch perfekt für herzhaftere Speisen. Ein Esslöffel ersetzt ein Ei.
- Kurkuma: Kann für den Rühreitofu und das charakterliche gelbe Aussehen eines Eies verwendet werden. Außerdem schmeckt das Gewürz sehr rauchig und ändelt zusammen mit Kala Namak (Schwefelsalz) dem Eiaroma.
- Seidentofu: kann in herzhaften als auch süßen Speisen ein Ei ersetzen. Dazu wird der Seidentofu cremig gerührt oder püriert verwendet.
- Tomatenmark: Um Bratlingen oder Burgerpatties die nötige Bindung zu geben, kann ein Esslöffel Tomatenmark als Bindungsgeber herangezogen werden.
- Avocados: Die Avocado kann als Ei-Alternative vor allem in deftigen Speisen genutzt werden. Sie schmeckt nicht nur als Avocado Mayonnaise sondern auch als Aufstrich oder einfacher Brotbelag.
- Backpulver: Um einen Teig aufzulockern und wenn es nicht um die fehlende Bindung geht, kann auch einfach Backpulver anstatt eines Eies herangezogen werden.

Wenn im Rezept nicht mehr als ein Ei als Zutat angeführt ist, kann man es auch ganz ohne Ei-Alternative probieren. Meist funktioniert es auch so!

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