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Schon wieder: Tierschützer auf FPÖ-PK mit Forderung Vollspaltenverbot Schweine

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (13.09.2019)

Wien, 13.09.2019

Abstimmung über Verbot von Vollspaltenboden in der Schweinehaltung und verpflichtende Stroheinstreu bereits am 19. September: FPÖ will Stroh für Schweine verhindern!

Der VGT wird nicht müde, es zu wiederholen: 90 % der Schweine Österreichs müssen ohne Stroh leben, 60 % der Schweine auf betonharten Vollspaltenböden. Eine Gallup-Umfrage hat ergeben, dass sage und schreibe 96 % (!) der Österreicher_innen wollen, dass Schweine Stroh bekommen. Doch ein entsprechender Antrag der Liste JETZT wurde nicht nur von der ÖVP, von der man nichts Anderes gewöhnt ist, sondern auch von der FPÖ abgelehnt. Am 19. September wird der Antrag erneut abgestimmt. Doch die FPÖ, die sich bisher immer als tierfreundlich zu präsentieren versucht hat, kündigte bereits an, erneut dagegen zu stimmen. Das ist ein Verrat an den Tieren, meinen zahlreiche Tierschützer_innen in Österreich. Zwei davon nahmen eine Pressekonferenz der FPÖ heute in Graz zum Anlass, um darauf hinzuweisen. Sie hielten ein Foto von einem Schwein auf Vollspaltenboden und ein Transparent mit der Aufschrift Die FPÖ hat die Tiere verraten.

Herbert Kickl, der bei der Pressekonferenz gerade am Wort war, als die Tierschützer kamen, verglich sich mit einem auf Vollspaltenboden leidenden Schwein, indem er sagte, dass die Aktionen der Tierschützer für ihn ebenso quälend seien, wie der Vollspaltenboden für die Schweine. Das Anliegen sei zwar löblich, so der FPÖ-Politiker weiter, aber dafür müsse es eine eigene Veranstaltung geben. Ob er die allerdings noch vor der Abstimmung abhalten wolle, ließ er offen. Tierschützer_innen werden weiterhin die FPÖ konfrontieren, weil Norbert Hofer im Vorfeld gab klar für ein Verbot von Vollspaltenböden eingetreten ist, und jetzt plötzlich eine Kehrtwendung um 180 Grad vollzieht. Mit der Zustimmung der FPÖ würde das Verbot sofort Gesetz und würde innerhalb von 10 Jahren in Kraft treten. Lange genug, um der Schweineindustrie den Umstieg zu ermöglichen, wie Expert_innen bestätigen.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: An der parlamentarischen Politik schreckt diese Leichtigkeit ab, wie Parteien ihre Meinung ändern, zuerst das Eine versprechen und dann das Gegenteil tun. Und das, ohne auch nur rot zu werden vor Scham. Die Wähler_innen – und in diesem Fall auch die Schweine – werden verraten und verkauft. Anlässlich der Diskussion um Parteispenden muss man die Staatsanwaltschaft bitten zu untersuchen, ob vielleicht Gelder von Tierindustrie-Lobbyist_innen an die Parteien fließen, die dann deren Zustimmung oder Ablehnung gewisser Gesetze beeinflussen. Warum wird ein Gesetz abgelehnt, das über 90 % der Menschen in Österreich wollen? Warum geht im Tierschutz so wahnsinnig wenig weiter? Nur die eiskalten Profitinteressen der Tierindustrie stehen einem Fortschritt im Weg!

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