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Köstinger im Interview: „Methoden des VGT […] oft an der Grenze zum Kriminellen“

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (04.09.2020)

Wien, 04.09.2020

VGT-Kritik am Schweine-Vollspaltenboden; dazu Köstinger: die Landwirtschaft würde „massiv angegriffen“ und „deswegen werde ich diese ungerechtfertigten Proteste aushalten“

96 % der Menschen in Österreich wollen, dass Schweine auf Stroh leben, aber nur 10 % der Schweine in Österreich kommen je mit einem einzigen Strohhalm in Berührung. Stattdessen müssen sie auf einem Vollspaltenboden, also einem mit scharfkantigen Spalten überzogenen Betonboden, vor sich hin vegetieren. Dieser Missstand und diese Diskrepanz zwischen Mehrheitsmeinung und Ist-Zustand führt zu Protesten seitens des Tierschutzes – und zwar bereits seit mehr als 25 Jahren. Landwirtschaftsministerin Köstinger weigert sich aber, mit dem Tierschutz darüber zu sprechen. Und jetzt lässt sie dem VGT via „Blick ins Land“ ausrichten, dass seine Methoden oft an der Grenze zum Kriminellen wären. Gemeint könnten damit eigentlich nur die behördlich angezeigten Kundgebungen bei ihren öffentlichen Auftritten und das Aufdecken von Tierquälerei sein. Und sie verkündet, dass sie diese angeblich ungerechtfertigten Proteste aushalten werde, d.h. weiterhin nicht mit den Tierschützer_innen sprechen!

Selbst der Interviewpartner der Ministerin, Stefan Nimmervoll von „Blick ins Land“, sprach lediglich davon, dass Köstinger von Aktivist_innen des VGT „begleitet“ werde und schloss ihrer Aussage die Frage an: „Dennoch braucht es wohl Änderungen in der Fleischbranche […]?“. Worauf die Ministerin wieder ablehnend reagierte.

VGT-Obmann Martin Balluch verliert langsam die Geduld: Eine gewählte Landwirtschaftsministerin wird wohl bei Kritik einer Mehrheit von 96 % der Menschen im Land das Rückgrat haben, für ihr Veto gegen eine Änderung Rede und Antwort zu stehen. Stattdessen flüchtet sie von ihren öffentlichen Auftritten durch die Hintertür, lässt sich sogar von ihrem Fahrer verleugnen und weigert sich, eine Petition mit über 50.000 Unterschriften entgegen zu nehmen. Aber wir gehen nicht mehr weg. 25 Jahre warten sind genug. Die Situation der Schweine muss sich verbessern. Diese armen Tiere sollten wenigstens auf Stroh liegen dürfen!

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