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ÖVP-Wels Spitzenkandidat Weidinger wird handgreiflich gegen Tierschützerin!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (19.08.2021)

Wels, 19.08.2021

Tierschutzkundgebung in Wels, auf der gegen ÖVP Schweine-Vollspalten Veto protestiert wurde: Polizei will Kritik verhindern, Festnahmen und Durchsuchungen von Tierschützerinnen

Der Wahlkampf in Oberösterreich ist angelaufen. Nach Ansicht des VGT ist es für die Wähler und Wählerinnen wichtig zu wissen, wie die Parteien zu Tierschutz stehen. Nachdem die ÖVP sowohl im Bund als auch in OÖ selbst jeden Fortschritt für Schweine verhindert und sich weigert, den Schweinen Stroh zu geben, informiert der VGT bei jeder Gelegenheit darüber die Öffentlichkeit. So auch bei einer Wahlveranstaltung der ÖVP gestern in Wels vor dem Schloss Lichtenegg. Doch die ÖVP hat offenbar kein Verständnis für Protestkundgebungen, hatte doch die ÖVP-Innenministerin Fekter seinerzeit bereits abfällig gemeint, sie würde niemals auf eine Demonstration gehen. So demokratiefeindlich dachte offenbar auch ÖVP-Wels Spitzenkandidat Andreas Weidinger gestern und wurde auf der VGT-Kundgebung gegen eine Tierschützerin handgreiflich. Er stieß sie und versuchte ihr das Handy aus der Hand zu reißen.

Auf die Problematik des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung angesprochen, eine furchtbare Tierquälerei, die von 95 % aller Menschen in Österreich abgelehnt wird, meinte Weidinger wörtlich: Vollspalten sind mir wurscht!

Das beschreibt den Standpunkt der ÖVP zu Tierschutz in besonders treffender Weise. Kein Wunder, dass ein solcher Mensch mit Tierschutzprotesten nichts anzufangen weiß, ja sie sogar verhindern will. Da Weidinger selbst Polizist ist, war er offenbar in der Lage, die Polizei gegen die Tierschützer:innen aufzuhetzen. Diese sprach vollkommen grundlos eine Festnahme aus und durchsuchte zwei Tierschützerinnen am Körper. Begründung: die Demo sei in Wahrheit eine Ordnungsstörung und eine Verwendung der Straße zu verkehrsfremden Zwecken.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Der Vorfall erinnert mich an Kärnten 2004, wo der damalige Agrarsprecher der ÖVP, Robert Lutschounig, mir bei unserer Protestkundgebung anlässlich einer ÖVP-Wahlveranstaltung ins Gesicht geschlagen und unser Transparent zerrissen hat. Es ging seinerzeit um die ÖVP-Blockade gegen das Legebatterieverbot. Lutschounig stand dafür vor Gericht, musste sich entschuldigen und 700 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld leisten. Jetzt ein ähnlicher Vorfall in Wels, wieder ein gewalttätiger ÖVP-Spitzenkandidat. Herrn Weidinger brannten offenbar die Sicherungen durch, nur weil Tierschützer:innen gegen die ÖVP-Tierschutzpolitik protestiert haben. So ein Verhalten ist für einen Politiker völlig untragbar. Wer sich Tieren gegenüber so mies verhält, wie das die ÖVP im Bund und in OÖ tut, muss in einem Land, in dem Tierschutz ein Staatsziel ist, mit Protest rechnen. Wer das nicht verträgt, hat in einer demokratischen Regierung nichts verloren, der passt eher zu den Taliban nach Afghanistan.

Und an Herrn Weidinger gerichtet: Die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenboden ist Ihnen also wurscht? Das ist eine wichtige Information, die wir Ihren potentiellen Wählern und Wählerinnen nicht vorenthalten wollen. Sie passt genau in die bisherige ÖVP-Linie zu Tierschutz – und zu Ihrer Gewaltbereitschaft. Gehen Sie daher bitte davon aus, dass wir in den nächsten Wochen bei sehr vielen Wahlveranstaltungen der ÖVP auftauchen werden. Die Menschen sollen wissen, welche steinzeitliche Tierschutzmentalität die ÖVP repräsentiert!


Pressefotos honorarfrei (Copyright: VGT.at)

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