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Kalb im Libanon aus Führungsebene der Vorarlberg Milch

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (25.02.2020)

Bregenz, 25.02.2020

VGT fordert endlich Konsequenzen

Wie sich herausgestellt hat, ist der von Landesrat Christian Gantner beschriebene „Bauer Anton“ nicht irgendein kleiner Milchbauer – er ist stellvertretender Obmann der Vorarlberg Milch und somit ein wichtiger Entscheidungsträger. Dem VGT liegen Beweise vor, dass eines der im Libanon geschlachteten Rinder von seinem Hof stammt. Der VGT fordert die Einführung einer Milchmarke, die ohne Kälbertransporte ins Ausland auskommt.

Vorarlberg Milch kann Teil der Lösung sein

Den VN gegenüber sagt Gantner, es wäre „eine Grenzüberschreitung, ein Privatunternehmen in diese Geschichte reinzuziehen.“ – sie ist aber längst in die Geschichte involviert. Ihr stellvertretender Obmann gibt den VN gegenüber selbst an, dass es zum Standard gehöre, die Milchkälber zu exportieren.

Tobias Giesinger: Es kann nicht sein, dass Vorarlberger Käse bis nach Spanien exportiert wird und das ungewünschte Nebenprodukt Milchkalb gleich hinterher. Die Vorarlberg Milch hat hier eine entscheidende Rolle, Teil der Lösung zu werden. Wer mit Milch und Milchprodukten Geld verdienen will, muss auch die Verantwortung über die Nebeneffekte übernehmen, die diese mit sich bringen.

Aktuell hat die Bevölkerung keine Chance, eine echte Entscheidung gegen Kälbertransporte zu treffen, da es keine Milch gibt, die einen Export dieser Kälber ausschließt. Hier muss als erster Schritt eine Marke generiert werden, die dem Wunsch der Bevölkerung gerecht wird und die ohne Kälberexporte ins Ausland auskommt – dann muss das gesamt Sortiment folgen.

VGT Forderung an Politik

Während die Vorarlberg Milch ihre Exporte auf 50% steigern will, ruft Landehauptmann Wallner die Vorarlberger_innen dazu auf, mehr Kalbfleisch zu essen. Es ist absurd, dass die Bevölkerung das Problem einer Wirtschaft lösen soll, die ihre Profite steigern will. In einer Zeit, in der Fleischkonsum generell rückläufig ist, ist es sogar äußerst dreist, den Menschen eine Kalbsbratwurst schmackig machen zu wollen. so Giesinger.

Der VGT fordert Landehauptmann Wallner auf, die Wünsche der Bevölkerung ernst zu nehmen und den Tierschutz vor wirtschaftliche Interessen zu stellen. Ein wichtiger Schritt ist hier auch die längst überfällige Trennung der Ressorts Landwirtschaft und Tierschutz.

Kein Einzelfall und kein Geheimnis

Das Schicksal des Lustenauer Kalbes, das nach einer langen Reise im Libanon geschlachtet wurde, ist bei weitem kein Einzelfall und auch längst kein Geheimnis mehr. Wer wissen will, wo die Vorarlberger Kälber hinkommen, muss kein Privatdetektiv sein – es reicht ein einfacher Klick auf die Webseite des spanischen Abnehmers.

Tobias Giesinger: Auch wenn wir schon seit Jahren darauf hinweisen, wo die Vorarlberger Kälber schlussendlich enden, freuen wir uns trotzdem, dass die Verantwortlichen das nach dem jüngsten Fall endlich nicht mehr abstreiten. Jetzt müssen Konsequenzen daraus gezogen werden – kein Kalb darf mehr Vorarlberg verlassen!

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