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EU-Forderung zu Tiertransporten – auch Österreich in der Pflicht

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.02.2019)

Wien, 15.02.2019

In einer Entschließung im EU-Parlament wurde mehrheitlich eine Neuausrichtung im Thema Tiertransporte gefordert. Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN mahnt auch Österreich zu Änderungen.

Es werden bessere und vermehrte Kontrollen gefordert, generell eine Reduktion und Verkürzung von Tiertransporten und auch strengere Strafen bei Übertretungen. Als wichtige Schritte in die richtige Richtung sind diese Forderungen zu sehen – nicht zuletzt die in letzter Zeit aufgedeckten Tiertransport-Skandale in Österreich beweisen die Dringlichkeit.

Export und Import von Tieren auch in Österreich

Während zahlreiche Schweinemastanlagen in Österreich mit Ferkeln aus dem Ausland beliefert werden, schickt Österreich mehrere Zehntausend Kälber aus der Milchproduktion zur Mast nach Spanien, Italien und andere Länder. Die Qual der kleinen Kälbchen beschäftigt so seit Monaten die Vorarlberger Politik und Öffentlichkeit, erzählt Tobias Giesinger, VGT-Kampagnenleiter in Vorarlberg. Die Probleme dieser grenzüberschreitenden Transporte wurden von der gemeinsamen Agrarpolitik der EU und den Verantwortlichen in Österreich lange Zeit ignoriert. Oft wird bei Übertretungen der Fahrtzeiten oder Nichteinhaltung der Pausen für die Tiere um die Zuständigkeit gestritten, statt gesetzeskonforme Zustände im Sinne der Tiere schnellstmöglich herzustellen. Kleine Ferkel oder Kälber durch halb Europa zu schicken, bloß weil die Mast in diesen Regionen günstiger ist oder die Jungtiere aus riesigen Zuchtanlagen billig angekauft werden können, muss dringend hinterfragt werden.

Innerstaatliche Transporte in der Kritik

Erst vor wenigen Tagen deckte der VGT einen niederösterreichischen Tiertransport auf, der regelmäßig mit Schweinen beladen – teils ohne Lenker_in – für mehrere Stunden auf Parkplätzen abgestellt wurde. Die Schweine wurden von Masten in Niederösterreich zu einem Schlachthof im Norden des Bundeslandes gebracht. Bei einer reinen Fahrtzeit von maximal zwei bis drei Stunden wurden die Tiere fast viermal so lang einfach über Nacht in den engen Transportern abgestellt – vermutlich sogar ohne Wasserversorgung. Die Gesamttransportzeit betrug deswegen teilweise bis zu 12 Stunden – und das innerhalb Niederösterreichs! Diese qualvolle Praxis blieb offenbar viel zu lange unentdeckt. Es muss dringend etwas passieren, damit das in Zukunft verhindert wird, schildert Giesinger.

Bestehende Gesetze gebrochen

Neue und strengere gesetzliche Regelungen haben nur dann Erfolg, wenn die Einhaltung dieser sichergestellt werden kann. Die Problematiken um Kälbertransporte, illegale Transportverzögerungen oder auch die Beförderungen in Drittstaaten zeigen, dass selbst die bestehenden Gesetze viel zu oft missachtet oder fehlinterpretiert werden. Österreich darf die Verantwortlichkeit nicht immer an die EU weiterschieben, sondern muss auch selbst aktiv werden, so Giesinger. Eine bessere Vernetzung und noch genauere Schulung der Polizei in den einzelnen Bundesländern, Schwerpunktschulungen für Amtstierärzt_innen oder auch verstärkte Kontrolle bei der Zulieferung an Schlachthöfe, könnten die Lage verbessern – vorausgesetzt die Strafen bei Übertretungen sind hart genug, um Wiederholungstat zu verhindern.

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