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Ausgeschreddert: NGOs für ein EU-weites Verbot des Kückentötens

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.06.2022)

Wien/ EU, 01.06.2022

In der EU werden jährlich hunderte Millionen Hahnenkücken in der Eier- und mehrere zehn Millionen weibliche Entenkücken in der Foie-Gras-Industrie getötet, weil sie als nicht rentabel gelten. Eine Koalition von 18 europäischen NGOs fordert ein Ende dieser grausamen Praktik.

Auf jede Legehenne kommt ein männliches Kücken, das geschreddert oder durch Ersticken in Gas getötet wird. Weil sie keiner Mastrasse, sondern einer Legerasse angehören, setzen sie langsam und wenig Fleisch an. Somit bringen sie keinen Profit und werden kurz nach dem Schlüpfen getötet. Dieses Schicksal ereilt jährlich ca. 330 Millionen Hahnenkücken. Dasselbe geschieht mit mehreren 10 Millionen weiblichen Entenkücken in der Foie-Gras-Industrie, da ihre Leber weniger Fett ansetzt. Diese Schlachtungen können durch die frühzeitige Geschlechtsbestimmung im Ei und die Verwendung von Zweinutzungsrassen bei Hühnern vermieden werden.

Im Rahmen der laufenden Revision des Europäischen Tierschutzgesetzes ergibt sich nun die einmalige Chance, ein EU-weites Verbot des systematischen Tötens von Hahnen- und Entenkücken festzulegen. Das wollen 18 NGOs, darunter auch der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN, mit der heute startenden Kampagne "Stop Grinding and Gassing" (Stoppt Schreddern und Töten durch Gas) erreichen. Die öffentliche Umfrage der Kommission zum Thema Revision des Tierschutzgesetzes ergab, dass 94% der rund 60.000 Teilnehmer:innen für ein Verbot des Kückentötens sind und die Europäische Kommission zieht es durchaus in Betracht. Weil aber der Rat der Europäischen Union über die Annahme der vorgeschlagenen Reformen entscheidet, ist es essentiell, dass die Landwirtschaftsminister:innen aller 27 Mitgliedsstaaten diesen Antrag unterstützen. Daher können die zuständigen Minister:innen über die Kampagnenwebseite direkt kontaktiert und zur Unterstützung aufgefordert werden. Mit einem Offenen Brief an die Mitglieder des zuständigen „AGRIFISH Council“ soll der Forderung Nachdruck verliehen werden.
 

Kontaktieren Sie den Minister!


VGT Campaignerin Denise Kubala, Msc, dazu: Ein EU-weites Verbot des systematischen Kückentötens wäre ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung, der im Rahmen der Überarbeitung des Tierschutzgesetzes jedenfalls getan werden muss. Dass sich eine solche Praktik in der Vergangenheit überhaupt durchsetzen konnte, ist erschütternd und es ist höchste Zeit, das rückgängig zu machen.

Beschlossen wurde ein solches Verbot zum Beispiel bereits von Deutschland und Frankreich. Auch im österreichischen Entwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes ist ein Verbot des systematischen Tötens männlicher Kücken vorgesehen. Im aktuellen Entwurf allerdings mit Ausnahme von „Futterkücken“ u. a. für Zoos. Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN spricht sich in seiner Stellungnahme gegen diese Ausnahme aus. Bekrittelt wird, dass es sich dabei um eine künstlich geschaffene Nachfrage handelt, die dem Problem der „überflüssigen“ männlichen Kücken überhaupt erst entsprungen ist. Die Geschlechterbestimmung im Ei und die darauffolgende Tötung der männlichen Embryonen im Frühstadium wird momentan stetig weiterentwickelt und spielt bei den Verboten in Frankreich, Deutschland und auch Österreich eine wichtige Rolle. Die Sinnhaftigkeit dieser Praktik ist unweigerlich an die Leidensfähigkeit der Embryonen gebunden. Nur wenn diese noch nicht gegeben ist, dürfen die Tiere getötet werden. Bis zu welchem Bebrütungstag das der Fall ist, ist aber umstritten. Die beste Lösung sieht der VGT daher in der Wiedereinführung sogenannter Zweinutzungsrassen, die große Mengen Eier legen und gleichzeitig auch viel Muskelmasse ansetzen.

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