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VGT warnt: auch österreichische Masthühner aus Massentierhaltung!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.06.2016)

Wien, 15.06.2016

Qualzuchten und nicht vorhandene Lebensqualität sorgen für Entsetzen

Die Masthuhnindustrie boomt! Immer mehr Menschen lassen das in Verruf geratene Schweinefleisch in den Regalen liegen und greifen im Supermarkt zu hygienisch abgepacktem Geflügelfleisch.

Leider ist an der Supermarkt-Theke nicht mehr zu sehen, welches Leid das Tier durchleben musste. So sind die Masthühner enorm auf Wachstum gezüchtet, dass sie innerhalb von 4-5 Wochen schlachtreif sind. Dabei erfolgt das Wachstum der Muskulatur unproportional zu anderen Körperstrukturen. Die Muskulatur, in dem Falle vor allem die Brust, wächst so schnell, dass die Knochen das hohe Gewicht nicht mehr halten können und brechen. Zudem verlagert sich der Körperschwerpunkt des Masthuhns nach vorne und am Ende der Mastperiode können sich viele Tiere nicht mehr fortbewegen. Wenn es die betroffenen Tiere zu keiner Futter- oder Trinkstation schaffen, sterben sie frühzeitig.

Die hohe Besatzdichte mit Tausenden Tieren pro Halle führt außerdem dazu, dass sich Infektionskrankheiten schnell ausbreiten können. Eine Behandlung der Tiere mit Antibiotika ist dann unvermeidlich.

Ein weiteres Problem betrifft die Hygiene im Stall. Aufgrund der hohen Besatzdichte ist ein regelmäßiges Ausmisten der Masthuhnhalle nicht möglich. Die Tiere stehen daher ihr ganzes Leben lang auf einer dicken Kotschicht, die unter anderem für schmerzhafte Verätzungen an Füßen und Brust verantwortlich ist und für eine enorme Geruchsbelästigung der Umgebung.

Noch vor einem Jahr wollte man in Österreich die ohnehin sehr hohe Besatzdichte bei Mastgeflügel nochmals erhöhen, speziell um 30% bei Masthühnern und um 50% bei Puten. Durch starke Proteste seitens des Tierschutzes konnte diese katastrophale Verschlechterung verhindert werden. Nun rühmt sich die Geflügelindustrie mit den „hohen Tierschutzstandards“ in Österreich, die sie aber letztes Jahr noch abgelehnt hat.

Konventionelle Betriebe, die in der Regel Tierfabriken sind, verkaufen ihre Produkte häufig unter dem AMA-Gütesiegel. Es ist das bekannteste Siegel in Österreich, welches jedoch keine Tierschutz-Standards garantiert, sondern lediglich gesetzliche Mindestanforderungen. So kommen Produkte aus tierquälerischer Haltung auf den Markt und können KonsumentInnen in die Irre führen, wenn diese sich unter dem AMA-Gütesiegel etwas anderes erwarten.

David Richter vom VGT dazu: "Wer Hühnerfleisch isst, sollte sich Gedanken machen über das Leben dieser Tiere, deren Transport und Schlachtung. Und dementsprechend dann weniger Fleisch essen und wenn dann keinesfalls aus konventioneller Haltung, auch wenn diese in Österreich durchgeführt wurde. Hühnerfleisch darf kein Billigprodukt bleiben, das oftmals als Lockmittel von Supermarktkonzernen herhalten muss."

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