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VGT zeigt „Weißen Zoo“ an

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (26.06.2019)

Kernhof, 26.06.2019

Zahlreiche Gesetzesverstöße, schlechte Tierhaltung: Kameltheater in Kernhof ist kein Ausflugsort für Tierfreund_innen

Viel zu kleine Gehege, fehlender Unterschlupf, nicht artgerechte Unterbringung: Tierschützer_innen mussten bei einem Besuch des Weißen Zoos in Niederösterreich erschreckend viele Missstände dokumentieren. Einige wurden auch bei den Behörden zur Anzeige gebracht.

Das Kameltheater gilt als beliebtes Ausflugsziel in der Region, der Zoo wirbt regelmäßig mit seinen einzigartigen Züchtungen exotischer Tiere. Auch Society-Größen lassen sich gerne mit den Tieren ablichten und werben für Pat_inn_enschaften. Dass sich hinter dieser Marketing-Offensive immenses Tierleid verbirgt, erkennen echte Tierfreund_innen allerdings sofort. Die Tiere haben viel zu wenig Platz, liegen apathisch herum, sind gestresst von dem Lärm der Besucher_innen. So geht man nicht mit fühlenden Lebewesen um, zeigt sich VGT-Mitarbeiterin Heidi Lacroix schockiert. Zudem ist der Weiße Zoo immer wieder auch medial in der Kritik. Mehrmals wurden Inzucht-Vorwürfe von verschiedenen Tierschutzorganisationen, unter anderem EndZoo, laut.

Dass einige der Tiere vom lebenslangen Eingesperrt-Sein bereits Verhaltens-Stereotypien an den Tag legen, zeigt folgendes Video:

Nebst der nicht tierfreundlichen Haltung werden manche Tiere zusätzlichem Stress bei Licht- und Feuerwerk-Shows ausgesetzt. Immer wieder scheuen Tiere und versuchen, dem Druck durch das laute Publikum zu entkommen. Die Stimmung war für mich unerträglich. Ein Kamel hatte scheinbar eine Wunde am Bein, und musste trotzdem auftreten, ein anderes hatte meiner Wahrnehmung nach einen sogenannten Kipphöcker, der auf Wasser- oder Nährstoff-Mangel hindeutet, beschreibt Heidi Lacroix das Geschehen.

Besonders perfide: manche Gehege sind auf dem engen Gelände so gruppiert, dass Tierarten Käfig an Käfig ihr Dasein fristen, die in der Natur Fressfeinde sind. So müssen die Kaninchen in andauerndem Sichtkontakt zu Schneeeulen leben, Meerschweinchen-Gehege grenzen an die Nebelparder an. Für Tiere bedeutet das immensen Stress und möglicherweise permanente Todesangst.

Immer wieder muss der VGT in Zoos und Tierparks in ganz Österreich Gesetzesverstöße feststellen. Dabei sind die gesetzlichen Mindeststandards für die eingesperrten Wildtiere ohnehin schiere Quälerei. Tiere, die in Freiheit in Revieren von vielen Quadratkilometern leben, sind in Käfige von wenigen Quadratmetern gepfercht. Als artgerecht ist das nicht zu bezeichnen.

Es gibt in Österreich zahlreiche vegane Lebenshöfe, die Tieren ein wirklich gutes Leben ermöglichen. Wer Exot_innen und seltene Wildtiere sehen möchte, ist eingeladen, sich eine Dokumentation im Fernsehen anzusehen oder durch echte Natur und Wildnis zu streifen – solche Erlebnisse mit Tieren in Freiheit sind viel wertvoller als der Besuch eines Tierparks, der nur traurige Tiere in Gefangenschaft ausstellt.

 

Mehr über Zoos: vgt.at/zoo

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