Teilen:

Tierversuche: keine Kontrolle, Genehmigungs-Kommissionen oder Schaden/Nutzen Abwägung

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (26.05.2020)

Wien, 26.05.2020

VGT-Obmann spricht am 28. Mai ab 19 Uhr live auf Facebook über Narrenfreiheit, Intransparenz, Diskussionsverweigerung und Klagswut in der Tierversuchsindustrie

Wann: Donnerstag, 28. Mai, 19 Uhr
Wo: Facebook-Auftritt des VGT Austria
Details: "Alles ist nicht so, wie es scheint"

Videoaufzeichnung vom Vortrag

Es würden nur absolut notwendige Tierversuche stattfinden, die Menschen retten. Alles sei schärfstens kontrolliert, überall gäbe es Ethikkommissionen, und Tierversuche kämen nur zur Anwendung, wenn wirklich keine Alternative zur Verfügung stünde. Ach ja, und die Versuchstiere würden bestens gehalten, schließlich will man ja verlässliche Resultate. So etwa lautet die Propaganda seitens der Tierversuchsindustrie, und da sich hier ökonomische Potenz (Pharmafirmen) mit politischem Einfluss (Universitäten) verbinden, ist das die dominierende Stimme in der Öffentlichkeit. Und dennoch halten einer repräsentativen IFES-Umfrage von 2012 zufolge 91 % (!) der Menschen in Österreich ein strengeres Tierversuchsgesetz für sehr oder ziemlich wichtig. Zu recht, wie VGT-Obmann und langjähriges Mitglied der Bundestierversuchskommission DDr. Martin Balluch konstatiert: Faktum ist, dass bei Tierversuchen in Österreich völlige Narrenfreiheit herrscht. So gibt es keine Schaden/Nutzen Abwägung, sondern jeder Tierversuch, der einem der im Gesetz angegebenen Zwecke dient, darunter Verhütung von Krankheiten bei Pflanzen (!), Verbesserung der Produktionsbedingungen (!) in der Tier-Landwirtschaft, Entwicklung von Futtermitteln oder Erhaltung der beruflichen Fähigkeiten in der Tierproduktion, darf durchgeführt werden. Absolut notwendig?

Und Balluch weiter: Es gibt in Österreich auch keine gesetzlich vorgeschriebenen Kommissionen, die Genehmigungsanträge bewerten. Es wird nie ein Antrag abgelehnt. In Wahrheit darf hierzulande auch der sinnloseste Tierversuch stattfinden. Die Kontrollen sind nicht existent, wie ein Rechnungshofbericht bestätigt. Und eine Oberkontrolle durch die Tierschutz-Ombudsschaften wurde seitens der Tierversuchsindustrie politisch verhindert. Dass kein Tierversuch stattfindet, für den Alternativen existieren, ist leicht widerlegt: Jahr für Jahr wurden 15.000 Kaninchen in Pyrogentests ‚verbraucht‘, obwohl es dafür sowohl in der EU als auch in den USA anerkannte und validierte Alternativen gibt. Erst unser wiederholtes Insistieren auf diesen Missstand hat ein Verfahren ausgelöst, das jetzt vom Verwaltungsgerichtshof entschieden werden muss. Übrigens das erste Mal, dass irgendwer wegen Übertretung des Tierversuchsgesetzes verfolgt wurde.

Balluch schließt: Es herrscht absolute Narrenfreiheit bei Tierversuchen. Und die Haltung der Versuchstiere entspricht jener der 1970er (!) Jahre, damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben. Dass sich im Bereich medizinischer Forschung die Alternative mit Organoiden auf Chips nicht durchsetzt, liegt an den alteingesessenen Chefs, die das tun, was sie immer schon getan haben, ohne links und rechts zu schauen. Ich kenne das aus meiner eigenen, 12 jährigen Forschungslaufbahn, bei der ich auch mit Tierversuchen in Berührung gekommen bin: erst wenn ein_e Professor_in in Pension geht oder stirbt, ist ein Paradigmenwechsel zu fortschrittlicheren Forschungsmethoden möglich.


Zur Facebook-Veranstaltung

09.07.2026, Wien

VGT warnt: Deutsche Brieftaubenverbände wollen tausende Tiere in Wien aussetzen

Am 25. Juli sollen Brieftauben von Wien 500 km bis nach Bayern fliegen – 50-75 % davon werden sterben oder die Stadttaubenpopulationen am Weg dorthin vergrößern!

08.07.2026, Wien/EU

VGT begrüßt neue EU-Strategie zu „Nutztieren“, mahnt aber Umsetzung ein

EU will die Tötung von Kücken und die Käfighaltung von Hühnern verbieten, sowie Tierwohl-indikatoren für Masthühner und ein Verbot von Kastenständen für Mutterschweine einführen

08.07.2026, Wien

Demozug gegen Tiertransporte am 29. August 2026

Gemeinsam für ein Ende des Tierleids auf der Straße und auf hoher See!

07.07.2026, Wien

„End the Cage Age“ – Ende des Käfigzeitalters gefordert

Heuer nähert sich bereits der 5. Jahrestag des Versprechens der EU-Kommission, die Käfighaltung zu beenden. Der VGT und VIER PFOTEN fordern keine weiteren Verzögerungen.

07.07.2026, Wien

Wolfstötungen in Österreich: offizielle Beschwerde bei EU-Kommission aus Italien

Tötungen zweier nachweislich harmloser Wölfe mit GPS-Halsband aus Italien in Kärnten (Feb 2026) und jetzt in Tirol – Beschwerde 25 internationaler Natur- und Tierschutzorganisationen.

26.06.2026, Wien

VGT fordert anlässlich Hitzewelle: Keine Fiakerfahrten in Wien

Die momenanten Regelungen reichen nicht aus, um Pferde vor der Hitze zu schützen.

24.06.2026, Wien

Es sieht nicht gut aus für Wassertiere

Die Welternährungsorganisation hat einen Fischereibericht veröffentlicht. Tierschutz kommt darin nicht vor.

23.06.2026, Wien

EU: Tierschutz-NGOs fordern Ende des Käfigzeitalters

VGT und VIER PFOTEN erinnern die EU-Kommission an ihr Versprechen für ein Ende der Käfighaltung. Es beginnt ein 100-tägiger Countdown zur erwarteten Vorlage der Gesetzesentwürfe