Teilen:

Geflügelpest bzw. Vogelgrippe

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (05.02.2021)

Wien, 05.02.2021

Durch die Massentierhaltung können sich Epidemien besonders schnell ausbreiten. Zur Zeit grassiert die Geflügelpest wieder in Europa. Auch in Österreich gibt es bereits einen Fall.

Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe oder Aviäre Influenza genannt, bricht alle paar Jahre aus und befällt sowohl wilde als auch domestizierte Vögel. Die letzten großen Ausbrüche fanden 2016 und 2017 statt. Seit Oktober 2020 werden in zahlreichen europäischen Staaten Ausbrüche der Geflügelpest in Wildvögeln und Geflügelhaltungen gemeldet, auch unsere Nachbarländer, wie etwa Deutschland, sind betroffen1. In Österreich wurde der der erste Fall im Februar 2021 gemeldet. Bei einem tot aufgefundenen Schwan in Niederösterreich wurde das Virus diagnostiziert. Bereits seit Dezember werden hierzulande Präventionsmaßnahmen gesetzt, um eine Ausbreitung zu verhindern. Geflügelhalter:innen sind dazu angehalten, die Maßnahmen zu erhöhen2.

Was ist die Geflügelpest

Die klassische Geflügelpest ist eine hochansteckende Viruserkrankung der Vögel, die fieberhaft verläuft und vor allem Hühner, Puten und zahlreiche wildlebende Vogelarten befällt. Enten, Gänse oder Tauben verbreiten das Virus zwar, zeigen selbst aber kaum Symptome1. Übertragen wird das Virus über den Kot, Speichel oder die Tränenflüssigkeit. Bei starker Staubentwicklung ist auch eine direkte Ansteckung über die Luft möglich. Erstmals beobachtet wurde die Geflügelpest 1878 in Italien, die Erreger kommen inzwischen weltweit vor. Der Geflügelpest-Fall im Februar 2021 ist der erste seit April 20173.

Massentierhaltung und Krankheiten

Zahlreiche Studien belegen, dass Massentierhaltungen die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigen. Durch die riesigen Bestände von sehr vielen genetisch gleichförmigen Tieren können die Erreger ungebremst von Tier zu Tier überspringen. Außerdem bietet die Massentierhaltung auch optimale Bedingungen für Mutationen und neue Kombinationen von Viren. Wildvögel verbreiten den Virus zwischen den Ställen, was vor allem für Bio- und Freilandhaltungen eine Herausforderung darstellt4. Beim Ausbruch der Vogelgrippe im Jahr 2017 wurde in Österreich eine bundesweite Geflügelstallpflicht angeordnet, um die Ausbreitung einzudämmen. Monatelang durften die Tiere nicht ins Freie, um Kontakt zu infizierten Wildvögeln zu vermeiden.

Massentötungen

Tritt nur ein einziger Geflügelpestfall in einem Stall auf, werden alle Tiere vorsorglich getötet. Das resultiert in einer Massentötung von Millionen von Tieren, die weltweit grausam notgeschlachtet werden. Erst im November wurde die Schlachtung von 190.000 Hühnern in den Niederlanden von den Behörden angeordnet, nachdem der Erreger in zwei Geflügelhaltungen nachgewiesen worden war5. In Deutschland wurden bereits über 300.000 Tiere wegen dem aktuellen Vogelgrippeausbruch getötet6.

Gefahr für Menschen und andere Tierarten

Der derzeit zirkulierende Virustyp H5N8 ist zwar nicht auf andere Tierarten oder Menschen übertragbar, allerdings können bei Influenzaviren oft Mutationen auftreten, die dann zur Gefahr werden. Gerade die jüngsten Erfahrungen durch die COVID-19-Pandemie zeigen, wie schnell Viren sich an neue Wirte anpassen können. Drei Viertel der neu auftauchenden Krankheitserreger, die den Menschen bedrohen, stammen aus sogenannten zoonotischen Quellen, das heißt sie werden von Tieren auf den Menschen übertragen7. Eine Abkehr von der Massentierhaltung ist daher dringend notwendig.

Quellen

1 Verbrauchergesundheit: Geflügelpest (Vogelgrippe)

2 Sozialministerium: Geflügelpest: Fall in Österreich bestätigt

3 Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit: Vogelgrippe

4 Webster, R. G.; Hulse, D. J. (2004): Microbial adaptation and change: avian influenza. Revue Scientifique et Technique 23(2): 453-465.

5 Kronen Zeitung: Niederlande: 190.000 Hühner vor der Schlachtung

6 Magazin für die Geflügelwirtschaft: Geflügelpest breitet sich weiter aus

7 Taylor, L. H.; Latham, S. M.; Woolhouse, M. E. (2001): Risk factors for human disease emergence. Philosophical Transactions of the Royal Society B Biological Sciences 356(1411): 983-989.

16.10.2026, Wien

Einladung: VGT-Anti-Pelz-Demomarsch in Wien

Samstag, 17. Oktober, 13 Uhr, Christian-Broda Platz

14.10.2026, Wien

VGT: Bundesregierung gesetzlich verpflichtet, 2027 Schweinehaltung neu zu regeln

Anlässlich der heutigen Nationalratssitzung erinnerte der VGT vor dem Parlament die Regierung daran, die offene Frage der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden endlich zu lösen

13.10.2026, Wien/EU

85 % der Österreicher:innen fordern rasches Ende der Käfighaltung

Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.

09.10.2026, Wien

Urteil im SPAR-SLAPP gegen den VGT beweist: Vollspaltenboden ist Tierquälerei

Zusätzlich hat die Richterin mit Bezug zum OGH zahlreiche Klagspunkte von SPAR zurückgewiesen und dadurch die Klage als SLAPP entlarvt

08.10.2026, Wien

Der Schweine-Vollspaltenboden muss weg: VGT-Demos bei Parteizentralen in Wien

Mit Zitat aus dem Tierschutzgesetz, nach dem jetzt ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung beschlossen werden muss, erinnert der VGT die Regierung an ihre Verantwortung

07.10.2026, Wien

VGT-Aktion: Tintenfische schützen, nicht essen

Morgen ist Welt-Oktopus-Tag. Brutale Methoden beim Fang sind weithin unbekannt

06.10.2026, Wien

Handelsgericht urteilt in SPAR-Klage gegen VGT: SLAPP weitgehend bekräftigt

Richterin bestätigt OGH-Urteil und 6 Verbote der EV zu Schweine-Vollspalten, verbietet dem VGT aber zusätzlich, wissenschaftliche Studien zu Mortalität und Tierwohl-Preisen zu zitieren

06.10.2026, Wien

Welt-Oktopus-Tag: VGT-Aktion am Stephansplatz

Tierschutz-Aktion in Wien soll tierquälerische Aspekte bei der Fischerei von Tintenfischen in den Fokus rücken