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Nerze aus litauischen Horror-Pelzfarmen werden auch nach Österreich verkauft

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (31.10.2018)

Wien, 31.10.2018

Im Sommer wurden furchtbare Bilder aus litauischen Skandal-Pelzfarmen veröffentlich. Noch leben diese Tiere, doch nun beginnt die „Pelzernte“. Die Nerze werden über die nächsten Wochen getötet.

Klaffende Wunden, Kannibalismus, völlig apathische Tiere: das zeigen die schockierenden Bilder der litauischen Tierschutzorganisation Tušti narvai (übersetzt Offene Käfige), die bisher nie dagewesenene Grausamkeiten zu Tage fördern.

Videos der Tierschützer_innen zeigen, wie jungen Nerzen von ihren eigenen Familienmitgliedern bei lebendigem Leibe Fleischstücke herausgerissen werden. Verzweifelt versuchen die Tiere, aus ihren Käfigen zu entkommen. Ihre offenen Wunden entzünden sich und werden nicht behandelt. Dementsprechend viele tote Tiere finden sich inden Käfigen.

Manche der Tiere waren zum Zeitpunkt der Aufnahmen erst wenige Tage alt.

Pelz-Petition unterschreiben

Video auf englisch von Open Cages

Diejenigen Tiere, die diese Zustände irgendwie überlebt haben, fallen nun der sogenannten Pelzernte zum Opfer. Das ist die Zeit, in der die Tiere getötet werden und ihnen der Pelz abgezogen wird. Ihr leidvolles Leben endet mit einem grausamen Tod.

Litauen ist einer der größten Pelzproduzenten Europas. In Österreich dank intensiver Kampagnenarbeit des VGT bereits seit Jahrzehnten undenkbar, werden dort über zwei Millionen Nerze jährlich getötet. Über europäische Auktionshäuser kann der litauische Tierqual-Pelz auch in österreichischen Geschäften landen.

Bereits 2016 gab es eine ähnliche Aufdeckung über die grausamen Zustände in litauischen Pelzfarmen, doch die neuen Aufnahmen, die noch ganz junge Nerze zeigen, überbieten alles bisherige noch einmal an Grausamkeit. Einige Tierschutzorganisationen haben daher sogar von einer Veröffentlichung abgesehen.

Normalerweise leben Nerze als Einzelgänger. Die Nähe zu Artgenossen und insbesondere, mit mehreren anderen Nerzen zusammen in einem engen Käfig eingesperrt zu sein, bedeutet unglaublichen Stress für die Tiere. Dies führt zu abnormen Verhaltensweisen. Aggressionen und Kannibalismus sind keine Seltenheit. Außerdem verbringen Nerze in der Natur den Großteil ihres Lebens im Wasser. In Pelzfarmen wird ihnen diese natürliche Verhaltensweise verwehrt.

Einziger Lichtblick für künftige Generationen an Nerzen: am Montag wurde im Litauischen Parlament ein Gesetzesentwurf für ein Pelzfarmverbot eingebracht. In Belgien, Tschechien und Norwegen wurden seit kurzem ähnliche Pelzfarmverbote erlassen.

VGT-Pelzcampaigner Georg Prinz erklärt: Nachdem dieses Tiere monatelang unter lebensfeindlichen Bedingungen in engen Drahtgitterkäfigen ihr Dasein fristen mussten, werden die Überlebenden bereits im November durch Vergasung getötet. Solange in Österreich immer noch Pelz verkauft wird, wird auch Pelz aus solchen Horror-Pelzfarmen in Österreich landen. Wir hoffen sehr, dass sich Litauen an Österreich ein Beispiel nimmt und diesem Tierleid bald ein Ende setzt. Auch ein Importverbot solcher Pelze für Österreich muss diskutiert werden.

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