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Wr. Neustadt, am 05.10.2020

Stellungnahme zum Zirkus Belly

Replik auf die Social Media-Debatte

Vor vier Tagen veröffentlichten wir ein Facebook-Posting über den Zirkus Belly, der seit letztem Mittwoch in Wiener Neustadt gastiert. Dieses Jahr war dieser Zirkus in Großenzersdorf, dort wurden von VGT-Tierschützer_innen mehrere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt, die wir auch zur Anzeige gebracht haben. Diese sollen jetzt durch ein Video "widerlegt" worden sein.

Aus den Aufnahmen aus Großenzersdorf ist folgendes festzustellen: die Tiere zeigen durch die Lautstärke in der Manege deutliche Zeichen von Stress. Mehrere Tiere werden mit der Peitsche geschlagen. Mehrere Tiere werden dazu gezwungen, unnatürliche Haltungen und unnatürliche Bewegungsabläufe vorzuführen. Auch hier wurden Peitscheneinsätze dokumentiert. Auch bei der Tierschau backstage waren die Tiere den Besucher_innen-Massen hilflos ausgeliefert. Und die Kühe "gehen" nicht nur durch die Manege, sie wurden offenbar trainiert, wild herumzuhüpfen und einen Kampf zu simulieren. Für all diese Gesetzesverstöße gibt es Video-Beweise, die auch der BH bereits im Zuge einer Anzeige seitens VGT übergeben wurden. Wir sind offen schockiert, dass ein Verein, der sich für das Wohl von Tieren einsetzen sollte, in einem Video dazu aufruft, eine Einrichtung zu besuchen, die auf Kosten von Tierwohl Profit macht.

Die Videosequenzen aus Großenzersdorf stammen von uns, nicht von Dritten, wie in dem Video gemutmaßt wird. Wir waren auch in Großenzersdorf vor Ort und haben uns in Ruhe dort ein Bild gemacht.

Generell richtet sich unser Protest nicht in erster Linie gegen einzelne Zirkusse und ihre Betreiber_innen, sondern gegen die Auftritte von Tieren im Zirkus generell. Dass dieses Verbot kommen muss, ist für uns auch nicht verhandelbar. Für die Tiere muss es in diesem Fall natürlich eine Übergangslösung geben, die es aber bei gesetzlichen Änderungen immer gab und gibt.

Tiere, auch domestizierte, sind keine Clowns und sollten nicht zur Schau gestellt werden. Aus gutem Grund ist diese Praxis beispielsweise vor Kurzem in Polen verboten worden und wir hoffen, dass das auch bald in Österreich so weit sein wird.

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