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Polizei-Pferde: Gefahr für Mensch und Tier

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (22.02.2018)

Wien, 22.02.2018

Laufend Verletzungen beim Einsatz von Polizei-Pferden. Trotz herber Kritik von allen Seiten und Zweifel von Polizei-Sprecher_innen peitschen FPÖ und ÖVP das Projekt durch.

Gerne werden Länder wie Deutschland oder England als Vorbilder genannt. Doch hat sich Innenminister Kickl mehr dem eigenen Reit-Traum gewidmet als den unzähligen Fällen von Verletzungen von Menschen und Pferden beim Einsatz der berittenen Polizei in diesen Ländern, wie es scheint.

Personenschaden

2017 wurde ein Polizist während des Einsatzes bei einem Fußballspiel in Karlsruhe, Deutschland, von seinem eigenen Pferd angegriffen und am Kopf verletzt.

Bei einer Demonstration in Hamburg verliert eine Polizistin die Kontrolle über ihr scheuendes Pferd. Es bricht aus und überrennt einen jungen Mann, der unbeteiligt neben dem Demo-Zug saß. Er wird von den Hufen am Kopf getroffen, wodurch sich seine Sonnenbrille in seine Wange bohrt. Es gibt auch ein Video zu dem Vorfall online.

2015 erschreckte ein Hund zwei Polizei-Pferde, eines lieft mit seiner Reiterin im schnellen Galopp davon. Die Polizistin stürzte und wurde verletzt.

In Malmö, Schweden, wurden 2014 zehn Teilnehmer_innen einer Anti-Nazi-Demo verletzt, als die Polizei in vollem Tempo in die Menge ritt – ein Manöver, das als Kavallarieschock bezeichnet wird. Viele Demonstrat_innen konnten nicht rechtzeitig zur Seite springen und wurden niedergetrampelt. Es gibt auch ein Video des Vorfalls.

Bei einem Fußballspiel in England 2013 ritt ein Polizist einen Ordner am Fußballplatz nieder, ein zweites Pferd stieg auf den am Boden liegenden Mann. Er wurde an der Schulter verletzt. Auch zu diesem Vorfalls gibt es ein Video.

Ein 78-Jähriger wurde 2008 in San Francisco, USA, von einem scheuenden Polizei-Pferd getötet, nachdem sich ein Plastiksack im Zaumzeug des Tieres verfangen hatte und das Pferd deswegen durchging.

In Stuttgart stürzte ein Polizei-Pferd 2006 und begrub sechs Passant_innen unter sich. Drei davon mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.

Verletzte Pferde

Auch für die Pferde selbst birgt jeder Einsatz ein hohes Verletzungsrisiko. Besonders bei Fußballspielen und den darauffolgenden Ausschreitungen häufen sich die Meldungen über verletzte Pferde. 2015 wurde ein Pferd im Einsatz von einem Mülleimer verletzt, der von einem aufgebrachten Fan geworfen wurde.

Immer wieder werden Pferde an den Beinen verletzt (2017), erleiden Schnittwunden (2013), oder werden auf andere Weise verwundet (2017) wie auch bei einem Fussballspiel in Dresden (2014). Auch der Transport der Tiere (2010) zu den Einsatzorten birgt Gefahren durch Verkehrsunfälle.

2002 wurden bei einem Fußballspiel in England sogar 26 der 34 eingesetzten Pferde verletzt, eines davon beinahe tödlich.

Besonders tragisch sind jene Fälle, die für die Pferde mit dem Tod enden. 2004 starb ein Polizei-Pferd beim Einsatz während eines Fußballspiels in Hannover, als es beim Rückwärtsgehen durch eine Schaufensterscheibe brach. 2015 starb die Stute Charlotte in Housten, USA, nachdem sie von einem LKW angefahren wurde.

Pferde gehen nicht freiwillig zu diesen Einsätzen. Anders als die menschlichen Polizist_innen haben sie keine Wahl. Sie dennoch einem solchen Risiko auszusetzen kann nicht als verantwortungsvolle Tierliebe gesehen werden, sagt Aktivistin und ehemalige Reiterin Lena Remich.

Pferde sind Fluchttiere – es ist völlig klar, dass es immer wieder zu Fällen von verletzten Beamt_innen und Zivilist_innen kommen wird, solange Pferde gegen Menschen eingesetzt werden. Pferde sind sanfte, friedliche Tiere, die auf Wiesen laufen wollen – keine Polizei-Hilfsmittel oder -Waffen, erklärt Tierschutz-Referentin Ines Haider.

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