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Gammelfleisch-Skandal: Prozess in Graz geht weiter

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (28.10.2021)

Graz, 28.10.2021

Tierschützer:innen kritisieren das systematische Kontrollproblem in Österreichs Schlachtbranche und fordern umfassende Konsequenzen.

Ein weiterer Prozesstag beginnt heute im Landesgericht für Strafsachen in Graz. Angeklagt ist immer noch der ehemalige Betreiber eines Schlachthofs südlich von Graz, der in den Jahren vor dem Gammelfleisch-Skandal 2019 immer wieder auch wegen Tierschutzübertretungen kritisiert wurde.
Dutzende Zeugen und Zeuginnen wurden bisher befragt – aus Tierschutz- und Hygienesicht zeigen sich grobe Probleme im Kontrollsystem.

Amtliche Kontrollorgane berichteten im Zeug:innenstand von rund 30 Anzeigen gegen den Betrieb pro Jahr. Ein ehemaliger Fleischabnehmer schilderte, dass es Gammelfleisch-Vorfälle bereits vor Jahren gab. Die Hygiene im Betrieb wurde auf Nachfragen des Richterduos wiederholt als mangelhaft beschrieben.

Auch Tierqual-Aufdeckungen gab es in dem Betrieb schon 2015 und erneut 2019. Beide Male wurde unter anderem auch das fehlende Einschreiten der amtlichen Tierärzt:innen bei Tierschutz-Übertretungen kritisiert.

VGT-Aktivistin Lena Remich: Dieser Fall ist zwar besonders beispielhaft für das Versagen des Kontrollsystems auf der ganzen Länge, doch vermuten wir dahinter systematische Probleme. Immer wieder kommt es zu groben Übertretungen und massivem Tierleid in Schlachthöfen. Die anwesenden Kontrollorgane können oder wollen hier aber offenbar nicht konsequent einschreiten. Wir fordern eine kritische Analyse des gesamten Kontrollapparats und eine umfassende Verbesserung dieses Systems!

Der VGT erarbeitet derzeit mit Expert:innen und Veterinär:innen ein ausführliches Maßnahmenpaket für Verbesserungen im Schlachthof-Kontrollwesen, das der Öffentlichkeit und den Behörden demnächst präsentiert werden soll.

Der VGT hat Aktivist:innen in den Gerichtssaal entsendet, die den Prozess verfolgen und weiter berichten werden.


Pressefotos honorarfrei (Copyright: VGT.at)

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