27.09.2023
Offener Brief wegen Zirkus Safari
An die Bezirksvorstehung von Wien Floridsdorf
Verein gegen Tierfabriken
Wien, 28.4.2021
Ausgebrochene Tiere lassen mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vermuten – VGT zeigt erneut Tierhaltung an
Laut einem Augenzeugen in der Tageszeitung Heute irrten Montag Abend mehrere Tiere (der Zeuge vermutet Lamas, Schafe und/oder Ziegen) durch Favoriten. Es wird vermutet, dass sie aus dem Zirkus Safari ausgebrochen sind, der derzeit wenige hundert Meter von der Sichtungsstelle entfernt steht.
Laut Augenzeuge sind die Tiere quer über die Straße gelaufen. Ein Linienbus konnte eine Kollision durch eine Vollbremsung gerade noch verhindern. Es wäre nicht das erste Mal, dass Tiere des Circus Safari auf die Straße gelangen (vgl. Wiener Zeitung: Zirkus-Esel irrte über den Verteilerkreis). Der VGT hat schon im vergangenen Sommer mehrfach auf die Sicherheitsmängel bei den Gehegen beim Circus Safari aufmerksam gemacht. Damals haben auch Anrainer:innen von Tieren außerhalb der Gehege berichtet. Das ist grob fahrlässig und lässt auf Sorglosigkeit im Umgang mit den Tieren schließen! Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN hat Anzeige erstattet.
Auch die Haltung der Tiere gibt Grund zur Sorge.
Unglücklich wirkende Tiere, zu kleiner Auslauf und vermüllte Gehege wurden jetzt mehrfach von Tierschützer:innen dokumentiert. Der Zirkus lockt Passant:innen an, um Geld einzutreiben. Diese füttern die Tiere mit völlig ungeeigneten Futtermitteln wie Pizza-Resten oder anderen „Snacks“. Hier fehlt es eindeutig an Kontrolle durch das Zirkuspersonal!
Über den Boden verteiltes Hundefutter, in Plastik verpacktes Essen, Lebensmittelreste – untragbare Zustände in der Tierhaltung des Zirkus Safari!
Dieses Pony ist von den anderen Tieren getrennt untergebracht. Wann hat es zum letzten Mal Auslauf bekommen?
Auch dieses Kamel stand zum Zeitpunkt der Aufnahme völlig allein in einem Gehege. Das ist laut Tierschutzgesetz verboten.
Mangelhafte Einstreu, Essensreste – die Unterbringung der Tiere wirkt höchst lieblos und entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben. Das Stehen auf hartem Boden ist für die Paarhufer (Kamele) und Unpaarhufer (Pferde) sehr ungesund.
Müde Blicke – dieses Pferd würde sicher lieber auf der Weide stehen als allein eingesperrt in seiner Box.
"Die traurigsten Ponys der Welt": Die Tiere auf dem Zirkusgelände fristen ein Dasein in nicht artgerechter Umgebung. Diese Ponys stehen in eine Ecke gedrängt in einer riesigen Halle.
VGT- Campaignerin Heidi Lacroix ist erzürnt: "Was muss eigentlich noch passieren, damit dieser Zirkus sich endlich an die Gesetze hält? Tiere sind nicht zu unserem Amüsement da, sie brauchen Pflege, Fürsorge und eine sichere Unterbringung. Der Circus Safari vernachlässigt diese Aspekte immer wieder sträflich! Eines steht für mich fest: Wer Tiere liebt, der geht anders mit ihnen um. Diese Tiere fristen ein sehr trauriges und auch gefährliches Dasein."
Ebenfalls beanstandet wird das Betteln durch den "Skandal-Zirkus", z.T. auch mit Minderjährigen. Auch Zirkusse müssen sich an die Gesetze halten – doch wer exekutiert sie?
Mehr Infos zum Thema Tierzirkus im Hintergrundwissen.