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Bildergalerie: So sieht die Eierproduktion wirklich aus

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.04.2021)

Wien, 02.04.2021

Mehr als 62 % der Legehennen in Österreich müssen in der sogenannten Bodenhaltung leben. Der VGT liefert in einer neuen Bildergalerie Einblicke in diese Haltungsform.

Aktuelle Bilder aus österreichischen Bodenhaltungen zeigen, wie trist das Leben von Legehennen in dieser Haltungsform ist. Das Ziel dieser Haltung ist es, möglichst viele Tiere auf möglichst kleiner Grundfläche unterzubringen und so möglichst viele Eier zu geringen Kosten zu produzieren. Die knapp 7 Millionen Legehennen in Österreich legen rund 1,7 Milliarden (!) Eier pro Jahr – eine Folge von Leistungszucht und Legedruck auf Kosten der Tiergesundheit.

Durchschnittlich konsumiert ein Mensch in Österreich 242 Hühnereier pro Jahr – bei einem Selbstversorgungsgrad von 86 % bedeutet das den Import von etlichen Hundertmillionen weiteren Eiern. Hühnereier werden aber bei weitem nicht nur als Schalenei konsumiert, sondern in Backwerk, Nudeln und einer Vielzahl von anderen Produkten verarbeitet.

Wie leben also die mehr als 4 Millionen Legehennen, die in Österreich Eier aus Bodenhaltung liefern?

Der Boden

Bodenhaltung bedeutet nicht, dass alle Hühner auf dem Stallboden mit Einstreu herumlaufen. In Bodenhaltungssystem sind mehrere Etagen mit Gitterböden üblich, um die Gesamtfläche – und damit die Anzahl an erlaubten Hühnern – zu erhöhen. Diese Gitterböden sind oft aus Draht, manchmal aus Plastik. Artgerecht sind Gitterböden aber nie. Der Stallboden ist meist nur dürftig eingestreut – oft drängen sich die Tiere dennoch am Boden, wo sie besser gehen können und um den schmerzhaften Gittern zu entrinnen. Nahrung und Wasser wird aber meist nur auf den höheren Gitterebenen angeboten.

Die Gruppengröße

Wenn sie die Wahl haben, dann schließen sich Hühner zu kleineren Familienverbanden zusammen. In der Eierindustrie sind zehntausende Tiere pro Betrieb keine Seltenheit. Meist werden die riesigen Stallungen in kleinere Gruppen von einigen tausend Hennen unterteilt. Für die Tiere ist das immer noch viel zu viel, um ein artgemäßes Sozialverhalten ausleben zu können. Die Folge sind ununterbrochener Stress, Aggressionen und Krankheiten.

Das Licht

Hühner orientieren sich sehr stark am Licht. In der Natur reguliert die Lichtintensität zwischen Sommer und Winter etwa den Zyklus der Tiere. Hühner sehen zudem deutlich mehr Bilder pro Sekunde als Menschen und nehmen bestimmte Kunstlichtarten deswegen als sehr störend wahr. Dennoch müssen die meisten Hühner in Bodenhaltung komplett ohne Tageslicht leben. Fenster gibt es in den meisten Stallungen nicht. Selbst wenn es sie gibt, so sind sie häufig mit Platten zugenagelt. Nur in einem sehr kleinen Teil der Bodenhaltungen, die sich als tierfreundlicher deklarieren, gibt es natürliches Licht.

Die Krankheiten und Verletzungen

Aufgrund der unglaublichen Anzahl an Tieren pro Stallung ist die individuelle medizinische Betreuung der Tiere nicht existent. Häufig leiden die Hühner unter kahlen Stellen – die Folge von Krankheiten oder Attacken von anderen Hennen. Viele Tiere müssen mit entzündeten Kloaken leben – die neuen Bilder zeigen Hühner mit eitertriefenden Körperausgängen. In vielen anderen Ländern werden Kücken die Schnabelspitzen abgebrannt – ein äußerst schmerzhafter Vorgang, da die Schnäbel mit vielen Nerven durchzogen sind – damit sich die Tiere weniger leicht gegenseitig verletzen. Das ist in Österreich nicht üblich. Aber dennoch sind immer wieder Tiere mit Schnabelverletzungen und -brüchen anzutreffen.

Vorzeitiger Tod

Hühner haben eine natürliche Lebenserwartung von 5-10 Jahren. Vor allem die Leistungszucht und ein Leben in Tierfabriken mit ständigem Legedruck reduzieren die Lebenserwartung aber stark. Selbst gerettete Hühner werden oft nur einige Jahre alt. Legehühner in der Eierproduktion werden in der Regel mit rund 15 Monaten getötet. Obwohl die Hühner dann noch Eier legen würden, sind sie für die profitorientierte Industrie nicht mehr rentabel. Viele Hühner sterben als so genannter Ausfall sogar noch vor diesem Zeitpunkt an Krankheiten und Schwäche. Wenn die toten Tiere gefunden werden, wirft man sie auf Haufen zusammen. Viele Kadaver verwesen aber auch mitten unter den anderen Hühnern.

Ostern ohne Hühnerqual

Etwa 10% des gesamten Eierkonsums erfolgt in der Osterzeit. Die Weihnachtsbäckerei liefert einen weiteren saisonalen Höhepunkt des Eierverbrauchs. In den letzten Jahren ist der Pro-Kopf-Konsum an Hühnereiern in Österreich immer weiter gestiegen. Ein artgerechtes Leben kann den Hühnern in der Bodenhaltung jedoch keinesfalls geboten werden. Aus Tierschutzsicht wollen wir deshalb auf einen Verzicht von Hühnereiern appellieren.

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Pressefotos frei zum Abdruck (Copyright: VGT/VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN)

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