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Österreich, am 13.12.2018

Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

Jedes Jahr aufs Neue müssen Tierschutzvereine und Tierheime mit einer mehr oder weniger großen Flut an neuen Vergabetieren in der Zeit nach Weihnachten rechnen. Der Grund? Hunde, Katzen und andere Tiere werden unüberlegt als Geschenke angeschafft und in den Wochen und Monaten danach in Tierheimen abgegeben.

Tiere sind Familienmitglieder

Anders als Spielzeuge haben lebende Tiere Bedürfnisse und Ansprüche an ein gutes Leben. Sie können sich freuen oder aber an Beschäftigungsmangel und schlechter Haltung leiden. Wer Tiere in seinem Haushalt aufnimmt, der übernimmt Verantwortung für sie! Kinder können allenfalls helfend einen Beitrag leisten, doch müssen sich Erwachsene bewusst sein, dass sie sich letztendlich täglich für Jahre oder gar Jahrzehnte um ein weiteres Familienmitglied kümmern müssen.

Tierheime nach Weihnachten stark belastet

Oft werden Hunde, Katzen und Co. leider besonders zu Weihnachten sehr unüberlegt aufgenommen. Kinder betteln um tierischen Familienzuwachs und Eltern willigen ein, wenn die Kinder versprechen, sich um die Tiere zu kümmern. Die Realität sieht leider oft anders aus. „Wie es auch bei anderen Geschenken oft der Fall ist, verliert das Kind schnell den Spaß und das Interesse an dem Tier. Ein Spielzeug landet dann einfach nach kurzer Zeit in irgendeiner Ecke. Ein Tier jedoch bedeutet, eine große Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Und kann nicht einfach in die Ecke gelegt werden“, so Clemens Giselbrecht vom Vorarlberger Tierschutzheim. So landen viele Tiere in den österreichischen Tierheimen. Auch beim Landestierschutzverein Steiermark merkt man bis in die Energieferien im Februar erhöhte Abgabezahlen bei allen Tierarten.

Jeder Familienverlust bedeutet Schmerz

Besonders für menschenbezogene Tierarten wie Hunde oder Katzen ist jede Abgabe mit Leid und Stress verbunden. Nicht nur verlieren die Tiere ihr gewohntes Umfeld, sondern auch die für sie so wichtigen Bezugspersonen. „Für sozial lebende Tiere sind wir Menschen sehr schnell Teil der Familie – meist haben sie niemanden sonst. Eine Abgabe bedeutet unweigerlich das Zerreißen dieser Familie, was für die Tiere sehr schmerzlich ist. Sie können ja nicht verstehen, warum ihre Familie sie plötzlich verlassen hat,“ erklärt Tierschützerin Sandra Pfister vom VGT.

Adopt, don’t shop

Grundsätzlich warten in ganz Österreich unzählige Hunde, Katzen und andere Tiere in den Tierheimen auf ein neues Zuhause. Jede Aufnahme eines neuen Familienmitglieds muss jedoch sehr gut überlegt sein. Zuchten sehen einige Tierschützer_innen kritisch: „Es gibt bereits sehr viele Tiere, die keine Familie haben und adoptiert werden wollen – vom Welpen zum älteren Tier, vom begeisterten Bewegungsjunkie zum ruhigen Couchpotato. Es müssen wirklich nicht noch mehr Tiere gezielt gezüchtet werden,“ wünscht sich Aktivistin Lena Remich.

Tierleid verursachende Traditionen zurückweisen

Nicht nur Tiergeschenke zu Weihnachten sehen Tierschützer_innen kritisch. "Leider gibt es in Österreich sehr viele Feiertags-Bräuche, wo das immer noch gemacht wird. Zu Ostern werden Kücken verschenkt oder es gibt auch die Tradition, lebende Schweine bei Veranstaltungen als Gewinn zu verlosen. Das soll man nicht tun, diese Tiere landen häufig im Tierschutz, das ist nicht lustig für das Tier. Auch Tiere als „Aufputz“ oder „Dekoration“, z.B. auf Ostermärkten, wo kleine Häschen unter schrecklichen Bedingungen in winzige Glaskästen gesteckt werden, sind eine Qual für Tiere", so Madeleine Petrovic vom Wiener Tierschutzverein.

Kindern Tierliebe richtig vermitteln

Wenn Tiere als Geschenke weitergereicht werden, lernen Kinder daraus, dass Tiere Waren seien, die gekauft, besorgt und auch einfach wieder weitergegegeben werden können. Kinder sollten aber lernen, Tiere als eigenständige Persönlichkeiten und Familienmitglieder zu respektieren. Tiere als Weihnachtsgeschenke kommen da nicht in Frage - deshalb haben einige Tierheime ihre Türen in der Weihnachtszeit oder zu Silvester verschlossen. "Auch wir vergeben in der Zeit vor Weihnachten (ca. 2 Wochen zuvor) bis 6.1. keine Tiere", erklärt Kristin Müller vom Tierschutzverein für Tirol. "Wenn man es sich wirklich gut überlegt, ein Haustier aufzunehmen, jedes Familienmitglied damit einverstanden ist und man sich der Verantwortung bewusst ist, dann sollte es auch kein Problem sein, sich ein Tier zu einem anderen Zeitpunkt zu sich zu holen."

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