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Pferde bei der Polizei: Was hat die FPÖ da nur geritten?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (09.01.2018)

Wien, 09.01.2018

TierschützerInnen empört über den Vorschlag einer berittenen Polizei

Pferde sollen künftig bei Polizeieinsätzen genutzt werden, um den Menschen durch die erhöhte Position des Polizisten Respekt einzuflößen. Was klingt wie ein schlechter Scherz ist tatsächlich ein Vorschlag, der gerade in Wien diskutiert wird. Eingebracht wurde diese Idee ausgerechnet von der selbsternannten „Tierschutzpartei“ FPÖ, die sich in der Vergangenheit immer gegen Fiaker ausgesprochen hat. Doch plötzlich scheint das Wohl der Tiere nicht mehr so wichtig für die PolitikerInnen zu sein.

Beispiele aus anderen Ländern zeigen, wie wahnwitzig die Idee einer berittenen Polizei ist. Allein die hohen Kosten, die sich aus der Anschaffung und Haltung der Tiere, der Ausbildung der Pferde (in Deutschland dauert die Basisausbildung 3-6 Monate), der Ausbildung der Polizisten (in Deutschland ist das z.B. eine sechsmonatige Spezialisierung) und dem laufendem Betrieb ergeben, von den Reinigungskosten für die Hinterlassenschaften der Pferde gar nicht zu sprechen. Und wofür das alles? Eine berittene Polizei bietet keinen nennenswerten Sicherheitsvorteil, im Gegenteil gibt es zahlreiche schaurige Geschichten über Unfälle mit Polizeipferden.

So kam es beispielsweise bei einer Demonstration in Hamburg (2015) dazu, dass ein Pferd einen Demonstranten mit dem Huf ins Gesicht traf, wobei sich dessen Sonnenbrille unterhalb des Augapfels in sein Gesicht bohrte und dort stecken blieb. Bei einem anderen Fall in Deutschland reichte das Bellen eines Hundes aus, dass das Pferd erschrocken davon galoppierte und die Beamtin schwer verletzte. Auch für die Pferde birgt der Einsatz bei der Polizei viele Gefahren. Bei einem Fall in den USA erschrak ein Pferd sich vor einem vorbeifahrenden Betonmischer so sehr, dass es auf die Fahrbahn flüchtete und von einem Auto tödlich verletzt wurde. Denn Pferde sind nun einmal Fluchttiere, die im Straßenverkehr nichts verloren haben. Die Tiere können immer außer Kontrolle geraten und sich selbst oder Menschen dabei verletzen. Außerdem ist die Ausbildung zum Polizeipferd sicher keineswegs artgerecht für das Tier. Beinahe 14.000 Menschen haben die Petition des VGT gegen Fiaker unterschrieben und wünschen sich keinen Einsatz von Pferden mehr in der Stadt. Eine berittene Polizei wäre ein Rückschritt für Wien und ein Armutszeugnis für die Tierschutzpolitik der neuen Regierung. Pferde raus aus der Stadt!

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