Teilen:

Zur Angelobung des neuen Tierschutzministers: VGT fordert Verbot Vollspaltenboden

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (08.03.2022)

Wien, 08.03.2022

ÖVP-Verrat an den Tieren: Reform Tierschutzgesetz weiterhin verhindert; Tierschützer:innen vor Angelobung des dritten Tierschutzministers dieser Regierung anwesend – noch kein Tierschutzfortschritt

Der Vorschlag des scheidenden Tierschutzministers Mückstein zur Reform des Tierschutzgesetzes war eine vage Formulierung über Verbesserungen in der Schweinehaltung, die nach einer wissenschaftlichen Evaluierung ab 2040 für alle Betriebe gelten sollen. Zwar wurde dabei der Vollspaltenboden nicht erwähnt, aber auf die Auswirkungen der Bodenbeschaffenheit Bezug genommen. Doch selbst dieser harmlosen Form einer Reform in der Schweinehaltung will die ÖVP nicht zustimmen, weil sie sich an dem Stichtag 2040 stößt. Keiner Schweinefabrik soll auch nur irgendetwas vorgeschrieben werden, wenn es nach der ÖVP geht, auch nicht erst in 18 Jahren. Dass die Neu- und Umbauten ab nächstem Jahr auf einem Drittel der Buchtenfläche nur mehr die Hälfte der Spalten aufweisen sollen, ist als Reform nicht ernst zu nehmen und hat keine Bedeutung für die Schweine.

Deshalb hat der VGT heute anlässlich der Angelobung des nun dritten Tierschutzministers dieser Regierung im Schweinekostüm Flyer verteilt, um auf das Leid der Schweine auf Vollspaltenboden aufmerksam zu machen. Unmittelbar nach der Angelobung hat der neue Tierschutzminister im Amt einen Vollspalten-Flyer vom Schweinchen in die Hand gedrückt bekommen. Alle Hoffnungen liegen jetzt auf Johannes Rauch, der immerhin vor seiner Angelobung den Tierschutz als ein Thema erwähnt hat, das nicht zu kurz kommen dürfe. Letzte Woche gab es trotz Ukraine-Krise zahlreiche Proteste des VGT gegen den Vollspaltenboden in der Schweinehaltung, zuletzt durch eine „Schweinedemo“ vor dem Landwirtschaftsministerium, bei der alle Teilnehmer:innen Schweinemasken trugen.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch dazu: Bisher hat diese Regierung noch keinen einzigen Fortschritt im Tierschutz gebracht, nun 2 ½ Jahre nach der letzten Wahl. Der Entschließungsantrag zum Tierschutz vom letzten Dezember, der bzgl. Vollspaltenboden keinerlei Verbesserung vorsieht, harrt der Umsetzung. Das muss aber in einer Weise geschehen, dass der Vollspaltenboden ein echtes Ablaufdatum bekommt. Alles andere ist inakzeptabel. Diese ÖVP, die sich selbst als ‚Hure der Reichen‘ bezeichnet, ist, wie die Aufdeckungen der letzten Monate zeigen, bis ins Zentrum moralisch verkommen. Das beweist sie einmal mehr, indem sie jeden Tierschutzfortschritt behindert. Dabei hätte sie jetzt durch den Tierschutz die Chance, einen Neubeginn zu versuchen und ein zukunftsweisendes Tierschutzgesetz zu verfassen, das Österreich tatsächlich zum Vorbild macht.

Pressefotos honorarfrei (Copyright: VGT.at)

24.02.2026, Wien

Handelsgericht Wien: Einstweilige Verfügung gegen Skandal-Schweinefabrik Hardegg

Besitzer Maximilian Hardegg darf den VGT bis zum Urteil über die Unterlassungsklage nicht mehr als „terroristische Vereinigung“ bezeichnen – noch nicht rechtskräftig

23.02.2026, Wien

Einladung zur Demonstration für Amphibientunnel in Hernals

Geplanter Tunnelbau für den Hanslteich auf wackeligen Beinen, Amphibienschützer:innen demonstrieren vor Bezirksvertretungssitzung und fordern rasche Umsetzung

20.02.2026, Salzburg

Jagdmesse Salzburg: illegale Tellereisenfallen und Abschüsse von Bären verkauft

Für Außenstehende wirkt die Mentalität der Menschen, die da als Kund:innen angesprochen werden sollen, schwerst pathologisch – Tierschutz-Demo vor dem Messegelände

19.02.2026, Wien

42* Klimaaktivist:innen angeklagt: VGT solidarisch, Klimawandel größte Bedrohung

Bei einer derart drastischen Bedrohung für uns alle sind auch drastische Aktionen gerechtfertigt – es wäre ein Verbrechen, sehenden Auges die eigenen Kinder in den Untergang zu schicken!

18.02.2026, Wien

Forschungsbericht zu neuem Schweine-Vollspaltenboden bestätigt: kaum Verbesserung

Die zu verschiedenen Parametern des Tierwohls erhobenen Vergleichszahlen zwischen Vollspaltenboden alt und neu sind ernüchternd – heute Protest vor dem Ministerrat

17.02.2026, Klagenfurt

PK: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

In Kärnten wurden in den letzten 4 Jahren doppelt so viele Wölfe geschossen, wie im großen, regional 10 Mal so dicht besiedelten Deutschland – seit 2022 gab es sogar 310 Abschusserlaubnisse der Landesregierung

12.02.2026, Graz

Einladung: morgen Freitag Tierschutzdemo vor Bauernbundball in Grazer Stadthalle

Der ÖVP-Bauernbund blockiert massiv jede vernünftige Weiterentwicklung im Nutztierschutz – Protest vor allem gegen die Beibehaltung des Schweine-Vollspaltenbodens

10.02.2026, Klagenfurt

Einladung zur Pressekonferenz: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

Expert:innen und Tierschutzvertreter:innen beziehen Stellung zur aktuellen Wolfsthematik in Kärnten