Teilen:

Neue Recherche: Grausamer Tierexport

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.04.2017)

Wien, 27.04.2017

Jedes Jahr werden tausende österreichische lebende Rinder über die EU-Landesgrenzen hinaus per LKW oder Schiff exportiert. Zielländer sind z.B. die Türkei, der Iran, Ägypten oder der Libanon. Neue Recherchen zeigen nun, welch schrecklichen Qualen diese Tiere sowohl beim Transport als auch bei der Schlachtung ausgesetzt sind.

Skandal Rinderexporte

Bilder von fürchterlichen Lebendtiertransporten sind seit den 1990er Jahren im Zentrum der Kritik. Seither wurden aufgrund der intensiven Proteste immer wieder Verbesserungen versprochen oder vermehrte Kontrollen angekündigt. Neueste Bilder von Lebendtiertransporten, die über die EU-Grenzen hinausgehen, zeigen, wie unfassbar grausam diese Transporte nach wie vor sind und dass sie bisher Gesehenes an Brutalität sogar massiv übersteigen.

In vielen Zielländern dieser Exporte gibt es praktisch kein Tierschutzbewusstsein und somit auch keinerlei Vorschriften in Bezug auf den Umgang mit den Tieren. Auch in Österreich und anderen EU-Ländern herrscht vielfach große Tierquälerei und es gibt Zustände, die dringend einer Änderung bedürfen, aber nichts kommt auch nur annähernd dem gleich, was auf den neuen Recherchefilmen aus der Türkei, Ägypten, dem Libanon und vielen anderen Länder zu sehen ist.

Schiffstransporte

In einem für den Tourismus unbedeutenden Hafen in Kroatien befindet sich eine große Verladestation für Rinder, die per Schiff z.B. nach Ägypten weitertransportiert werden sollen. Die Transportschiffe sind riesig: Bis zu 18.000 Tiere werden in diese hineingepresst. Der Verladevorgang allein dauert schon bis zu 3 Tage, in denen die Versorgung der Tiere gar nicht oder sehr unzureichend stattfindet. Weltweit sind 250 Schiffe als Tiertransportschiffe registriert, wobei es sich meist um alte, umgebaute Autotransporter, Öltanker oder Containerschiffe handelt. Die Ausstattung in diesen Schiffen ist für Lebendtiertransporte völlig unzureichend, auch befindet sich meist kein Tierarzt oder geschultes Personal an Bord. Meist ist die Dichte an Tieren viel zu hoch, sodass eine adäquate Versorgung aller Tiere nicht gegeben ist und auch die Belüftung stark eingeschränkt ist. Nach kurzer Zeit stehen die Tiere bis zu den Knöcheln in Exkrementen, sind völlig mit Kot überzogen, und auch die Futtertröge sind stark verschmutzt. Krankheiten breiten sich aus und auch Verletzungen gehören zum Alltag. Viele Tiere überleben diese Tortur nicht und werden im Meer entsorgt.

Bis zu 15 Tage dauert die Fahrt per Schiff. Die Tiere, die den Transport per LKW, die lange Verladung und dann den Weitertransport per Schiff überlebt haben, werden entweder zur Zucht oder gleich zur Schlachtung weitertransportiert.

Die Schlachtvorgänge in Ländern ohne Tierschutzgesetz sind unfassbar brutal. Betäubung gibt es gar keine, den Tieren wird bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten. Da die meisten Arbeiter keine oder nur eine unzureichende Ausbildung, oft sogar Angst vor den Tieren haben, wird oft mehrfach geschnitten, von links und rechts, immer wieder wird in den Hals gestochen und geschnitten, eine unfassbare Quälerei. Maßnahmen, um Tiere am Weglaufen zu hindern, sind das Durchschneiden der Fußsehnen oder das Herausdrücken der Augen. Auf einigen Videos sieht man, wie sich mehrere Männer auf ein Rind setzen, um es so zu Boden zu drücken, während immer wieder in den Hals geschnitten wird.

Andere Rinder werden auf einem Bein aufgehängt und dann geschlachtet oder mit Werkzeugen auf den Boden gedrückt. Solche Szenen sind keine Ausnahmen, sondern normaler Alltag in Ländern, in denen keine Tierschutzvorgaben existieren.

Auch die Tiere, die als Zuchtrinder verkauft werden, landen nach relativ kurzer Zeit im Schlachthof und erleiden das gleiche Schicksal.

Völlig illegal

Sowohl der fürchterliche Transport als auch die Bedingungen am Zielort sind völlig inakzeptabel. EU-Vorgaben hören nicht bei der Außengrenze auf, sondern müssen bis zum Zielort eingehalten werden, was bei den katastrophalen LKW- und Schiffstransporten in keinster Weise passiert. Aber auch die Situation in den Zielländern kann so nicht hingenommen werden. Solange keine ausreichenden Tierschutzbestimmungen eingehalten werden, ist es völlig unmöglich, dass Österreich in diese Länder exportiert, egal ob Zucht- oder Schlachtrinder. EU-weit gibt es Bestrebungen und Petitionen, diese Lebendtiertransporte zu unterbinden oder zumindest deutlich zu verbessern. In Österreich fordern wir, Exporte aus dem EU-Raum hinaus sofort zu stoppen. Dieses extreme Maß an Tierquälerei darf nicht auch noch einen rot-weiß- roten Stempel tragen.

11.09.2026, Klagenfurt

Einladung Klagenfurt: 2 Personen 11 Std auf Schweine-Vollspaltenboden

Einer der Tierschützer:innen wird auf einem klassischen Vollspaltenboden sitzen, der 2034/2038 verboten wird, die andere auf der Neuversion des Vollspaltenbodens, die kein Ablaufdatum hat

10.09.2026, Färöer

Waljagd auf den Färöer-Inseln: VGT spricht mit Walfänger

Heuer wurden schon über 800 Grindwale auf den Färöer-Inseln massakriert – die zu Dänemark gehörende Inselgruppe beruft sich auf Tradition

09.09.2026, Wien

Noch immer kein Schweine-Vollspaltenbodenverbot: VGT-Protest beim Ministerrat

Der VGT erinnert die Regierung daran, dass im Tierschutzgesetz festgelegt ist, dass es ab Ende 2026 einen neuen Mindeststandard für die Haltung von Schweinen geben muss

08.09.2026, Wien

Pferde leiden weiter in der Hitze. Über 100.000 Menschen kämpfen gegen Fiaker in der Innenstadt

Tierschutzorganisationen fordern runden Tisch: Damit im kommenden Jahr keine Pferde mehr unter Hitze, Verkehr und Stress in der Wiener Innenstadt leiden müssen

01.09.2026, Wien

Hunderte Tierschützer:innen bei Demozug gegen Tiertransporte in Wien

Am Samstag, den 29. August 2026, den Welttag für das Ende des Speziesismus, marschierten etwa 200 Tierschützer:innen über die Wiener Mariahilfer Straße, um gegen qualvolle Tiertransporte zu demonstrieren.

01.09.2026, Wien

VGT trauert um Legehennen-Pionier Toni Hubmann

Toni Hubmann war Vorreiter in der Legehennenhaltung, auf ihn gehen die strukturierte Weide, das Ende des Schnabelkupierens, das Sandbad, der Wintergarten und die Einstreu-Nester zurück

31.08.2026, Dalsbu, Island

VGT präsentiert aktuelle Fotos von letzter Pelzfarm in Island – fordert Ende

12.000 amerikanische weiße und schwarze Nerze in winzigen Drahtgitterkäfigen – in Österreich kam bereits 1998 das weltweit erste Pelzfarmverbot und löste europaweit Verbote aus

28.08.2026, St. Pölten-Land

400 Menschen versammeln sich gegen Tierquälerei in Traismauer

Überwältigendes Signal in Traismauer, NÖ, aus der Bevölkerung: Tierleid darf nicht länger toleriert werden