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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (29.04.2019)

Salzburg, am 29.04.2019

Jetzt muss es ernst werden: Kälbertransport-Reform überfällig

Ganztägige Proteste für Veränderungen der Transportpraxis im Haupt-Kälberexport-Bundesland Salzburg

Mehr als 70.000 Rinder – in erster Linie junge Kälber – wurden 2017 von Österreich aus in andere EU-Staaten zur Mast transportiert. Die allermeisten davon nach Italien und Spanien. Mehr als 34.000 Tiere wurden dabei über Salzburg abgefertigt. Hier fanden sich am heutigen Montag, 29.04.19, deswegen an verschiedenen Orten Tierschützer_innen für Proteste ein.

Konkret bedeutet die derzeitige Transport-Praxis für die Kälber: mehrstündige Transporte aus ganz Österreich nach Bergheim, rund 10-stündige Wartezeit in den Hallen der Sammelstelle, langwierige Beladung hunderter Tiere pro Langstrecken-LKW, wie vom VGT bewiesen mehr als 19-stündige Beförderungen (gesetzlich sind nur 19 Stunden maximale Dauer erlaubt), unzureichende Versorgung auf den Transportern, in vielen Fällen Ankunft an weiteren Sammelstellen und schließlich oft mehrstündiger Transport zu den eigentlichen Mastanlagen.

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN (VGT) zeigte das Tierleid dieser Praxis zuletzt nach der Verfolgung eines Transporters von Bergheim nach Spanien auf. Die Tierschützer_innen kritisieren unter anderem die zu lange Beförderungszeit, die mangelnde Versorgung mit Milch oder Milchaustauscher während des Transports und die fehlerhaften Angaben der Bestimmungsorte in den Transportdokumenten.

Zumindest Letzteres wurde in Salzburg und anderen Bundesländern nun teilweise behoben. Nach Bozen, eine Sammelstelle in Italien, sollen Kälber nur mehr mit korrekter Angabe des tatsächlichen Bestimmungsortes transportiert werden. Für die Sammelstelle in Vic, die bisher das Hauptziel der Transporte aus Bergheim nach Spanien war, soll das aber nicht gelten. Für VGT-Campaigner David Richter nicht nachvollziehbar: EU-Gesetz muss eingehalten werden. Die unterschiedliche Vorgehensweise im Fall von Bozen und Vic – und vielen anderen Sammelstellen in anderen Ländern – lässt sich rational nicht begründen und entspricht zudem nicht den gesetzlichen Vorgaben.

Die Kritik der mangelnden Versorgung bleibt erhalten und von den Verantwortlichen unbeantwortet. Erst wenige Wochen alte Kälber können als Nahrung nur Kuhmilch zu sich nehmen, selbst Wasser vertragen sie nur in geringeren Mengen. Milch oder Milchaustauscher kann allerdings in den am Markt befindlichen Transportern nicht in die Tränksysteme gefüllt werden.

Richter geht noch weiter: Selbst wenn in den Tränken Milch wäre, kann nicht von der vorgeschriebenen Versorgung der Tiere ausgegangen werden, da diese Saugkälber meist händisch zu den Tränknippeln geführt werden müssen. Zudem reicht die Anzahl der Tränkvorrichtungen in den LKWs nicht aus, um eine ausreichende Versorgung der mehreren hundert Kälber pro Transporter zu bewerkstelligen. Gegenteilige Aussagen seitens der Salzburger Behörden entsprechen nicht der gängigen Expert_innen-Meinung.

Richter, der selbst vor Ort in Salzburg an den Protesten teilnahm, abschließend: Langsam kommt Bewegung in die Sache. Wir werden mit der breiten Unterstützung aus der Bevölkerung alles daransetzen, die Situation für die Kälber tatsächlich zu verbessern. Halbgare Vorschläge, die in Wirklichkeit nichts ändern, werden wir nicht akzeptieren. Bereits 113.000 Menschen haben durch die Unterfertigung unserer Petition gezeigt, dass auch sie genug haben vom Leid, das die Kälber tagtäglich erfahren müssen.

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