Teilen:

VGT Stellungnahme: geplante Reform des Jagdgesetzes im Burgenland zu begrüßen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (21.11.2019)

Eisenstadt, 21.11.2019

Es ist wissenschaftlich bestätigt, dass das Aussetzen von Zuchttieren für die Jagd keinen Bestand stützen kann und Tierquälerei ist – ¾ der Menschen sind für ein Verbot!

Momentan erlaubt das Burgenländische Jagdgesetz das Aussetzen von heimischen Wildtieren für die Jagd ohne jede Begrenzung. So könnte man auch gezüchtete kapitale Rothirsche für das eigene Jagdrevier anliefern lassen, oder eben zig tausende Enten und Fasane aus Massentierhaltung ankaufen, was vom Nordburgenland im Gebiet der Leitha bis nach Güssing im Südburgenland bei Mensdorff-Pouilly hemmungslos geschieht. Landesrätin Eisenkopf hat nun ein Verbot dieser Praxis im Jagdgesetz in Begutachtung geschickt. Der VGT hat dazu offiziell Stellung genommen:

Zur Stellungnahme des VGT

Ökologisch gesehen kann das Aussetzen von Tieren aus Massentierhaltung insbesondere bei Fasanen, Enten, Rebhühnern und Hasen keinen natürlichen Bestand stützen. Zu diesem Ergebnis kam nicht nur das Fachgremium der Bundesregierung, der Tierschutzrat, sondern auch Prof. Hackländer vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur1. Vom Standpunkt des Tierschutzes ist das Aussetzen schwere Tierquälerei, wie ebenfalls der Tierschutzrat, aber auch ein Fachgutachten2 des anerkannten Ornithologen Dr. Hans Frey von der Greifvogelstation Haringsee bestätigt. Zusätzlich belegt eine IFES Umfrage, dass über 70 % der Menschen sowohl in Österreich als auch im Burgenland für ein Verbot dieser Praxis sind.

VGT-Obmann Martin Balluch: In Werbeeinschaltungen in Lokalzeitungen schwadroniert die konventionelle Jägerschaft davon, dass mit dem Verbot ‚Radikalveganern‘ nachgegeben würde. Dabei zeigt eine repräsentative Umfrage von IFES, dass sogar 61 % der Jäger_innen für ein Verbot der Aussetzerei und der damit verbundenen infantilen Abschießbelustigungen sind. Das Burgenland würde mit dem Verbot den Landesregierungen von Vorarlberg, Salzburg und Wien folgen und ist damit in guter Gesellschaft. Wir hoffen sehr, dass nicht noch Interventionen der politisch bestens vernetzten Jägerschaft dieses vernünftige Gesetz zu Fall bringen!

Protest

Die First für eine eigene Stellungnahmen ist am  28.11.2019 abgelaufen.

Nach dem 28.11. können weiterhin Protest-Mails an die bgld. Landesrätin für Jagd, Mag.a Astrid Eisenkopf, gesendet werden! astrid.eisenkopf@bgld.gv.at

Wichtig: exakte Angabe des Titels des Gesetzesentwurfes („Entwurf eines Gesetzes, mit dem das Burgenländische Jagdgesetz 2017 geändert wird“).

Den Gesetzesentwurf zum Jagdgesetz können Sie hier lesen.

(1) Hackländer, Klaus: Aussetzen von Wild - eine Option für die Niederwildhege? in: Der Anbllick, 10/2016

(2) Gutachten Dr. Hans Frey

Referenzen: Literaturliste zum Aussetzen von Tieren

Sendung zum Thema im Tierrechtsradio

06.10.2026, Wien

Handelsgericht urteilt in SPAR-Klage gegen VGT: SLAPP weitgehend bekräftigt

Richterin bestätigt OGH-Urteil und 6 Verbote der EV zu Schweine-Vollspalten, verbietet dem VGT aber zusätzlich, wissenschaftliche Studien zu Mortalität und Tierwohl-Preisen zu zitieren

06.10.2026, Wien

Welt-Oktopus-Tag: VGT-Aktion am Stephansplatz

Tierschutz-Aktion in Wien soll tierquälerische Aspekte bei der Fischerei von Tintenfischen in den Fokus rücken

05.10.2026, Wien/Neutillmitisch(Stmk.)

VGT kritisiert Greenwashing bei Insekten-Hundefutter

Neue Studie stellt Umweltvorteile von Insektenprotein in Frage

01.10.2026, Wien

VGT vor dem Landwirtschaftsministerium: nicht vergessen, Schweine brauchen Stroh

Jahr 2026 neigt sich dem Ende zu: laut Tierschutzgesetz MUSS 2027 ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung festgelegt werden!

29.09.2026, Wien

Freudentag für Kröten: Baubeginn Amphibienschutztunnel Hanslteich

1. Bauphase eingeleitet: VGT erfreut über rasche Durchführung

17.09.2026, St. Pölten

Tierschützer:innen fordern Konsequenzen für Horrorstall

50 Personen schließen sich trotz Regenwetters VGT-Demomarsch bis vor die BH St. Pölten an

16.09.2026, Bad Goisern

1. Tag der neuen Singvogelfangsaison: VGT dokumentiert Fang bei Bad Goisern

Zwei Singvogelfänger wurden in flagranti bei Vogelfang im Wald der ÖBF erwischt, in 3 Stunden ging kein Vogel in die Fallen

16.09.2026, St. Pölten

Horror-Stall: Tierschutz-Demozug in St. Pölten

Anlässlich der Ende August aufgedeckten Tiermast im Bez. St. Pölten-Land ruft der VGT zum Protest-Marsch durch St. Pölten bis zur zuständigen Bezirkshauptmannschaft