Teilen:

In Salzburg 2 Menschen 24 Stunden auf Vollspaltenboden: „Eine unvorstellbare Qual“

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (28.08.2020)

Salzburg, 28.08.2020

Nach Beendigung ihres Selbstversuchs berichten die Aktivist_innen „Wir können nicht mehr liegen, weil alles so weh tut“ - ein physisch angenehmer Boden sieht anders aus!

Ist der Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu physisch angenehm? Das ist die zentrale Frage, weil die EU-Richtlinie für Schweine einen physisch angenehmen Liegebereich vorschreibt. Landwirtschaftsministerin Köstinger hält den Vollspaltenboden von ihrem weichen Sofa aus für „vorbildlich“ und sieht keinen Handlungsbedarf. Nicht so 2 Tierschützer_innen, die die Probe aufs Exempel machten und nun 24 Stunden lang am Alten Markt in der Salzburger Innenstadt auf echten ausrangierten Vollspaltenbodenplatten verbracht haben. Ihr Urteil: „Ich hatte zeitweise Tränen in den Augen“ erzählte Stefan und „Der Tag war schon schlimm, aber die Nacht war schrecklich“ ergänzte Julia. „Wir wussten nicht mehr, wie wir liegen oder sitzen sollen. Der ganze Körper schmerzt. Unvorstellbar, welche Qualen die Schweine am Vollspaltenboden erleiden müssen – und das jede Sekunde ihres Lebens“.

Wir hoffen, dass wir mit dieser Aktion verdeutlichen konnten, wie sehr die Schweine auf einem Vollspaltenboden leiden. Und wir appellieren dringend an die Politik und an Landwirtschaftsminiterin Elisabeth Köstinger, diese Tierquälerei umgehend zu verbieten und eine Einstreu für alle Schweine in Österreich verpflichtend zu machen. - Julia und Stefan

90 % der Schweine Österreichs sehen nie einen Strohhalm, auch in Salzburg wurden kürzlich Betriebe mit Vollspaltenboden aufgedeckt. Der Vollspaltenboden ist ein strohloser Betonboden, der vollständig mit Spalten durchzogen ist. Laut wissenschaftlicher Studien haben 92 % der Schweine auf diesem Boden schmerzhaft entzündete Gelenke, 50 % entwickeln eine Lungenentzündung. Auch die beiden Aktivist_innen hatten nach ihrem Selbstversuch, 24 Stunden auf Vollspaltenboden, aufgeschürfte Haut und blaue Flecken. Kann es sein, dass ein 85 kg schweres Schwein, das, wie der Mensch, kein Fell besitzt, den Boden anders empfindet? Wohl kaum, da sich auch die Haut von Schwein und Mensch sehr ähnlich ist. Die Evolution hat die Schweine jedenfalls genauso wenig wie den Menschen auf ein Leben auf harten, scharfkantigen Betonspalten vorbereitet.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Sollte Ministerin Köstinger nicht einem Verbot des Vollspaltenbodens und einer verpflichtenden Stroheinstreu zustimmen, dann werden wir mit Hilfe der Volksanwaltschaft die Thematik vor den Verfassungsgerichtshof bringen. Auch Österreich muss sich an die EU-Richtlinien halten. Dass der Vollspaltenboden physisch angenehm ist, kann die Landwirtschaftsministerin dann den Richter_innen erklären. Wir sind auf die Argumente gespannt.


Pressefotos (Copyright: VGT/VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN)

18.02.2026, Wien

Forschungsbericht zu neuem Schweine-Vollspaltenboden bestätigt: kaum Verbesserung

Die zu verschiedenen Parametern des Tierwohls erhobenen Vergleichszahlen zwischen Vollspaltenboden alt und neu sind ernüchternd – heute Protest vor dem Ministerrat

17.02.2026, Klagenfurt

PK: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

In Kärnten wurden in den letzten 4 Jahren doppelt so viele Wölfe geschossen, wie im großen, regional 10 Mal so dicht besiedelten Deutschland – seit 2022 gab es sogar 310 Abschusserlaubnisse der Landesregierung

12.02.2026, Graz

Einladung: morgen Freitag Tierschutzdemo vor Bauernbundball in Grazer Stadthalle

Der ÖVP-Bauernbund blockiert massiv jede vernünftige Weiterentwicklung im Nutztierschutz – Protest vor allem gegen die Beibehaltung des Schweine-Vollspaltenbodens

10.02.2026, Klagenfurt

Einladung zur Pressekonferenz: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

Expert:innen und Tierschutzvertreter:innen beziehen Stellung zur aktuellen Wolfsthematik in Kärnten

09.02.2026, Steinbrunn

14 Füchse und 2 Marder getötet: Jagdverband Burgenland brüstet sich sinnloser Tötungen

Die Jagd auf Füchse ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv und bedeutet sinnloses Tierleid: Füchsinnen sind Anfang Februar bereits schwanger, Abschüsse kurbeln Reproduktion an

06.02.2026, Wien

Vorträge zu Theorien zur Tierbefreiung

Vorträge, Podiumsdiskussion und Q&A

04.02.2026, St. Pölten

NÖ Jagdgesetz-Novellierung untergräbt Tierschutz

Das neue NÖ-Landesjagdgesetz wird von der Landesregierung als „modernstes Jagdgesetz“ gefeiert. Viele Änderungen sprechen aber eher dafür, dass nun noch brutaler mit den Tieren umgegangen werden darf.

28.01.2026, Wien

Tierleid im Lachsfleisch

Der VGT Lachs-Tierschutzbericht